Journalistin und Autorin

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Category — Italien

Meine Nachbarn hier.

Um ehrlich zu sein sind das keine Nachbarn in dem Sinne. Sie sind mindestens 25 Steinwürfe entfernt und wir bewohnen verschiedene Hügelseiten. Und eigentlich sind wir im Laufe der Jahre auch echte Freunde geworden. Die Rede ist von Amanda und Rosario (die Namen sind nicht echt, ich habe sie nur so getauft für mich), einem jungen Pärchen, das vor Jahren ein marodes Gehöft hier in der Nähe bezogen hat.
Während des lockdowns hatte ich von Deutschland aus angerufen um mich zu erkundigen, wie es ihnen ginge. Und da eröffnete mir Amanda, dass sie schwanger gehe mit Zwillingen. Es sei eigentlich nicht geplant gewesen. Mitten in dieser Krise bekam ich also eine wundervolle Nachricht, dass das Leben einfach weitergeht. Ich habe mich so für die beiden gefreut. Am Mittwoch treffen wir uns, draußen im Garten und con la distanza di sicurezza, ich habe Amanda aber schon neulich auf einem Spaziergang mit ihrem Baby getroffen. Sie erzählte mir, dass die Geburt leider nicht nach Plan lief, man habe einen Kaiserschnitt machen müssen. In solchen Sachen bin ich nicht sehr bewandert, ich fragte, ob das nicht vielleicht doch gut gewesen sei, es mache es doch den Frauen leichter, hätte ich halt so gehört. Nein nein, sie hätte eine normale Geburt vorgezogen, es sei einfach natürlich, natürlich hätte man Schmerzen, aber das dauere nicht lange und sie laviere jetzt immer noch mit der Operationsnarbe herum. Und ihre Mutter und Schwester seien da, denn zwei kleine Babies sei schon eine Menge Arbeit, sie helfen wo sie können. Und manchmal, erzählte sie mir, habe ich einfach nur Tränen in den Augen. Dann, so erzählt sie weiter, fragt mich meine Mutter, was los ist, ob mich etwas bedrücke. Und dann antworte ich ihr, dass ich aus lauter Glück weine.
Ich habe mal in meinen alten Notizen geschaut, was ich vor Jahren einmal über Amanda und Rosario sozusagen im Jahreslauf aufgezeichnet habe. Ich möchte es gerne unten einkopieren:

Italien in der Krise
Amanda und Rosario sind ganz junge Leute, die vor einiger Zeit in das leerstehende Bauernhaus mit Traumblick zur Miete einzogen. Er ist Vertreter für einen Photovoltaik-Hersteller, sie macht Yoga und bietet Wellness-Behandlungen an.
Die beiden haben aus dem maroden Gehöft einen Traum gemacht. Dafür schuften sie neben ihren Erwerbsjobs tagein tagaus. Das riesige Grundstück muss in Schuss gehalten werden, an dem gigantischen Wohnhaus sind Renovationen nötig, doch sie haben nicht nur das Nötige gemacht, sie haben auch noch ein Appartment für Feriengäste eingebaut. Beide sind nicht gläubig, aber haben großen Respekt vor Kirche und Papst.
Neulich wurde ich von Amanda belehrt, dass der Papst sagt, man dürfe kein Essen wegwerfen.
„Eh bèh!“, antworte ich, natürlich ist es nicht gut, etwas wegzuwerfen. Aber umzusetzen sei das doch heutzutage nicht mehr wirklich.
Doch doch, sagt Amanda, wir praktizieren das. Aus allen Resten des Tages machen wir abends eine bella frittata – also ein Rührei mit Ingredenzien – und dann haben wir das verwertet. Wir sind hier aufs Land gezogen, um die Schönheit zu haben, den Frieden zu genießen, und ganz im Einklang mit der Natur zu sein.
So ganz klappt das leider auch nicht – vor ein paar Monaten wurde eingebrochen.
Amanda sagt: Das ist mir egal. Es ist zwar schrecklich, aber ich habe dieses Leben bewusst gewählt, und so werde ich mich einfach nicht tyrannisieren lassen von Angstvorstellungen und was noch kommen könnte. Jeden Morgen trete ich vor die Türe, ich schaue auf die Berge und das Meer, und dann atme ich ein. Das ist das Leben, das ich mir immer gewünscht habe. Dann nimmt sie ihre Grabschaufel und ihr Tütchen, und geht Topinambur am Straßenrand ausgraben, um ihn zu kochen.
Rosario kümmert sich um das Grundstück mit Kirschbäumen, Feigen und einem kleinen Gemüsegarten.
Sie haben mittlerweile einen Pelletofen und installieren eine Solaranlage, um unabhängiger zu sein.
Gekocht und bewirtet wird man mit dem, was eben da ist: Selbsteingelegte Oliven, Gebäck mit Blätterteig und Spinat. Ein Salat der Saison. Ein Risotto mit Radicchio. Wenn Amanda und Rosario zusätzlich einkaufen, dann nur bei Erzeugern und in einer gemeinsamen Gruppe, welche ebenfalls interessiert ist an qualitativ hochwertigen Produkten zum Großeinkäuferpreis.
Trotz der vielen Arbeit, die das Gehöft macht, der Sorgen mit den Behörden und allem Drum und Dran, habe ich Amanda und Rosario niemals schlecht gelaunt oder niedergedrückt gesehen.
Sie sind glücklich mit dem was sie haben – sie sind glücklich, wenn ich ihre Kirschbäume preise und mir ein paar Kirschen pflücken darf. Sie freuen sich über eine vorbeigebrachte Flasche Wein, sie haben immer Zeit und Lust, sich eine halbe Stunde zu unterhalten, auch wenn man sie von ihrer Arbeit eigentlich abbringt. Sie sind glücklich wie Kinder.
Und darum mache ich mir keine Sorgen um Italien.
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Man muss sie einfach lieben.
Eben gerade, zu einer Zeit, zu der ich kaum wagen würde, irgendeinen deutschen Freund anzurufen, ein Anruf von Rosario. [Was der Anlass für dieses Gefühl war, habe ich vergessen – Anmerkung von heute]. Ich hatte über ihn und Amanda schon hier geschrieben.
Nun, Rosario war diese Woche beruflich in München unterwegs. Und hat dort in einschlägigen Bierhäusern auch deutsches Bier getrunken. Troppo, wie er sagt, also ein wenig zu viel davon, und schiebt es aber auf die afrikanische Hitze, die auch dort geherrscht hätte.
Und er hat eine deutsche Zeitung für mich mitgebracht. Alles stünde drin. Politik, Feuilleton, Sport und soweiter. Ich solle sie dann abholen.
Auf meine Nachfrage, wie diese Zeitung denn heiße, sagt er:
Sud!-toitsche!
Ich lache und sage im Scherz – er weiß ja, dass ich sehr gläubig bin, naja, das ist aber ein giornale eretico. (Also eine Zeitung der Irrlehre).
Sì, sagt er gleich, stimmt, un giornale eretico. Und lacht sich kaputt.
Hol’s dir morgen ab, ich deponiers bei mir im Postkasten.

