Journalistin und Autorin

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Category — Europa wohin?

Gustls Mini-Schutzikone

Seit 1999 trägt ein alter Bekannter meines verstorbenen Vaters einen
Mini-Talisman in seinem Geldbeutel mit herum. Die Mini-Ikone wurde ihm damals anlässlich der Russlandfahrt des Gesangvereins, dem sie beide angehörten, überreicht. Vor zwei Tagen kam er auf mich zu: Du kannst doch Russisch? Ja, sage ich zögernd, da zieht er diese kleine Kostbarkeit aus seinem Geldbeutel, sorgfältig in ein winziges Pergamenttütchen eingehüllt. Ob ich denn übersetzen könne, was drin steht. Kein Problem. Ich will sie nur mit nach Hause nehmen, ganz ohne Wörterbuch geht es dann doch nicht, noch dazu, weil es sich ziemlich eindeutig um Kirchenslawisch, nicht Russisch, handelt.
Auf der Vorderseite befindet sich das Mandylion, im Westen Veronika genannt, also das Schweißtuch mit dem Antlitz Christi darauf, in der Mitte ein sorgfältig gefalteter Zettel, auf dem der gesamte Psalm 90 (91) auf Kirchenslawisch Platz hat und auf dessen Rückseite noch das Orthodoxe Gebet zum Heiligen Kreuz abgedruckt ist. Der hintere Umschlag wird von der Ikone des heiligen Fürsten Alexander geziert. Man sieht auf dem Foto auch sehr schön, wie sorgfältig dort eine Bonsai-Klammer angebracht worden ist, die sich leicht auf- und zubiegen lässt und so das Ganze zusammenhält.



März 19, 2022   No Comments

Heute kam also die Stornierung

meiner bereits im Dezember gebuchten Flussreise von Moskau nach St. Petersburg. Die Buchung dieser Reise war ein weiterer Versuch, die losen Enden in meinem Leben irgendwie zusammenzubringen. Seit ich wieder nach Deutschland zurückgekehrt bin, schließen sich viele Kreise.
Es war ein später Traum, noch einmal nach Russland zurückzukehren, es erneut zu bereisen. Diese Flussfahrt sollte der Anfang sein. Danach stand der Baikalsee auf meinem Zettel. Am liebsten auch noch der Don.
Seit acht Jahren verfolge ich den Krieg zwischen Lugansk und Donezk und der Westukraine. Es kam also nicht allzu überraschend, was in den letzte Tagen passiert ist. Überrascht hat mich lediglich die Vehemenz des russischen Angriffs. Dass es nach der Anerkennung von Lugansk und Donezk durch Russland zum Krieg kommen würde, lag für mich auf der Hand. Allerdings dachte ich da eher noch an so eine Art: Erst Anerkennen, dann russische „Friedenstruppen“ entsenden. Also im Endeffekt ein Kriegsszenario weitergeführt.
Vor einem Jahr sagte ich noch: Erst kommt die Seuche, dann kommt Teuerung und Not, und dann kommt Krieg. Nun gab es diesen Krieg schon lange vor der Seuche, auch wenn alle so überrascht tun, als sei er brandneu.

Ich möchte hier noch auf einen Aufruf der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland, also in Deutschland, hinweisen. Wie ich weiß, sehr gut weiß, gibt es AUCH dort naturgemäß sehr viele ukrainische Priester wie auch Gläubige. Wie ich auch sehr gut weiß, werden auch überall Reliquien von Heiligen aus dem Höhlenkloster in Kiew aufbewahrt und verehrt. Es insofern für alle Orthodoxen , ob ukrainischer oder russischer Abstammung, auch eine Art Angriff auf ihre spirituelle Herzmitte.
Ich weiß auch, dass in der deutschen Öffentlichkeit, womit GEWISSE MEDIENSCHAFFENDE gemeint sind, nun versucht wird, alles anders darzustellen, auszugrenzen, Feindschaft zu schüren. Ich weiß aber auch, dass dies im Falle der Orthodoxie jedenfalls hierzulande, niemals gelingen wird.

Appell der Hierarchen an die Pfarrer und Gemeindemitglieder der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland zur Hilfeleistung für Flüchtlinge aus der Ukraine

März 6, 2022   No Comments

Gebetszettel für den Frieden

Gott des Friedens,

voller Entsetzen hören und sehen wir die Nachrichten aus Osteuropa. Wir beten für die Menschen in der Ukraine, in Russland und in den anderen Konfliktregionen der Erde um den Frieden, den Du den Menschen zugesprochen hast. Wir rufen zu Dir aus unserer Not:

Beschütze alle, deren Leben durch Waffengewalt bedroht ist.

Zeige den Verantwortlichen Weg, die das Leid und die Gewalt stoppen.

