Journalistin und Autorin

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Category — Europa wohin?

Der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche hat eine Erklärung zur Hagia Sophia

verfasst. Die Erklärung trägt das Datum vom 16./17. Juli. Übrigens das Datum der Ermordung der Zarenfamilie durch die Bolschewisten (im Jahre 1918)

>>Die Heilige Synode der Russisch en Orthodoxen Kirche bedauert zutiefst die Entscheidung der türkischen Behörden, die Sophienkirche ihres Museumsstatus zu berauben und sie der muslimischen Gemeinschaft zu übergeben.
Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne die Petitionen und die ausdrückliche Position der Vorsteher und Hierarchen der orthodoxen Ortskirchen, der Vertreter ausländischer Staaten, zahlreicher internationaler Öffentlichkeits- und Menschenrechtsorganisationen, Geistlicher verschiedener Konfessionen und religiöser Traditionen zu berücksichtigen. Sie verletzt die religiösen Gefühle von Millionen von Christen auf der ganzen Welt, was dazu führen kann, dass das interreligiöse Gleichgewicht und das Verständnis zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch anderswo gestört wird.
In einer Zeit, in der das Christentum an vielen Orten auf der Welt eine verfolgte Religion ist, in der der Exodus der Christen aus dem Nahen Osten anhält, ist diese Entscheidung der türkischen Behörden besonders schmerzhaft. Das Gotteshaus der Heiligen Sophia wurde zu Ehren Christi, des Erlösers, erbaut und ist in den Köpfen von Millionen von Christen nach wie vor ein Gotteshaus. Für die orthodoxe Kirche hat dieses eine besondere historische und spirituelle Bedeutung.
Wenn wir uns an die brüderlichen Ortskirchen wenden, stellen wir mit besonderer Trauer fest, dass ein so freudloses Ereignis für die Heilige Orthodoxe Kirche heute die orthodoxe Welt ohne echten Zusammenhalt trifft, was eine direkte Folge der antikanonischen Legalisierung des Schismas in der Ukraine war und unsere Fähigkeit schwächte, neuen spirituellen Bedrohungen und zivilisatorischen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Jetzt, im Zeitalter wachsender Christianophobie und zunehmenden Drucks der säkularen Gesellschaft auf die Kirche, ist Einheit noch mehr als zuvor erforderlich. Wir rufen die brüderlichen Ortskirchen auf, im Geist des Friedens und der Liebe zu Christus gemeinsam einen Weg aus der Krise zu suchen.
Wir hoffen, dass die türkischen Behörden die notwendigen Anstrengungen unternehmen werden, um die auf wundersame Weise überlebenden unschätzbaren christlichen Mosaiken zu erhalten und christlichen Pilgern den Zugang zu ihnen zu ermöglichen.
In der Hoffnung auf die weitere Bewahrung und Stärkung des gegenseitigen Respekts und Verständnisses zwischen Gläubigen verschiedener Weltreligionen appellieren wir an die Weltgemeinschaft, alle erdenkliche Hilfe zu leisten, um den besonderen Status der Sophienkirche, der für alle Christen von bleibender Bedeutung ist, zu erhalten.<<

Juli 20, 2020   No Comments

Best of Spe Salvi II

>>Wenn man diese Sätze genau liest und bedenkt [Francis Bacons neue Zuordnung der Wissenschaft zur Praxis, die dem Menschen die seit dem Sündenfall verlorene Herrschaft über die Kreatur wiederherstelle], so erkennt man darin einen bestürzenden Schritt: Die Wiederherstellung dessen, was der Mensch in der Austreibung aus dem Paradies verloren hatte, hatte man bisher vom Glauben an Jesus Christus erwartet, und dies war als „Erlösung“ angesehen worden. Nunr wird diese „Erlösung“, die Wiederherstellung des verlorenen „Paradieses“ nicht mehr vom Glauben erwartet, sondern von dem neu gefundenen Zusammenhang von Wissenschaft und Praxis. Der Glaube wird dabei gar nicht einfach geleugnet, aber auf eine andere Ebene – die des bloß Privaten und Jenseitigen – verlagert und zugleich irgendwie für die Welt unwichtig. Diese programmatische Sicht hat den Weg der Neuzeit bestimmt und bestimmt auch noch immer die Glaubenskrise der Gegenwart, die ganz praktisch vor allem eine Krise der christlichen Hoffnung ist. So erhält denn auch die Hoffnung bei Bacon eine neue Gestalt. Sie heißt nun: Glaube an den Fortschritt. […] Im weiteren Verlauf der Entwicklung des Fortschrittsgedankens bleibt die Freude an den sichtbaren Fortschritten menschlichen Könnens eine fortlaufende Bestätigung des Fortschrittsglaubens als solchem.<< Papst Benedikt XVI - Josef Ratzinger: Enzyklika Spe Salvi