Dass Gott Italien und die Italiener schuf, ist alleine schon ein Beweis seiner Existenz.

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Die Olivenernte hat begonnen
Ich komme am Olivenhain vorbei, in dem Rosario arbeitet, zusammen mit seinem Freund aus der Toskana, der extra für die Erntearbeiten ein paar Tage bei ihm wohnt.
Sie haben Netze unter den Bäumen ausgebreitet und „kämmen“ die Oliven von den Zweigen mit einer Art elektrischem Teleskoprechen. Andere fleißige Helfer sammeln diese dann auf und legen sie in die bereit gestellten Kisten.
„Ciao, möchtest du einen Becher Wein, komm runter!“ begrüßt mich Rosario herzlich. Ich pflücke ihm ein Olivenblatt von der schweißnassen Stirn.
„Seid ihr nicht zu früh dran?“ will ich wissen.
Da kommt sein Freund aus der Toskana dazu. „Der perfekte Zeitpunkt für die Ernte ist, wenn sie gerade dabei sind, die Farbe von grün zu dunkel zu wechseln. Du bekommst ein besonders feines Öl. Andere ernten im November, Dezember, Januar. Das gibt ein schweres, scharfes Öl. Wenn wir jetzt ernten, dann erhalten wir ein fruchtiges, ganz leichtes und sehr bekömmliches Öl. Und du kannst sie wunderbar mit Salz einlegen und essen, wenn du sie jetzt vom Baum holst.“
Er drückt mir einen Becher Sangiovese in die Hand. Rosario sagt, sie hätten jetzt bereits angefangen, weil es bald kälter werden wird. Abgesehen von dem günstigen Zeitpunkt des Farbwechsels, den sein Freund schon erklärt hatte.
„Wir essen Brote mit porchetta, das geht am schnellsten, und trinken Wein dazu.“
„Porchetta gibt Kraft für die Arbeit“, lache ich, „und der Wein macht sie leichter!“
„Sì! Das ist so!“ Alle arbeiten fröhlich und heiter – die Olivenernte ist ähnlich wie die Weinlese eher ein kleines Fest als eine anstrengende Arbeit. Es ist ein Moment für die Ewigkeit. Ich stehe da mit meinem Becher Wein, genieße die besondere Stimmung, die unter den Erntehelfern herrscht und blicke versonnen über die sanften Hügel. Wo Weinberge sind, leuchtet die Landschaft orangerot auf, das Laub verfärbt sich bereits. Die Luft ist noch mild, aber milchig neblig.
„So viel Wasser in der Luft, man kann kaum atmen“, sagt der Freund aus der Toskana. „Und überall Spinnennetze voller Wassertropfen. Ich komme heute aus dem Haus und es tropft überall.“
In den Bäumen hängen Granatäpfel, die sich schon zu spalten beginnen und ihr dunkelrotes Fruchtfleisch zeigen. Drüben im Städtchen haben die Maroni-Röster ihre Stände aufgeschlagen. Zu Halloween bietet fast jedes Restaurant ein Menü mit Kürbis und Kastanien an.
Ich trinke aus und wünsche noch „Buon lavoro!“ und Grüße an Amanda, die oben im Haus beschäftigt ist.
Es ist wirklich Herbst geworden.