Wandle unsere Ohnmacht in Zuwendung und Solidarität mit den Opfern dieses Kireges.

Entfalte in allen Beteiligten und in uns Deinen Geist der Liebe und der Versöhnung, damit wir gemeinsam Werkzeuge Deines Friedens sind, heute und alle Tage unseres Lebens.

Amen.

*liegt derzeit in den Kirchen des Bistums Speyer aus*

März 3, 2022   No Comments

Wir schrieben das Jahr 1985

und die Welt versank in völliger Hysterie. Heute kann sich das niemand mehr vorstellen, der es nicht miterlebt hat. Obwohl. Es hat sich nichts geändert.
Wir hatten Angst vor dem Atomaren Krieg. Und es herrschte – wie heute – Kriegshetze ohne Ende.
Und dann kam Sting. Und er sang endlich, was niemand mehr erwog, niemand mehr sagen durfte, was undenkbar und politisch keinesfalls gewollt war.
Er sang über die Russen und ihre Kinder.
Wir konnten das Lied auswendig und sangen es um Mitternacht, wenn wir betrunken durch die Straßen zogen.
Wir sangen es schräg, in falschen Tönen, aber es hallte aus unseren übervollen Herzen durch die Nacht. Und es war für mich ein Antrieb, nach dem Abitur Slawistik zu studieren.

Februar 16, 2022   No Comments

Ich bekenne mich schuldig.

Ich habe heute im Gottesdienst zur Mariä Verkündigung gesungen. Mit Maske. Vor und hinter mir waren Menschpersonen. In drei Meter Abstand Luftlinie. Ich habe auch nicht wirklich gesungen, weil ich gar nicht singen kann. Und meist auch keine Lust habe zum Singen.
Wenn man es mir aber verbietet, starte ich hin und wieder auch mal Versuche, etwas zu intonieren. Streng genommen ist es nicht gesungen, sondern eher halt so intoniert.
Genau wie an Weihnachten. Da habe ich tapfer unter der Maske und mit beginnender Atemnot „O Du fröhliche“ intoniert.
Über den Unterschied zwischen Gesang und Intonation, darüber ein Urteil zu fällen, überlasse ich der Gerichtsbarkeit des New Reset und dem Urteil der veröffentlichten Meinung.

März 25, 2021   No Comments

Mandelblüte an der Südlichen Weinstraße 2021

Das Bild wurde bereits vor zehn Tagen aufgenommen.
Der März ist traditionell der Startschuss der Saison und bietet bereits das erste touristische Highlight der Südpfalz – nämlich über 70 Kilometer zartrose blühende Mandelbäume entlang der Weinstraße. Es ist jedes Jahr ein erhebender Anblick – ringsum noch kein Grün, bis auf ein wenig Weißdorn oder ein paar Frühblüher – und dann dieses rosa Blütenmeer. So müssen sich Japaner beim Kirschblütenfest fühlen.
Auch ich habe kürzlich geschaut, wie weit es schon ist mit der Blüte. Aber ganz ehrlich, wenn man halt nirgendwo einkehren kann ist die Pallz zwar immer noch schön, aber es fehlt halt was Entscheidendes.
Zudem halten die Menschen es kaum noch aus. Auch hartgesottene und weniger sensible Gemüter als ich bekommen es an die Nerven. Es ist doch kein Dauerzustand immer nur zu schauen, wo es noch schlechter geht – nach Italien zum Beispiel, die stehen erneut vor dem totalen lockdown. Ansonsten geht es ja übrigens überall besser, jedenfalls mit der Impferei.

März 15, 2021   No Comments

Der Fehler des Westens – Alexander Solshenizyn

„Die westliche Welt steht vor dem Scheideweg. Im Laufe der nächsten Jahre könnte sie die bestehende Zivilisation aufs Spiel setzen, aus der sie hervorgegangen ist. Und ich glaube, dass sie sich dessen nicht bewusst ist. Die Zeit hat Euren Freiheitsbegriff korrumpiert. Ihr habt zwar das Wort behalten, doch es mit einem neuen Inhalt versehen. Das Wesen der Freiheit kennt Ihr nicht mehr. Als Europa ungefähr im 18. Jahrhundert die Freiheit erlangte, war dieses Wort heilig. Freiheit führte zu Heldentum und Tugend. Das habt Ihr vergessen. Für uns ist diese Freiheit immer noch eine Flamme, die unsere Nacht erhellt, doch bei Euch ist sie zu einer verkümmerten, teilweise geradezu ernüchternden Wirklichkeit geworden. Sie ist voller Kitsch und Überfluss, eigentlich eine Leere. Für diesen Schatten der eigentlichen Freiheit könnt Ihr keine Opfer bringen, bestenfalls noch Kompromisse eingehen (…)
Ihr meint, die Demokratien seien von Dauer. Aber Ihr habt keine Ahnung. Wichtiger als die Politik ist die innere Einstellung. Wenn die Herrscher des Ostblocks in Euch auch nur den kleinsten Funken, den mindesten schöpferischen Lebensschwung sehen könnten, um die Freiheit in Euch zu behalten und in die Tat umzusetzen, wenn sie erkennen könnten, dass Ihr bereit seid, für sie Euer Leben zu opfern, dann würden sie sofort klein beigeben. Der Krieg spielt sich nicht zwischen ihnen und Euch ab, sondern zwischen Euch und Euresgleichen. Im Grunde denkt Ihr im Westen, die Freiheit sei ein für alle Mal erreicht, und folglich nehmt Ihr euch heraus, sie zu missachten. Ihr befindet Euch in einer ungeheuerlichen Schlacht, aber Ihr verhaltet Euch wie in einem Tischtennis-Match.“

