Der Fehler des Westens – Alexander Solshenizyn
„Die westliche Welt steht vor dem Scheideweg. Im Laufe der nächsten Jahre könnte sie die bestehende Zivilisation aufs Spiel setzen, aus der sie hervorgegangen ist. Und ich glaube, dass sie sich dessen nicht bewusst ist. Die Zeit hat Euren Freiheitsbegriff korrumpiert. Ihr habt zwar das Wort behalten, doch es mit einem neuen Inhalt versehen. Das Wesen der Freiheit kennt Ihr nicht mehr. Als Europa ungefähr im 18. Jahrhundert die Freiheit erlangte, war dieses Wort heilig. Freiheit führte zu Heldentum und Tugend. Das habt Ihr vergessen. Für uns ist diese Freiheit immer noch eine Flamme, die unsere Nacht erhellt, doch bei Euch ist sie zu einer verkümmerten, teilweise geradezu ernüchternden Wirklichkeit geworden. Sie ist voller Kitsch und Überfluss, eigentlich eine Leere. Für diesen Schatten der eigentlichen Freiheit könnt Ihr keine Opfer bringen, bestenfalls noch Kompromisse eingehen (…)
Ihr meint, die Demokratien seien von Dauer. Aber Ihr habt keine Ahnung. Wichtiger als die Politik ist die innere Einstellung. Wenn die Herrscher des Ostblocks in Euch auch nur den kleinsten Funken, den mindesten schöpferischen Lebensschwung sehen könnten, um die Freiheit in Euch zu behalten und in die Tat umzusetzen, wenn sie erkennen könnten, dass Ihr bereit seid, für sie Euer Leben zu opfern, dann würden sie sofort klein beigeben. Der Krieg spielt sich nicht zwischen ihnen und Euch ab, sondern zwischen Euch und Euresgleichen. Im Grunde denkt Ihr im Westen, die Freiheit sei ein für alle Mal erreicht, und folglich nehmt Ihr euch heraus, sie zu missachten. Ihr befindet Euch in einer ungeheuerlichen Schlacht, aber Ihr verhaltet Euch wie in einem Tischtennis-Match.“
September 30, 2020 No Comments
Mickey Rourke, der heilige Nektarios und ein Marienhymnus
In meinem nächsten Beitrag für „Die Tagespost“ bringe ich Mickey Rourke und den heiligen Nektarios zusammen, einen sehr beliebten orthodoxen Heiligen des 20. Jahrhunderts, der auch Autor eines Marienhymnus ist, welcher in der orthodoxen Kirche circa den Stellenwert der Lauretanischen Litanei bei uns einnimmt. Das „Agni Parthene“ – und ich war dabei – erklang tatsächlich auch einmal vor der Schwarzen Madonna von Loreto. Ich erinnere mich noch, es war eine Pilgergruppe von Russinnen mit ihrem Priester, sie standen versammelt im Heiligen Haus (das eher ein Heiliges Häuschen ist) und sangen glockenklar und überirdisch diese Hymne. Ich habe sie unten eingefügt, gesungen von Männerstimmen, aber trotzdem mit Gänsehautgarantie.
O reine Jungfrau, Herrscherin
Gebärerin Gott Sohnes
Freue dich, unvermählte Braut
O Jungfrau, Mutter, Königin
und Zierde seines Thrones
(Über das Männerkloster Walaam gibt es übrigens eine hervorragende ARTE-Doku, ebenfalls auf You Tube).
September 27, 2020 No Comments
Ex oriente lux

September 19, 2020 No Comments
Programmhinweis: Dem Schutz des Papstes verpflichtet – Schweizer Garde und Gendarmerie
Dass es neben der Schweizer Garde auch noch eine Gendarmerie im Vatikan gibt, war mir lange Zeit nicht bewusst – bis ich mich mit der Arbeit des exzeptionellen deutschen Vatikanhistorikers Ulrich Nersinger beschäftigte – und ihn auch einmal persönlich kennen lernen durfte. Seit mein Vatikan-Krimi „Das Farnese-Komplott“ herausgekommen ist, wissen es nun auch alle seine Leser. Untenstehend ein Programmhinweis zum Thema:
EWTN.TV-Spezial: „Dem Schutz des Papstes verpflichtet – Schweizergarde und Gendarmerie“ | Zweiteilige Sondersendung
KÖLN / ROM (EWTN.TV) Vatikanische Gedenktage besitzen in der Regel liturgischen Charakter. Oder sie rufen den Jahrestag des Amtsantrittes von Papst Franziskus und dessen Namenstag in Erinnerung. Als rein weltliches Fest begeht man alljährlich den 11. Februar, den Tag, an dem 1929 der Vatikanstaat gegründet wurde. Militärische Gedenktage kennt der offizielle Kalender des Papstes nicht. Doch der September 2020 lädt dazu ein, einen Blick auf ein besonderes Ereignis vor 50 Jahren zu werfen: Noch vor fünfzig Jahren verfügte der Vatikan über eine imponierende Anzahl von Soldaten.