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Vorhin zu einem adventlichen Aperitivo
bei Amanda und Rosario gewesen.

Wir saßen vor einem gigantischen antiken Kamin, der modern verglast wurde, um als Heizofen für weitere Räume zu dienen, und in dem riesige Holzscheite brannten. Außerdem hatten sie schon den Weihnachtsbaum mit einer simplen Lichterkette aufgebaut. Es war sehr behaglich. Zu einem leckeren Rotwein gab es selbstgebackenes Brot, aufgeschnitten und mit Stückchen von geräucherter Lachsforelle und roten Zwiebeln belegt. Außerdem eigene schwarze Oliven, die in Fenchel und Orangenschalen mariniert waren. Doch das leckerste überhaupt war das in der Glut angeröstete Brot, begossen mit eigenem Olivenöl und überstreut mit etwas Salz.
Auf den Weihnachtsbaum deutend, erwähnte ich, dass ein Engel an der Spitze noch fehlen würde – oder ein Stern. Und dann berichtete ich ihnen von der altehrwürdigen Kunst, Weihnachtsbaumschmuck selbst zu basteln. Damals, in den siebziger Jahren, konnte man ja nirgendwo all diesen Schnickschnack kaufen, der blinkt und funzelt und leuchtet. Die Adventszeit war hauptsächlich dafür gedacht, sich den Weihnachtsbaumschmuck an langen Abenden gemeinsam herzustellen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mit meiner Mamma selbst Strohsterne gemacht habe – aus eigenem Stroh von der Scheune. Die Halme wurden irgendwie gewässert und dann platt gebügelt, arrangiert und mit Nähgarn im Zentrum umwoben.
Besonders Amanda war völlig fasziniert, sie ist jünger als ich und kannte das nicht. Ich habe also versucht, das Prinzip zu erklären – und glücklicherweise gibt es ja heutzutage iPads, so dass ich direkt an einem solchen Bilder von Strohsternen für sie googeln konnte, damit sie eine bessere Vorstellung bekommt.
Und wir hatten winzig kleine echte Kerzchen in den Baum gesteckt.
Und ganz wenige, kunsthandwerklich wertvolle Glaskugeln, die gab es damals schon, waren aber rar und teuer. Und ansonsten haben wir einfach kleine Winteräpfelchen reingehängt.
Und in den Zeiten von Räucherstäbchen und teuren Raumsprays mit klingenden Namen aus dem Bioladen darf man nicht vergessen zu erwähnen, dass wir damals auch einfach eine Orange genommen, mit unzähligen Gewürznelken bespickt und im Raum aufgehängt haben, damit es gut und weihnachtlich duftet.
Einerseits kommt man sich alt vor, wenn man so etwas erzählt. Andererseits hat es mir eine Freude gemacht, davon zu sprechen. Amanda sagte dann auch ganz beeindruckt: Das ist toll, dass du das noch so erlebt hast. Bald wird es niemanden mehr geben, der diese alten Traditionen noch kennt und davon sprechen kann
(Okay, sie meinte es nicht so, dass ich quasi schon in meinem achtzigsten Lebensalter stehe, sondern es ganz allgemein, weil sie sich für altes Kunsthandwerk interessiert. Glaube ich mal:-))

