Journalistin und Autorin

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Category — Europa wohin?

Ich bekenne mich schuldig.

Ich habe heute im Gottesdienst zur Mariä Verkündigung gesungen. Mit Maske. Vor und hinter mir waren Menschpersonen. In drei Meter Abstand Luftlinie. Ich habe auch nicht wirklich gesungen, weil ich gar nicht singen kann. Und meist auch keine Lust habe zum Singen.
Wenn man es mir aber verbietet, starte ich hin und wieder auch mal Versuche, etwas zu intonieren. Streng genommen ist es nicht gesungen, sondern eher halt so intoniert.
Genau wie an Weihnachten. Da habe ich tapfer unter der Maske und mit beginnender Atemnot „O Du fröhliche“ intoniert.
Über den Unterschied zwischen Gesang und Intonation, darüber ein Urteil zu fällen, überlasse ich der Gerichtsbarkeit des New Reset und dem Urteil der veröffentlichten Meinung.

März 25, 2021   No Comments

Mandelblüte an der Südlichen Weinstraße 2021

Das Bild wurde bereits vor zehn Tagen aufgenommen.
Der März ist traditionell der Startschuss der Saison und bietet bereits das erste touristische Highlight der Südpfalz – nämlich über 70 Kilometer zartrose blühende Mandelbäume entlang der Weinstraße. Es ist jedes Jahr ein erhebender Anblick – ringsum noch kein Grün, bis auf ein wenig Weißdorn oder ein paar Frühblüher – und dann dieses rosa Blütenmeer. So müssen sich Japaner beim Kirschblütenfest fühlen.
Auch ich habe kürzlich geschaut, wie weit es schon ist mit der Blüte. Aber ganz ehrlich, wenn man halt nirgendwo einkehren kann ist die Pallz zwar immer noch schön, aber es fehlt halt was Entscheidendes.
Zudem halten die Menschen es kaum noch aus. Auch hartgesottene und weniger sensible Gemüter als ich bekommen es an die Nerven. Es ist doch kein Dauerzustand immer nur zu schauen, wo es noch schlechter geht – nach Italien zum Beispiel, die stehen erneut vor dem totalen lockdown. Ansonsten geht es ja übrigens überall besser, jedenfalls mit der Impferei.

März 15, 2021   No Comments

Der Fehler des Westens – Alexander Solshenizyn

„Die westliche Welt steht vor dem Scheideweg. Im Laufe der nächsten Jahre könnte sie die bestehende Zivilisation aufs Spiel setzen, aus der sie hervorgegangen ist. Und ich glaube, dass sie sich dessen nicht bewusst ist. Die Zeit hat Euren Freiheitsbegriff korrumpiert. Ihr habt zwar das Wort behalten, doch es mit einem neuen Inhalt versehen. Das Wesen der Freiheit kennt Ihr nicht mehr. Als Europa ungefähr im 18. Jahrhundert die Freiheit erlangte, war dieses Wort heilig. Freiheit führte zu Heldentum und Tugend. Das habt Ihr vergessen. Für uns ist diese Freiheit immer noch eine Flamme, die unsere Nacht erhellt, doch bei Euch ist sie zu einer verkümmerten, teilweise geradezu ernüchternden Wirklichkeit geworden. Sie ist voller Kitsch und Überfluss, eigentlich eine Leere. Für diesen Schatten der eigentlichen Freiheit könnt Ihr keine Opfer bringen, bestenfalls noch Kompromisse eingehen (…)
Ihr meint, die Demokratien seien von Dauer. Aber Ihr habt keine Ahnung. Wichtiger als die Politik ist die innere Einstellung. Wenn die Herrscher des Ostblocks in Euch auch nur den kleinsten Funken, den mindesten schöpferischen Lebensschwung sehen könnten, um die Freiheit in Euch zu behalten und in die Tat umzusetzen, wenn sie erkennen könnten, dass Ihr bereit seid, für sie Euer Leben zu opfern, dann würden sie sofort klein beigeben. Der Krieg spielt sich nicht zwischen ihnen und Euch ab, sondern zwischen Euch und Euresgleichen. Im Grunde denkt Ihr im Westen, die Freiheit sei ein für alle Mal erreicht, und folglich nehmt Ihr euch heraus, sie zu missachten. Ihr befindet Euch in einer ungeheuerlichen Schlacht, aber Ihr verhaltet Euch wie in einem Tischtennis-Match.“

September 30, 2020   No Comments

Ex oriente lux

September 19, 2020   No Comments

Update #reichtagssturm

Diversen Meldungen auf seriösen Nachrichtenseiten wie zettbe t-online.de und der Tagesspiegel (tongue in cheek) hat eine Heilpraktikerin aus Aachen mit „markanten Dreadlocks“ zum „Sturm“ auf „das Herz“ der „Demokratie“ aufgerufen, nachdem sie zuvor bei der russischen Botschaft darum gebeten hatte, man möge auf „uns“, also die Demonstranten, bitte aufpassen.

Kannste dir nicht ausdenken.