September 30, 2020   No Comments

Ex oriente lux

September 19, 2020   No Comments

Update #reichtagssturm

Diversen Meldungen auf seriösen Nachrichtenseiten wie zettbe t-online.de und der Tagesspiegel (tongue in cheek) hat eine Heilpraktikerin aus Aachen mit „markanten Dreadlocks“ zum „Sturm“ auf „das Herz“ der „Demokratie“ aufgerufen, nachdem sie zuvor bei der russischen Botschaft darum gebeten hatte, man möge auf „uns“, also die Demonstranten, bitte aufpassen.

Kannste dir nicht ausdenken.

August 31, 2020   No Comments

Der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche hat eine Erklärung zur Hagia Sophia

verfasst. Die Erklärung trägt das Datum vom 16./17. Juli. Übrigens das Datum der Ermordung der Zarenfamilie durch die Bolschewisten (im Jahre 1918)

>>Die Heilige Synode der Russisch en Orthodoxen Kirche bedauert zutiefst die Entscheidung der türkischen Behörden, die Sophienkirche ihres Museumsstatus zu berauben und sie der muslimischen Gemeinschaft zu übergeben.
Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne die Petitionen und die ausdrückliche Position der Vorsteher und Hierarchen der orthodoxen Ortskirchen, der Vertreter ausländischer Staaten, zahlreicher internationaler Öffentlichkeits- und Menschenrechtsorganisationen, Geistlicher verschiedener Konfessionen und religiöser Traditionen zu berücksichtigen. Sie verletzt die religiösen Gefühle von Millionen von Christen auf der ganzen Welt, was dazu führen kann, dass das interreligiöse Gleichgewicht und das Verständnis zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch anderswo gestört wird.
In einer Zeit, in der das Christentum an vielen Orten auf der Welt eine verfolgte Religion ist, in der der Exodus der Christen aus dem Nahen Osten anhält, ist diese Entscheidung der türkischen Behörden besonders schmerzhaft. Das Gotteshaus der Heiligen Sophia wurde zu Ehren Christi, des Erlösers, erbaut und ist in den Köpfen von Millionen von Christen nach wie vor ein Gotteshaus. Für die orthodoxe Kirche hat dieses eine besondere historische und spirituelle Bedeutung.
Wenn wir uns an die brüderlichen Ortskirchen wenden, stellen wir mit besonderer Trauer fest, dass ein so freudloses Ereignis für die Heilige Orthodoxe Kirche heute die orthodoxe Welt ohne echten Zusammenhalt trifft, was eine direkte Folge der antikanonischen Legalisierung des Schismas in der Ukraine war und unsere Fähigkeit schwächte, neuen spirituellen Bedrohungen und zivilisatorischen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Jetzt, im Zeitalter wachsender Christianophobie und zunehmenden Drucks der säkularen Gesellschaft auf die Kirche, ist Einheit noch mehr als zuvor erforderlich. Wir rufen die brüderlichen Ortskirchen auf, im Geist des Friedens und der Liebe zu Christus gemeinsam einen Weg aus der Krise zu suchen.
Wir hoffen, dass die türkischen Behörden die notwendigen Anstrengungen unternehmen werden, um die auf wundersame Weise überlebenden unschätzbaren christlichen Mosaiken zu erhalten und christlichen Pilgern den Zugang zu ihnen zu ermöglichen.
In der Hoffnung auf die weitere Bewahrung und Stärkung des gegenseitigen Respekts und Verständnisses zwischen Gläubigen verschiedener Weltreligionen appellieren wir an die Weltgemeinschaft, alle erdenkliche Hilfe zu leisten, um den besonderen Status der Sophienkirche, der für alle Christen von bleibender Bedeutung ist, zu erhalten.<<

Juli 20, 2020   No Comments