Oktober 12, 2020   No Comments

Italy revisited

Ja, es musste sein, ich mache hier nicht Urlaub aus Spaßgründen, aber ich musste einiges erledigen und habe mich nun zum ersten Mal wieder getraut – und weil ich eben musste.
Zunächst bemerkt, es hat sich nicht viel verändert. Fast alle Restaurants und Bars sind noch geöffnet, aber ich sehe mehr Italien-Flaggen vor den Häusern und auch diese Regenbogenbilder, die Kinder gemalt haben, in den Fenstern kleben. Ich kann nicht für andere Regionen und gar Städte sprechen, denn ich bin hier mitten auf dem Land.
Hier zumindest ist die Disziplin der Italiener in puncto Masketragen ist vorbildlich. Wenn ich im Supermarkt einkaufen war und in die Autos neben mir schaue, desinfizieren sich wirklich alle, nachdem sie ins Auto zurückgekehrt sind, ganz selbstverständlich die Hände. Es gibt viel weniger Gemeckere und Gemotze als in Deutschland, das war mir aber nach 20 Jahren Italien-Erfahrung eh klar. Die Italiener hat es sehr hart getroffen und sie sind ein Völkchen, das zwar unter der Zeit tut, was es will, aber wenn die nationale Katastrophe dann da ist, diszipliniert, solidarisch und verantwortungsvoll agiert. Ich kenne das noch von dem verheerenden Erdbeben des Jahres 2009. Überhaupt organisieren sich die Italiener immer solide angesichts des Chaos. Eine Eigenschaft, die ich schätzen gelernt habe und bei uns Deutschen dann eher vermisse.
Ab Sonntag gilt hier auch Maskenpflicht auf der Straße und auf öffentlichen Plätzen, außerdem gilt es als Pflicht, eine Maske mit sich zu führen.
Das Masketragen beeinträchtigt mich persönlich nicht und tut mir nicht weh. Es ist eine lästige Pflicht, aber ich nehme sie halt in Gottes Namen auf mich, um vor allem andere, aber eben auch mich selbst zu schützen. Solange mir niemand das Gegenteil beweist, gehe ich davon aus, dass sie diese Wirkung auch tatsächlich eben hat (auch dazu gibt es Debatten, aber es gibt Dinge, die ich nicht debattiere. Das wäre übrigens auch einmal eine Haltung, die ich vielen Deutschen wünschen würde. Nicht nur politisch und gesellschaftlich, sondern auch innerkirchlich etwa. Aber andere Baustelle.)
Insgesamt ist die Luft, die ich hier atmen darf die nächsten Tage, freier, selbst unter der Maske. Wenn man ein Jahr lang nicht hier war und nur diesen deutschen Mief mitbekommen hat, ist der Unterschied gravierend. Selbstverständlich jammert jeder, aber es ist auf gewisse Art anders – die Bedienung in meiner Stammbar meinte, wir sind jetzt alle gleich, alt und jung, reich oder arm, angesichts dieser Krankheit. Und man vertraut hier mehr auf Gott und Jesus, vielleicht hilft das, anstatt sich in Hybris zu erheben und zu denken, man wüsste alles besser und könne die Welt belehren. Doch tatsächlich bewundern sie hier auch die Deutschen, das wir bislang so glimpflich durch die Krise gekommen sind, das will ich nicht verschweigen.
Bleibt gesund und vertraut auf Jesus Christus!

Oktober 7, 2020   No Comments

Nonostante tutto e‘ Pasqua – Trotz alldem ist es Ostern

Das Video trifft womöglich nicht den Musikgeschmack all meiner Leser, aber es hat für mich eine konkrete Bedeutung.
Denn es entstand nach dem Erdbeben im Jahre 2009 in Italien, das ich hautnah miterlebte. In der Nacht vom Palmsonntag auf den Montag der Karwoche sprangen meine Nachbarn morgens um halb Vier verängstigt aus ihren Häusern. Wir waren nur circa 150 Kilometer Luftlinie von L’Aquila entfernt. In der Region um das Bergstädtchen gab es über 300 Tote. Jeden Abend klirrten in meiner Küche die Kochtöpfe, die ich überm Herd aufgehängt halte, bei jedem Nachbeben sprang ich zur Küchenterrasse raus ins Freie. Ich hätte gerne konkrete Hilfe geleistet, aber mit einem 80 Kilo Kangal, der es nur sehr schlecht alleine aushält, hatte ich keine Chance. Ich verfolgte umso interessierter, wie aus dem Norden Leute mit Mineralwasser, Pasta und Decken losfuhren, um sie in Pescara dann an die Helfer abzuliefern, die sie weiterverteilten. Es war dieser Moment, in dem ich betroffen war, sie bauten zuallererst eine Zeltdorfkapelle auf, um die Heilige Messe feiern zu können. Es war dieser Moment, in dem ich Italien und die Italiener endlich verstanden hatte. Es war der Moment, in der Nacht noch, als die vatikanische Feuerwehr darauf bestand, ausrücken zu wollen, um Hilfe zu leisten. Es war der Moment, in dem ich verstand, wie Italien funktioniert: In Schutt, in Chaos, in der Katastrophe. Es war ein Moment tiefer eigener Betroffenheit, meine Kochtöpfe klepperten, mein Stuhl wackelte, ich rannte bei jedem der zahlreichen Nachbeben raus vor die Küche ins Freie.
Mein Nachbar sagte zu einer anderen verheerenden Gelegenheit einmal zu mir: Wir Italiener werden im Geröll geboren und sterben im Schutt.

Dieses Video ist eine Hommage an die Resilienz, den Kampfesmut und die Widerstandskraft meines Gastlandes und aller Italiener.
Die junge Frau, die singt, starb unter den Trümmern.

April 11, 2020   No Comments

Die Mönche von Norcia – Newsletter

Vor einigen Jahren war ich gleich zwei Mal hintereinander zu Besuch bei der Mönchsgemeinschaft von Norcia, die in ihrem Heiligtum die Fundamente des Geburtshauses des Benedikt von Nursia hütet(e) – und sowohl die „neue“ wie auch die „alte“ Messe feiert. Mit vielen Mönchen und Novizen habe ich gesprochen und daraus einen schönen Artikel für die Tagespost gemacht. Außerdem einen für das Vatican-Magazin als „Heiligtum der besonderen Art“ – hier herunterladbar als pdf im Originallayout mit schönen Fotos der noch intakten Basilika.