August 31, 2020   No Comments

Der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche hat eine Erklärung zur Hagia Sophia

verfasst. Die Erklärung trägt das Datum vom 16./17. Juli. Übrigens das Datum der Ermordung der Zarenfamilie durch die Bolschewisten (im Jahre 1918)

>>Die Heilige Synode der Russisch en Orthodoxen Kirche bedauert zutiefst die Entscheidung der türkischen Behörden, die Sophienkirche ihres Museumsstatus zu berauben und sie der muslimischen Gemeinschaft zu übergeben.
Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne die Petitionen und die ausdrückliche Position der Vorsteher und Hierarchen der orthodoxen Ortskirchen, der Vertreter ausländischer Staaten, zahlreicher internationaler Öffentlichkeits- und Menschenrechtsorganisationen, Geistlicher verschiedener Konfessionen und religiöser Traditionen zu berücksichtigen. Sie verletzt die religiösen Gefühle von Millionen von Christen auf der ganzen Welt, was dazu führen kann, dass das interreligiöse Gleichgewicht und das Verständnis zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch anderswo gestört wird.
In einer Zeit, in der das Christentum an vielen Orten auf der Welt eine verfolgte Religion ist, in der der Exodus der Christen aus dem Nahen Osten anhält, ist diese Entscheidung der türkischen Behörden besonders schmerzhaft. Das Gotteshaus der Heiligen Sophia wurde zu Ehren Christi, des Erlösers, erbaut und ist in den Köpfen von Millionen von Christen nach wie vor ein Gotteshaus. Für die orthodoxe Kirche hat dieses eine besondere historische und spirituelle Bedeutung.
Wenn wir uns an die brüderlichen Ortskirchen wenden, stellen wir mit besonderer Trauer fest, dass ein so freudloses Ereignis für die Heilige Orthodoxe Kirche heute die orthodoxe Welt ohne echten Zusammenhalt trifft, was eine direkte Folge der antikanonischen Legalisierung des Schismas in der Ukraine war und unsere Fähigkeit schwächte, neuen spirituellen Bedrohungen und zivilisatorischen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Jetzt, im Zeitalter wachsender Christianophobie und zunehmenden Drucks der säkularen Gesellschaft auf die Kirche, ist Einheit noch mehr als zuvor erforderlich. Wir rufen die brüderlichen Ortskirchen auf, im Geist des Friedens und der Liebe zu Christus gemeinsam einen Weg aus der Krise zu suchen.
Wir hoffen, dass die türkischen Behörden die notwendigen Anstrengungen unternehmen werden, um die auf wundersame Weise überlebenden unschätzbaren christlichen Mosaiken zu erhalten und christlichen Pilgern den Zugang zu ihnen zu ermöglichen.
In der Hoffnung auf die weitere Bewahrung und Stärkung des gegenseitigen Respekts und Verständnisses zwischen Gläubigen verschiedener Weltreligionen appellieren wir an die Weltgemeinschaft, alle erdenkliche Hilfe zu leisten, um den besonderen Status der Sophienkirche, der für alle Christen von bleibender Bedeutung ist, zu erhalten.<<

Juli 20, 2020   No Comments

Best of Spe Salvi II

>>Wenn man diese Sätze genau liest und bedenkt [Francis Bacons neue Zuordnung der Wissenschaft zur Praxis, die dem Menschen die seit dem Sündenfall verlorene Herrschaft über die Kreatur wiederherstelle], so erkennt man darin einen bestürzenden Schritt: Die Wiederherstellung dessen, was der Mensch in der Austreibung aus dem Paradies verloren hatte, hatte man bisher vom Glauben an Jesus Christus erwartet, und dies war als „Erlösung“ angesehen worden. Nunr wird diese „Erlösung“, die Wiederherstellung des verlorenen „Paradieses“ nicht mehr vom Glauben erwartet, sondern von dem neu gefundenen Zusammenhang von Wissenschaft und Praxis. Der Glaube wird dabei gar nicht einfach geleugnet, aber auf eine andere Ebene – die des bloß Privaten und Jenseitigen – verlagert und zugleich irgendwie für die Welt unwichtig. Diese programmatische Sicht hat den Weg der Neuzeit bestimmt und bestimmt auch noch immer die Glaubenskrise der Gegenwart, die ganz praktisch vor allem eine Krise der christlichen Hoffnung ist. So erhält denn auch die Hoffnung bei Bacon eine neue Gestalt. Sie heißt nun: Glaube an den Fortschritt. […] Im weiteren Verlauf der Entwicklung des Fortschrittsgedankens bleibt die Freude an den sichtbaren Fortschritten menschlichen Könnens eine fortlaufende Bestätigung des Fortschrittsglaubens als solchem.<< Papst Benedikt XVI - Josef Ratzinger: Enzyklika Spe Salvi

Juni 5, 2020   No Comments

Totensonntag

„In einer Welt, in der die Toten keine Fürsprache haben und in der die Bedeutung des ewigen Lebens unbekannt ist, sind verstorbene vielgeliebte Verwandte oder gute Freunde in dem Moment, in dem sie ihren letzten Atemzug getan haben, ein erbärmliches Aas, das die Vernunft einem sogleich zu vergessen vorschreibt.
Das Elend der Toten in einem Jahrhundert ohne Glauben ist ein Schmerzensgeheimnis, das auf dem Verstand lastet.“

Léon Bloy (1846-1917)

November 24, 2019   No Comments

Vatican-Magazin Ausgabe November 2019

Mit dem dringend nötigen Titelthema „Das Heil kommt von den Juden. Und nicht aus dem Regenwald“.

Einen Einblick in das aktuelle Heft gibt es hier. Das starke Editorial von Guido Horst ist kostenlos einsehbar, wie einige andere ausgewählte Beiträge auch.
In meiner Rubrik „Geistliche Paare“ habe ich Claude de la Colombière und Margareta Maria Alacoque vorgestellt.

November 7, 2019   No Comments

Frei im Herzen – mein Essay über den russischen Religionsphilosophen Nikolai Berdjajew

Oktober 30, 2019   No Comments