Juni 5, 2020   No Comments

Totensonntag

„In einer Welt, in der die Toten keine Fürsprache haben und in der die Bedeutung des ewigen Lebens unbekannt ist, sind verstorbene vielgeliebte Verwandte oder gute Freunde in dem Moment, in dem sie ihren letzten Atemzug getan haben, ein erbärmliches Aas, das die Vernunft einem sogleich zu vergessen vorschreibt.
Das Elend der Toten in einem Jahrhundert ohne Glauben ist ein Schmerzensgeheimnis, das auf dem Verstand lastet.“

Léon Bloy (1846-1917)

November 24, 2019   No Comments

Vatican-Magazin Ausgabe November 2019

Mit dem dringend nötigen Titelthema „Das Heil kommt von den Juden. Und nicht aus dem Regenwald“.

Einen Einblick in das aktuelle Heft gibt es hier. Das starke Editorial von Guido Horst ist kostenlos einsehbar, wie einige andere ausgewählte Beiträge auch.
In meiner Rubrik „Geistliche Paare“ habe ich Claude de la Colombière und Margareta Maria Alacoque vorgestellt.

November 7, 2019   No Comments

Frei im Herzen – mein Essay über den russischen Religionsphilosophen Nikolai Berdjajew

Oktober 30, 2019   No Comments

#Pachamama

Im Grunde wäre es das jetzt gewesen mit der römisch-katholischen Kirche für mich.
Wenn man gnädig sein wollte, könnte man auch sagen, das Gottes auserwähltes Volk damals in die Irre ging mit seinem goldenen Kalb – sie blieben trotzdem die Auserwählten Gottes und der Herr hat seine Geduld mit ihnen wundersamerweise nicht verloren.
Sollten wir nicht genauso langmütig sein?
Oder ist das Maß nun langsam voll?
Unterm Strich muss man leider sagen, dass dies von ganz ganz oben ausgeht.
Und ich hatte dies Jahr ein gemütliches Gespräch mit einem orthodoxen Würdenträger, der mir bescheinigte, dass es mit der RKK schon seit eintausend Jahren bergab gehe, während die russisch-orthodoxe Kirche aus fast 70 Jahren der Verfolgung wie ein neugeborenes Baby rosig ist und lacht.
Ich verstehe nicht, was mit der katholischen Kirche geschehen ist.
Aber ich verstehe, dass es mit diesen Führungspersönlichkeiten gewiss nicht grad so weitergehen kann, als sei nie etwas geschehen.
Die Pachamama, so man sie überhaupt ins Spiel hätte bringen müssen, wäre anlässlich der Familiensynode besser aufgehoben gewesen. Eine schwangere Frau mit deutlich sichtbarem gut ausgebildeten Embryo = Baby im Bauch.
Komisch, da war das damals weit und breit nicht zu sehen. Es ging ja auch um wiederverheiratet Geschiedene, Lesben, Schwule und Transgender.
Und nicht um das Leben, das nur in einer Verbindung zwischen Mann und Frau weitergegeben werden kann.
Und genau das ist das absolut (gar nicht) Verwunderliche daran.

Oktober 28, 2019   No Comments

Pluralism vs Absolute Truth – Unterweisung von Abt Tryphon, Vashon Island

>>As our society has become more pluralistic, it has been easy for some to fall into the error of believing that it does not matter what you believe, as long as you are sincere. Just as we have seen the progressive moral bankruptcy of our society, we have also witnessed the wholesale sellout of traditional Christianity by much of America’s religious community. The partial adherence of many of America’s denominations to the traditional gospel call to repentance, forgiveness and redemption through Christ has given way to a new kind of „salvation“.
These „churches“ are now more concerned with social idealism than seeing souls saved through entering into a relationship with Jesus Christ. They have ignored our Lord’s own words „My kingdom is not of this world“ (Joh 18,36) They have shown forth for all to see that their loss of faith has led to a replacement of the Good News of salvation in Christ with a mandate to build a Utopian society where social justice and peace reign forever. They have forgotten that Christ said we would never attain this outside of His Kingdom, „which is to come“.
What do we as Orthodox Christians do to counteract this insidious loss of traditional, otherworldly Christianity? Surely the answer ist not less fasting, less prayer and less penance. We must rekindle our zeal for Christ. We must give ourselves over to the joy that is ours in living a life in Him.
It is not in the things of the world that we will ultimately find happiness, but in living a life rooted in Jesus Christ.
We have been given a great and holy gift.
[…]
We have in our possession a great pearl. Let it be the inheritance we leave our children and the treasure we share with our neighbors.<< Aus dem Buch "The Morning Offering" von Abt Tryphon, welches aus seinem gleichnamigen Blog entstand, das er weiterführt.