Bei dem Erdbeben am 30. Oktober 2016 stürzte die Kirche ein – nur die Fassade mit der prachtvollen Rosette blieb noch stehen. Menschen knieten betend auf der Piazza von Norcia, es muss ein ähnlicher Moment gewesen sein wie wenige Jahre später der ungeheuerlicher Brand von Notre Dame in Paris.
Ich fühle mich Norcia und der Gemeinschaft immer noch verbunden – die Mönche haben einen Artikel von mir sogar ins Englische übersetzt eine Zeitlang auf ihrer Homepage übernommen, was mich sehr geehrt hat. Die Gegend um Norcia ist selbst für italienische Verhältnisse außerordentlich schön – dazu kommt noch, dass Cascia ganz in der Nähe liegt, mit dem unverweslichen Leib der heiligen Rita von Cascia, die ich damals natürlich auch besucht habe.

Nun, die Zeiten haben sich geändert, nach den mehrfachen Erdbeben sieht sich die sehr junge und sehr internationale Mönchsgemeinschaft vor einer neuen Herausforderung. Ich möchte meinen Lesern hier gerne einen Auszug aus dem Newsletter mit Fotos präsentieren. Einige meiner Leser sind auf meine Empfehlung hin sogar schon nach dort gepilgert, als das noch möglich war – das hatte mich immer sehr gefreut.
Hier aber nun die Auszüge aus dem Newsletter mit dem Titel „Death before our eyes“ (nein, das ist kein James-Bond-Titel, sondern ziemlich benediktinisch) und ein paar aktuelle Fotos:

>>Amid the coronavirus pandemic, life for the monks in Norcia (all healthy as of March 30) continues much as normal, with a few exceptions. Every morning, during the solemn high Conventual Mass, we have added prayers against pestilence. In the afternoon, we process through the property with relics of the True Cross, praying for liberation from “plagues, famines and wars,” as did the ancients, who knew these tribulations often arise together. Particularly in our prayers are the many doctors and nurses who are sacrificing much — and risking much — to keep others alive and return them to health. Our region of Umbria’s population is geographically dispersed, so the cases of coronavirus around us are fewer than in the far north. We know that this could quickly change.<<

>>A striking change for us has been the complete absence of visitors to the chapel. Although Norcia is off the beaten path, we are blessed to be able to often share our life — the chanted Office and Holy Mass — with visitors. The measures adopted by the Italian government have meant that most Italians now live in an imposed cloister in their homes and our friends abroad cannot travel. Hiddenness from the world takes on an almost sacramental symbolism during this extraordinary crisis.

For centuries, it was not possible to see up-close the mysteries of the altar. In certain periods, curtains were drawn at the most important moments of the Mass. Still today, the solemn prayers of consecration are said in the lowest of tones – a whisper – as the drama of the liturgy unfolds. The hiddenness intrinsic to the Mass (with an iconostasis in the Byzantine rite) was common to all in some form for many hundreds of years; it summoned an atmosphere of mystery. In our age, which demands to see in order to believe, God is offering us a chance to rediscover mystery – the mystery of the Mass’s unseen efficacy (2 Cor 4:18). We must rely on an invisible medicine for our ultimate salvation in the face of this invisible threat. << [Kursive Hervorhebungen von mir]

April 3, 2020   No Comments

Hochwasserkatastrophe in Venedig

Die dramatische Situation in Venedig beherrscht mittlerweile auch die Titelseiten deutscher Medien.

Ich war kürzlich in der Region, allerdings in dem bezaubernden Chioggia, einem „Venezia in a nutshell“ im Süden der venezianischen Lagune. Zum letzten Mal in Venedig war ich nach meinem Abitur 1986. Chioggia steht aber eh nochmal auf meinem Zettel, dieses Mal werde ich aber vaporetto nach Venedig nehmen, um noch ein Mal, dies Mal mit gläubig gewordenen Augen, die Basilica San Marco zu besuchen.

Und nun noch ein Zitat von Bürgermeister Brugnaro zur aktuellen Situation:
„Die Venezianer gehen nur zum Beten in die Knie.“

Der Löwenblog dürfte an diesem Zitat seine helle Freude haben.

November 17, 2019   No Comments

Kulturnation Italien feiert 200 Jahre Gedicht „L’Infinito“ von Giacomo Leopardi

Während im neobarbarischen Ex-Land der Dichter und Denker auf Druck einer Generation, die jedwedes Gespür für Poetik und jeden Sinn für alle Schönheit dieser Welt mittels ihres vernagelten ideologischen Denkens verloren hat in protofaschistischer Manier Gedichte an Hausfassaden überstrichen werden, feiert Italien in diesem Jahr ein Poem, das so bedeutend insbesondere auch für die europäische Literatur war, dass es sogar von Rainer Maria Rilke und Anna Achmatova ins Deutsche respektive Russische übertragen wurde.