Die „Armee“ des Heiligen Vaters setzte sich zusammen aus der Nobelgarde (siebzig Aristokraten), der Schweizergarde; der Palatingarde (eine fünfhundert Mann starke Bürgermiliz) und rund hundertfünfzig Gendarmen. Am 15. September 1970 ließ Papst Paul VI. (1963-1978) Nobelgarde und Palatingarde auflösen und die Gendarmerie in eine zivile Polizei-Einheit umwandeln. Nur die altehrwürdige Schweizergarde durfte weiter bestehen. Anlässlich dieses Datums spricht der Historiker Ulrich Nersinger mit Robert Rauhut über die Geschichte und Gegenwart der Schweizergarde und der Gendarmerie.
Im ersten Teil unserer beiden Sondersendungen geht es um die Historie und Aufgabe der vier päpstlichen Korps und warum sich der Heilige Vater zu einer „Entmilitarisierung“ des Vatikans entschied. Ausführlich geht dann das Gespräch auf die mehr als fünfhundertjährige Geschichte der Päpstlichen Schweizergarde ein.
Die zweite Sondersendung wirft einen Blick auf die aktuellen Aufgabenbereiche der Schweizergarde und fragt nach deren Organisation und Ausbildung. Im Gespräch mit Robert Rauhut schaut Ulrich Nersinger auf die Zukunft der helvetischen Leibwache, die von Papst Franziskus auf 135 Mann aufgestockt und der ein Neubau ihrer Kaserne zugesichert wurde. Die Sendung behandelt auch die Frage, wie sich der Übergang von der alten Gendarmerie zu einem zivilen Wachkorps gestaltete, das dann erst nach 30 Jahren wieder eine neue Wertschätzung als vatikanisches Gendarmeriekorps erfuhr. Auskunft wird auch über Organisation und Ausbildung gegeben, ebenso über die Sondereinheiten („Special Forces“) des Korps. Nachgegangen wird den Fragen, ob sich Schweizergarde und Gendarmerie als „Konkurrenz-Unternehmen“ sehen und wie man auf die Sicherheitsbedrohungen der heutigen Zeit reagiert.
Ulrich Nersinger ist Historiker und Theologe. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zur Kirchengeschichte. Unlängst erschienen von ihm „Päpste“ (Reclam Verlag) und „‚Es lebe der Papst-König!’: Der militärische Kampf um den Kirchenstaat (1860-1870)“ (Bernardus Verlag).
Die beiden Sondersendungen werden am Freitag, dem 11. September um 21.30 Uhr und am Sonntag, dem 13. September um 22 Uhr auf EWTN.TV ausgestrahlt. Wiederholungen sind am 12. September um 15.30 Uhr und am 14. September um 9.30 Uhr geplant. Die Sendungen finden sich zudem in der Mediathek auf www.ewtn.tv und auf dem Youtube-Channel von EWTN.TV.
Die Sendetermine in der Übersicht:
Teil I: Dem Schutz des Papstes verpflichtet – Schweizergarde und Gendarmerie
Freitag, 11.9., 21.30 Uhr
(Wh. Samstag. 12.9.,15.30 Uhr)
Teil II: Dem Schutz des Papstes verpflichtet – Schweizergarde und Gendarmerie
Sonntag, 13.9., 22 Uhr
(Wh. Montag, 14.9., 9.30 Uhr)
September 11, 2020 No Comments
Neue Arbeiten von mir
Am 6. August 20 erschien in „Die Tagespost“ ein Artikel von mir über die Vorgänge auf dem Berg Athos. Einige ultraorthodoxe Mönche unter Führung ihres Abtes Methodios leisten erbitterten Widerstand gegen die vom griechischen Staat angeordnete Räumung ihres Klosters und ihr Feindbild ist dabei Patriarch Bartholomeos, der gemeinsam mit dem römisch-katholischen Papst bete und überhaupt ein Häretiker sei. Darum „Orthodoxie oder Tod!“
Ebenfalls im Monat August wurde die wiederaufgerichtete Mariensäule auf dem Prager Altstädter Ring von Kardinal Dominik Duka geweiht, auch darüber gab es einen kurzen Bericht von mir.
Ansonsten blieb ich nicht untätig und bereite – mit Gottes Hilfe – ein neues Buchprojekt vor, für das ein kleiner, aber wichtiger Verlag bereits Interesse angemeldet hat.
Im Oktoberheft des Vatican-Magazins wird dann auch, nach meiner unmassgeblichen „Abrechnung“ mit dem Pazifismus Leo Tolstois :-), wieder ein Heiligtum der besonderen Art vorgestellt – und weil wir alle Fernweh haben, wird es eine wunderschöne Kirche mit einem wundertätigen Kruzifix in Italien sein.
September 1, 2020 No Comments
Alle Schimanski Tatorte
Nun zu den Dingen, die wirkliche Relevanz besitzen:
>>Zum 50-jährigen Bestehen der „Tatort“-Krimireihe hat der WDR für die Zuschauer wieder eine Überraschung im Gepäck. Der Sender zeigt alle 29 Schimanski-Folgen. Der erste „Tatort“ von 1981 mit Götz George (1938-2016) als Kult-Kommissar Horst Schimanski zeigt Das Erste an diesem Freitag. Bis zum 10. November laufen danach zehn weitere Folgen jeweils dienstags im WDR Fernsehen, wie der Westdeutsche Rundfunk am Montag in Köln mitteilte.