Abt Tryphon beschreibt hier zwar us-amerikanische Zustände, diese lassen sich aber Eins zu Eins auf Deutschland übertragen, wenn man auf die Veröffentlichungen der DBK im Verlauf der letzten Jahrzehnte blickt.

Oktober 18, 2019   No Comments

Kulturnation Italien feiert 200 Jahre Gedicht „L’Infinito“ von Giacomo Leopardi

Während im neobarbarischen Ex-Land der Dichter und Denker auf Druck einer Generation, die jedwedes Gespür für Poetik und jeden Sinn für alle Schönheit dieser Welt mittels ihres vernagelten ideologischen Denkens verloren hat in protofaschistischer Manier Gedichte an Hausfassaden überstrichen werden, feiert Italien in diesem Jahr ein Poem, das so bedeutend insbesondere auch für die europäische Literatur war, dass es sogar von Rainer Maria Rilke und Anna Achmatova ins Deutsche respektive Russische übertragen wurde.

Wir reden von L’Infinito – Die Unendlichkeit. Giacomo Leopardi hat dieses lyrische Stück in vierzehn Versen ohne Reime – was an sich eine Revolution darstellte – auf einem Hügel mit Blick auf die Weite des Adriatischen Meeres in seinem Geburtsort Recanati bei Loreto, südlich des Monte Conero, der oben in der Bildleiste zu bewundern ist, ersonnen.

Und so wurde vor zwei Tagen, auch in Form eines modernen „flashmobs“, dieses lyrische Stück auf der Piazza in Recanati gemeinschaftlich rezitiert und gefeiert. Nebenzu aber auch in ganz Italien in den Schulen mit Begeisterung wiedergelesen und gebührend gewürdigt, von Ministern wie von Schülern, Studenten, Dozenten und Lehrern.
Diese Tatsache erscheint mir einer Meldung wert.

Untenstehend das italienische Original, die Übertragung von Rilke und die russische Version von Achmatova als Bilddatei, weil mir das Abtippen mit der kyrillischen Tastatur zu mühselig war.

Sempre caro mi fu quest’ermo colle,
E questa siepe, che da tanta parte
Dell’ultimo orizzonte il guardo esclude.
Ma sedendo e mirando, interminati
Spazi di là da quella, e sovrumani
Silenzi, e profondissima quïete
Io nel pensier mi fingo, ove per poco
Il cor non si spaura. E come il vento
Odo stormir tra queste piante, io quello
Infinito silenzio a questa voce
Vo comparando: e mi sovvien l’eterno,
E le morte stagioni, e la presente
E viva, e il suon di lei. Così tra questa
Immensità s’annega il pensier mio:
E il naufragar m’è dolce in questo mare.

Rainer Maria Rilke:

Immer lieb war mir dieser einsame
Hügel und das Gehölz, das fast ringsum
ausschließt vom fernen Aufruhn der Himmel
den Blick. Sitzend und schauend bild ich unendliche
Räume jenseits mir ein und mehr als
menschliches Schweigen und Ruhe vom Grunde der Ruh.
Und über ein Kleines geht mein Herz ganz ohne
Furcht damit um. Und wenn in dem Buschwerk
aufrauscht der Wind, so überkommt es mich, dass ich
dieses Lautsein vergleiche mit jener endlosen Stillheit.
Und mir fällt das Ewige ein
und daneben die alten Jahreszeiten und diese
daseiende Zeit, die lebendige, tönende. Also
sinkt der Gedanke mir weg ins Übermaß. Unter-
gehen in diesem Meer ist inniger Schiffbruch.

Anna Achmatova: Besskonetschnost‘

Mai 30, 2019   1 Comment

No pasaran! oder Die Diktatur der Maschinen

Ein guter Freund von mir spricht schon seit ein paar Jahren mit „Siri“, dieser Sprachanwendung seines geliebten iPhones. Vor einem Jahr war ich zu Gast bei einem alten Bekannten, bemerkte, dass er eine „Alexa“Säule neben dem Tisch stehen hatte, an dem wir uns unbeschwert unterhielten und auch politische Diskussionen führten. Ich bestand darauf, dass er den Stöpsel bei seiner „Alexa“ zieht – vermutlich war es aber schon zu spät.
Nebenzu bemerkt gehöre ich auch zu den Menschen, die ihre Webcam am Notebook verkleben, auch wenn das ein wenig paranoid klingen mag.
Ich proklamiere schon seit etlichen Jahren, dass ich _nicht_ mit Maschinen spreche und auch nicht vorhabe, das jemals zu tun. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass man nicht mit Maschinen sprechen sollte. Dafür gibt es eigentlich keinen rationalen Grund. Aber: Menschen sollen nicht mit Maschinen sprechen. Ausrufezeichen.