Wir reden von L’Infinito – Die Unendlichkeit. Giacomo Leopardi hat dieses lyrische Stück in vierzehn Versen ohne Reime – was an sich eine Revolution darstellte – auf einem Hügel mit Blick auf die Weite des Adriatischen Meeres in seinem Geburtsort Recanati bei Loreto, südlich des Monte Conero, der oben in der Bildleiste zu bewundern ist, ersonnen.

Und so wurde vor zwei Tagen, auch in Form eines modernen „flashmobs“, dieses lyrische Stück auf der Piazza in Recanati gemeinschaftlich rezitiert und gefeiert. Nebenzu aber auch in ganz Italien in den Schulen mit Begeisterung wiedergelesen und gebührend gewürdigt, von Ministern wie von Schülern, Studenten, Dozenten und Lehrern.
Diese Tatsache erscheint mir einer Meldung wert.

Untenstehend das italienische Original, die Übertragung von Rilke und die russische Version von Achmatova als Bilddatei, weil mir das Abtippen mit der kyrillischen Tastatur zu mühselig war.

Sempre caro mi fu quest’ermo colle,
E questa siepe, che da tanta parte
Dell’ultimo orizzonte il guardo esclude.
Ma sedendo e mirando, interminati
Spazi di là da quella, e sovrumani
Silenzi, e profondissima quïete
Io nel pensier mi fingo, ove per poco
Il cor non si spaura. E come il vento
Odo stormir tra queste piante, io quello
Infinito silenzio a questa voce
Vo comparando: e mi sovvien l’eterno,
E le morte stagioni, e la presente
E viva, e il suon di lei. Così tra questa
Immensità s’annega il pensier mio:
E il naufragar m’è dolce in questo mare.

Rainer Maria Rilke:

Immer lieb war mir dieser einsame
Hügel und das Gehölz, das fast ringsum
ausschließt vom fernen Aufruhn der Himmel
den Blick. Sitzend und schauend bild ich unendliche
Räume jenseits mir ein und mehr als
menschliches Schweigen und Ruhe vom Grunde der Ruh.
Und über ein Kleines geht mein Herz ganz ohne
Furcht damit um. Und wenn in dem Buschwerk
aufrauscht der Wind, so überkommt es mich, dass ich
dieses Lautsein vergleiche mit jener endlosen Stillheit.
Und mir fällt das Ewige ein
und daneben die alten Jahreszeiten und diese
daseiende Zeit, die lebendige, tönende. Also
sinkt der Gedanke mir weg ins Übermaß. Unter-
gehen in diesem Meer ist inniger Schiffbruch.

Anna Achmatova: Besskonetschnost‘

Mai 30, 2019   1 Comment

No pasaran! oder Die Diktatur der Maschinen

Ein guter Freund von mir spricht schon seit ein paar Jahren mit „Siri“, dieser Sprachanwendung seines geliebten iPhones. Vor einem Jahr war ich zu Gast bei einem alten Bekannten, bemerkte, dass er eine „Alexa“Säule neben dem Tisch stehen hatte, an dem wir uns unbeschwert unterhielten und auch politische Diskussionen führten. Ich bestand darauf, dass er den Stöpsel bei seiner „Alexa“ zieht – vermutlich war es aber schon zu spät.
Nebenzu bemerkt gehöre ich auch zu den Menschen, die ihre Webcam am Notebook verkleben, auch wenn das ein wenig paranoid klingen mag.
Ich proklamiere schon seit etlichen Jahren, dass ich _nicht_ mit Maschinen spreche und auch nicht vorhabe, das jemals zu tun. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass man nicht mit Maschinen sprechen sollte. Dafür gibt es eigentlich keinen rationalen Grund. Aber: Menschen sollen nicht mit Maschinen sprechen. Ausrufezeichen.