Die restlichen der 29 Schimanski-„Tatorte“, die von 1981 bis 1991 entstanden, sollen dann 2021 zu sehen sein. Alle Folgen sind jeweils 90 Tage lang in der ARD-Mediathek zu sehen. Laut WDR werden alle Folgen restauriert und in HD-Qualität ausgestrahlt.<< Vermeldet t-online hier
August 31, 2020 No Comments
Cor ad cor loquitur
Wenn Herz zu Herz spricht, dann wird ersichtlich, wie überflüssig das Gesalbadere der meisten deutschen Apostelnachfolger eigentlich ist, die sich vor Karl-Marx-Statuen ablichten lassen, ausgerechnet in Sichtweite der Kreuzigungsstätte Jesu ihre Kreuze ablegen oder meinen befinden zu müssen, Deutschland hätte es „geschafft“, wenn doch die bislang und widerlichste frauenfeindlichste Aktion durch schutzbedürftige Landesgäste auch noch vor der eigenen Haustüre, dem Domportal, stattgefunden hatte.
Mein guter und lieber Freund Armin Schwibach erzählt heute auf kath.net eine bezaubernde Geschichte, die allerdings AUCH das Antlitz dieser schlimmen Zeit zeigt – ein leuchtendes sogar:
>>Erzbistum Mailand, die ambrosianische und größte Diözese der Welt. Mailand war in diesen Covid-Monaten wie die ganze Lombardei auf dramatische Weise betroffen, eines der Ansteckungszentren. Wenn man bei allem Lockdown, geschlossenen Schulen und Kindergärten vergisst: was geschieht in Kindern und jungen Leuten, die plötzlich aus ihrem sozialem Umfeld gerissen werden, die jede Form von Gewohnheit und Sicherheit verlieren? Das Fernsehen war in jener Zeit voller „Experten“, die Ärztezunft stand im Mittelpunkt, Abende wurden mit ihnen auf Sofas und Sesseln in den verschiedensten Talkformaten alle möglichen technischen Aspekte der angeblichen Pandemie abgefeiert. Was fehlte: waren die „Experten“ des „Humanum“. Eine gähnende Leere, und eine bestürzende Wortlosigkeit.
Ein Sechzehnjähriger aus Mailand – er wandte sich gerade im Hinblick auf die Glaubens- und Kirchenkrise mit einem kurzen und handgeschriebenen Brief an Erzbischof Carlo Maria Viganò. Der Erzbischof zeichnete sich vor allem in den letzen Monaten dadurch aus, dass er in Italien und im englischsprachigen Raum intensive Diskussionen um die Glaubensgründung, das Glaubensleben und die Geschichte der Gegenwart im Hinblick auf das II. Vatikanische Konzil anstieß.<<
Weiterlesen hier.
August 31, 2020 No Comments
Update #reichtagssturm
Diversen Meldungen auf seriösen Nachrichtenseiten wie zettbe t-online.de und der Tagesspiegel (tongue in cheek) hat eine Heilpraktikerin aus Aachen mit „markanten Dreadlocks“ zum „Sturm“ auf „das Herz“ der „Demokratie“ aufgerufen, nachdem sie zuvor bei der russischen Botschaft darum gebeten hatte, man möge auf „uns“, also die Demonstranten, bitte aufpassen.
Kannste dir nicht ausdenken.
August 31, 2020 No Comments
Mögest Du in interessanten Zeiten leben
lautet angeblich der populärste chinesische Fluch, den ich allerdings nie verifiziert habe.
Nun, dass also angeblich 3000 Mann versucht hätten, den deutschen Reichstag, das „Herz der deutschen Demokratie“ zu erstürmen und bei diesem Vorhaben von lediglich drei Polizisten aufgehalten worden sein sollen, diese Anekdote werde ich meinen 20 Großnichten und – neffen einstmals noch erzählen können.
Unverständlich bleibt mir dabei, wieso eine knappe Hundertschaft nicht irgendwelche Salafistendemos aufhalten konnte, oder zum 1. Mai oder wahlweise zu allen möglichen Gelegenheiten, wenn eigentlich drei gestandene Männer reichen und wieso überhaupt in Berlin eine ekelhaft antisemitische Demo zum alljährlichen Al Quds nicht verhindert werden kann.
Aber so lange das alles in Berlin stattfindet und Kardinal Woelki findet, dass wir es geschafft haben, soll es mir halt recht sein.
August 30, 2020 No Comments
I must be dreaming – it can’t be true #Beirut
Before he leaves the camp he stops
He scans the world outside
And where there used to be some shops
Is where the snipers sometimes hide
He left his home the week before
He thought he’d be like the police
But now he finds he is at war
Weren’t we supposed to keep the peace?
And who will have won
When the soldiers have gone?
From the Lebanon
The Lebanon
The Lebanon
From the Lebanon
August 21, 2020 1 Comment