Vor einiger Zeit erwarb ich eine „moderne“ vollautomatische Kaffeemaschine einer deutschen Marke. Das Angebot war günstig, die Maschine gebraucht und generalüberholt. Sie begrüßt mich jeden Morgen mit der Anzeige „Herzlich Willkommen!“ und Datum und Uhrzeit. Das ist hinnehmbar, wenngleich auch schon leicht übergriffig. Ich möchte schließlich einfach nur einen Kaffee aufgebrüht bekommen und keine weiteren Informationen egal in welcher Hinsicht. Wenn ihr Satzbehälter voll ist oder sie der Meinung ist, er wäre voll, was sie häufig ist, da sich natürlich der Kaffeesatz genau an der Stelle ihrer Messplatine stapelt, das Schiff aber ansonsten leer ist, befiehlt sie mir: „Satzbehälter leeren“. Ich ziehe das Ding raus, schüttele den wenigen Satz nach weiter hinten, wo noch leer ist und schiebe es dann wieder ein. So habe ich es bei meiner alten Saeco auch gemacht. Nur, dass die alte Saeco mir hinterher nicht die Frage via Display stellte: „Satzbehälter geleert?“ und ich eingeben musste: „Ja“ oder „Nein“. Im Ende läuft es darauf hinaus, dass ich meine neue Kaffeemaschine – natürlich deutscher Provinienz – regelmäßig belüge, indem ich antworte, dass ich geleert hätte, aber in Wirklichkeit habe ich den Mist nur nach hinten geschüttelt, damit ihre Messplatine nicht mehr anschlägt.
Ich bin ein hochsensibler Mensch. Natürlich ist das dann die Ursache dafür, mich regelmäßig schlecht zu fühlen: „Ich habe meine Kaffeemaschine angelogen“. Ein unerfreulicher Zustand für mein Seelenleben.
Gestern erwarb ich einen dieser neuen Drucker, die ans Internet angeschlossen sind. Im Grunde benötigte ich einfach nur eine neue Patrone für meinen uralten All in One Drucker. Aber die Patrone für den alten hätte mehr gekostet als der neue Drucker, der auch noch zwei Patronen im Karton mit dabei hatte.
„Consumismo“, merkte mein italienischer Fachhändler lakonisch dazu an, als ich diesen Zustand beklagte. Die Italiener können ja aus jedem Scheißzustand eine Ein-Wort-Beschreibung mit wunderschön vielen Vokalen bilden.
Heute habe ich ihn installiert. Ich rede jetzt mal gar nicht davon, dass ich die Postleitzahl seines Standortes angeben sollte und sich das Teil auch noch via Internet automatisch mit meinem Router verbinden konnte, ohne dass ich dessen Passwort manuell eingeben musste etcpepe.
Jetzt druckte er als erstes mal eine Kalibrierungsseite, die ich einscannen sollte. OK.
Dann kam die Message via Minibildschirm, ich müsse diese Seite nun wieder entfernen und entweder wiederverwenden oder recyceln. So mein neuer Domina-Drucker. Ich werde ihn Greta nennen.
Und die Kalibrierungsseite klimaschädlich anzünden und verbrennen.

Mai 25, 2019   No Comments

George Bernanos: Tagebuch eines Landpfarrers

“Die Soldaten von damals gehörten nämlich der Christenheit an, und die Christenheit gehört heute keinem mehr. Es gibt keine mehr, es wird nie mehr eine Christenheit geben.”
“Warum?”
“Weil es keine Soldaten mehr gibt. Ohne Soldaten keine Christenheit. Oh, Sie werden mir erwidern, die Kirche lebt noch, und das sei die Hauptsache. Sehr richtig. Nur wird es kein Reich Christi in der Zeitlichkeit mehr geben. Die Hoffnung auf dieses Reich ist mit uns gestorben.”
“Mit Ihnen?” rief ich aus. “Es fehlt doch nicht an Soldaten.”
“Soldaten? Nennen Sie das ruhig Militär. Der letzte echte Soldat ist am 30. Mai 1431 gestorben, und ihr habt ihn umgebracht. Gerade ihr! Schlimmer noch als umgebracht, ihr habt ihn verurteilt, ausgestoßen und dann verbrannt!”
“Wir haben ihn aber auch zur Heiligen erhöht!”
“Sagen Sie lieber: Gott hat es so gewollt. Und wenn er diesen Soldaten so hoch erhoben hat, dann eben deshalb, weil es der letzte war. Der letzte eines so edeln Geschlechts konnte nur ein Heiliger sein. Und Gott hat sogar gewollt, dass es eine Heilige war. “

April 29, 2019   No Comments