Vor einiger Zeit erwarb ich eine „moderne“ vollautomatische Kaffeemaschine einer deutschen Marke. Das Angebot war günstig, die Maschine gebraucht und generalüberholt. Sie begrüßt mich jeden Morgen mit der Anzeige „Herzlich Willkommen!“ und Datum und Uhrzeit. Das ist hinnehmbar, wenngleich auch schon leicht übergriffig. Ich möchte schließlich einfach nur einen Kaffee aufgebrüht bekommen und keine weiteren Informationen egal in welcher Hinsicht. Wenn ihr Satzbehälter voll ist oder sie der Meinung ist, er wäre voll, was sie häufig ist, da sich natürlich der Kaffeesatz genau an der Stelle ihrer Messplatine stapelt, das Schiff aber ansonsten leer ist, befiehlt sie mir: „Satzbehälter leeren“. Ich ziehe das Ding raus, schüttele den wenigen Satz nach weiter hinten, wo noch leer ist und schiebe es dann wieder ein. So habe ich es bei meiner alten Saeco auch gemacht. Nur, dass die alte Saeco mir hinterher nicht die Frage via Display stellte: „Satzbehälter geleert?“ und ich eingeben musste: „Ja“ oder „Nein“. Im Ende läuft es darauf hinaus, dass ich meine neue Kaffeemaschine – natürlich deutscher Provinienz – regelmäßig belüge, indem ich antworte, dass ich geleert hätte, aber in Wirklichkeit habe ich den Mist nur nach hinten geschüttelt, damit ihre Messplatine nicht mehr anschlägt.
Ich bin ein hochsensibler Mensch. Natürlich ist das dann die Ursache dafür, mich regelmäßig schlecht zu fühlen: „Ich habe meine Kaffeemaschine angelogen“. Ein unerfreulicher Zustand für mein Seelenleben.
Gestern erwarb ich einen dieser neuen Drucker, die ans Internet angeschlossen sind. Im Grunde benötigte ich einfach nur eine neue Patrone für meinen uralten All in One Drucker. Aber die Patrone für den alten hätte mehr gekostet als der neue Drucker, der auch noch zwei Patronen im Karton mit dabei hatte.
„Consumismo“, merkte mein italienischer Fachhändler lakonisch dazu an, als ich diesen Zustand beklagte. Die Italiener können ja aus jedem Scheißzustand eine Ein-Wort-Beschreibung mit wunderschön vielen Vokalen bilden.
Heute habe ich ihn installiert. Ich rede jetzt mal gar nicht davon, dass ich die Postleitzahl seines Standortes angeben sollte und sich das Teil auch noch via Internet automatisch mit meinem Router verbinden konnte, ohne dass ich dessen Passwort manuell eingeben musste etcpepe.
Jetzt druckte er als erstes mal eine Kalibrierungsseite, die ich einscannen sollte. OK.
Dann kam die Message via Minibildschirm, ich müsse diese Seite nun wieder entfernen und entweder wiederverwenden oder recyceln. So mein neuer Domina-Drucker. Ich werde ihn Greta nennen.
Und die Kalibrierungsseite klimaschädlich anzünden und verbrennen.

Mai 25, 2019   No Comments

A View To A Kill

Seit kurzem hat das europäische England dem europäischen Transsylvanien vom Gruselfaktor her den Rang gründlich abgelaufen. Genau genommen ein „Kinderkrankenhaus“ in Liverpool und ein „ehrenwerter“ Richter, der entschieden hat, dass ein kleiner kranker zweijähriger Junge gegen den Willen seiner Eltern nicht mehr weiter künstlich beatmet wird, weil seine lebenserhaltenden Maßnahmen „futile“ sei, wenn ich das richtig verstanden haben sollte.
„futile“ heißt auf Italienisch „inutile“ – das ist leichter verständlich. Es bedeutet „nutzlos“.
Man gerät in Versuchung, sich in eine Meditation über nutzlose Justiz zu versenken, aber ich werde diese Klippe hier trotzig umschiffen.
Im Prinzip ging es schlicht darum, dass der kleine hübsche Junge zu viel Geld kostet. Also stellte man ihm sozialverträglich den Sauerstoff ab. Selbstverständlich in seinem ureigenen Interesse und nur zu seinem Besten. Wir kennen dieses gottvergessene Gelaber mittlerweile sehr gut – insbesondere, wenn wir Deutsche sind und uns ein wenig mit dem Dritten Reich beschäftigt haben. Holländische Bekannte halten das übrigens für eine Art Behinderung – nicht das Dritte Reich, sondern als Deutscher strikt gegen Euthanasie zu sein. Als die Debatte vor Jahren einmal darauf kam, blickten sie mich milde und nachsichtig an: Bei eurer Vergangenheit ist das natürlich verständlich, aber es geht doch darum, den Menschen zu helfen.
Natürlich, darum ging es den Nazis auch. Selbstverständlich ging es auch den Medizinern des Alder Hey „Kinderkrankenhauses“ – man muss es in Anführungszeichen setzen, wenn man sich selbst noch im Spiegel in die Augen blicken möchte – nur darum, dem Kind und den Eltern zu helfen. Auch dem ehrenwerten Richter Hayden ging es ausschließlich darum.
Also wurde von Seiten dieses „Krankenhauses“ aus der Hölle vor zwei Tagen um 22.17 Uhr die Beatmung für den knapp Zweijährigen – in seinem Interesse – abgestellt. Gegen den ausdrücklichen Willen der Eltern. Und das angesichts der Tatsache, dass sich bereits der Papst eingeschaltet hatte, die Überstellung nach Bambino Gésu, ein Kinderkrankenhaus in Rom, bereits vorbereitet war, die italienische Regierung in extremis dem kleinen Alfie die italienische Staatsbürgerschaft verliehen hatte und eine Militärmaschine auf Geheiß der italienischen Verteidigungsministerin auf Abruf bereitstand, um Alfie ins katholische Rom – und somit in Sicherheit – zu bringen.
Offenbar kurbelte dies die tödliche Entschlossenheit der medizinischen Verantwortlichen, ihren „life end caring plan“ für Alfie durchzuziehen, ebenso wie die menschenverachtende Arroganz des britischen Richters Hayden nur noch weiter an.
Es meldete sich der italienische EU-Parlamentspräsident auf Twitter zu Wort, es meldete sich Andrzej Duda, der polnische Präsident und – immerhin, die US-amerikanischen Bischöfe. Nach einer für eine Katholikin wie mich ziemlich lähmenden und frustrierenden Funkstille zogen Kardinal Schönborn, Österreich und der Patriarch von Venedig endlich nach.
Von Protestanten und Anglikanern war nichts weiter zu hören, und das, obwohl wir als getaufte Christen dazu aufgerufen sind, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen und unsere Stimme im Namen Jesu Christi zur Verteidigung der Schwachen und Schwächsten zu erheben.
Als ich noch Atheistin war, stand ich der katholischen Kirche nie wirklich feindlich gegenüber – ich war zwar keine überzeugte Lebensschützerin, aber ich fand es immer gut, richtig und wichtig, dass wenigstens die katholische Kirche noch ihre Stimme für das Leben erhob.
Das war ungefähr vor 20 Jahren. Heute haben wir, habe ich, Bischöfe, die durch ihr peinliches und sündhaftes Schweigen zum Fall Alfie Evans das wenig liebevolle Vorgehen des Krankenhauses und der britischen Justiz – gewollt oder ungewollt – unterstützen. Alfie darf immer noch nicht nach Rom ausreisen, hat der Richter verfügt, der in seiner Freizeit Ratgeber zur gleichgeschlechtlichen Ehe verfasst.
Mehr noch, wir haben einen Erzbischof von Liverpool, es ist Alfies Bischof, der diesen skandalösen Vorgang nicht etwa anprangert, sondern relativiert und schönredet.
(Man muss übrigens nicht mal Christ und schon gar nicht Bischof sein, um diesen Vorfall skandalös, verstörend und zutiefst ungerecht zu finden.)

Es gibt einen empfehlenswerten Artikel des italienischen Vatikanisten Sandro Magister dazu hier.

Alfie atmet beharrlich weiter. Den Meldungen nach scheint das „Krankenhaus“ daraufhin zunächst ihm Wasser und Nahrung verweigert zu haben, jetzt dürfen die Eltern ihn wenigstens mit nach Haus nehmen, aber weiterhin nicht zu einer Behandlung nach Deutschland oder Rom ausreisen.
Und mit jedem Atemzug demaskiert der kleine kranke Bursche Alfie nicht nur das „National Health System“, britische Behörden mitsamt Justiz und der Liverpooler Polizei, die via Facebook angekündigt hat, jede Meinung zum Thema Alfie Evans in den sozialen Medien zu scannen und zu überwachen, Alfie entblößt auch ziemlich viele christliche Kirchenführer einschlägiger Denominationen gleich noch mit dazu, die offenbar ein paar grundlegende Dinge, die das Evangelium verkündet und Jesus Christus gelehrt hat, für nicht mehr wichtig genug erachten.

April 26, 2018   No Comments

Zum Tage – russisch-orthodoxe Andacht zum heiligen Nikolaus von Myra

Diese Andacht wird normalerweise eher am 19. Dezember gesungen – die russisch-orthodoxe Kirche feiert nach dem alten Kalender – doch nach all dem Weihnachtsmann-Krimskrams heute brauchte ich ein wenig Erbauung.
Wer Russisch lesen und sprechen kann, ist in der Lage, mitzusingen, das Video hat Untertitel.

Es enthält auch, circa ab Minute 8.00, den Akathistos zum heiligen Nikolaus, dessen deutsche Übertragung man hier auf den Seiten der St. Michaels-Gemeinde finden kann.

Wer das Vatican-Magazin bezieht oder es gerne kennen lernen möchte: In meiner Rubrik „Heiligtum der besonderen Art“ geht es diesmal um die Basilika San Nicola in Bari, auch wenn der Artikel wenig zentraleuropäisch-winterlich geworden ist; dafür erzähle ich eine der Geschichten, die im Akathist auch besungen wird, die sich um den heiligen Bischof ranken und seinen Ruhm als Wundertäter und Nothelfer begründeten.

Dezember 6, 2017   2 Comments

Jahrestag Erdbeben von Amatrice am 24. August 2016

Das ist der Brief des Feuerwehrmannes Andrea, den er der neunjährigen Giulia auf den Sarg legte. Sie hatte sich schützend über ihre kleine Schwester geworfen – das Team von Andrea konnte die Schwester retten, aber für Giulia kam jede Hilfe zu spät.
Andrea schreibt:

„Ciao, Kleines, ich wollte nur helfen, um dich aus diesem Gefängnis von Schutt herauszuziehen. Bitte entschuldige, dass wir zu spät kamen, du konntest schon nicht mehr atmen, aber ich möchte, dass du weißt, dass wir dort oben wirklich alles getan haben, um dich da heraus zu holen. Wenn ich in mein Zuhause nach L’Aquila zurückkehren werde, dann werde ich wissen, dass es da einen Engel gibt, der mich aus dem Himmel herab führt und in der Nacht wirst du ein heller Stern sein. Ciao, Giulia, auch wenn wir uns nie kennen lernten: Ich habe dich lieb.
Andrea.“

August 28, 2017   No Comments