Journalistin und Autorin

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Category — Orthodoxe Kirchen

Russische Gottesnarren

Hier also mein Essay im Feuilleton der Tagespost über die russischen Gottesnarren.

Mai 2, 2021   No Comments

Vorab online: Nachruf auf Prinz Philip von Stefan Meetschen und mir

Der ganze Beitrag findet sich dann in der Printausgabe der Tagespost.

Online als Vorschau schon hier.

Und noch eine Vorankündigung: Im Feuilleton wird voraussichtlich nächste Woche mein Essay über die russischen Gottesnarren erscheinen, wie sie von Puschkin, Dostojewski und Tolstoi meisterlich verewigt worden sind.

April 14, 2021   No Comments

Das Herzensgebet

„Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich mir Sünder“ – so lautet der Text einer uralten Gebetsformel, zu russisch „Jesusgebet“ genannt“, im Deutschen eher geläufig als „Herzensgebet“. Es wird an einer Gebetsschnur gebetet und ist der „Rosenkranz“ der orthodoxen Kirche. Es mag einem Mönch oder einer Nonne aufgetragen sein, täglich 1000 Mal diese Gebetsformel zu wiederholen. In der deutschen Sprache ziehe ich die Bitte „Mein Jesus Barmherzigkeit!“ eigentlich vor, da es mir nicht so umständlich erscheint. Aber das ist alles Ansichtssache.
Da ich gerade eine Walaam-Phase habe, habe ich natürlich auf Youtube auch das Jesusgebet vertont gefunden, das EINTAUSENDMAL gesungen wiederholt wird. Es gehen mir leider langsam die Worte aus, um das zu beschreiben, was passiert, wenn man sich das – ob konzentriert oder nebenher – in ganzer Länge anhört.

September 30, 2020   1 Comment

Mickey Rourke, der heilige Nektarios und ein Marienhymnus

In meinem nächsten Beitrag für „Die Tagespost“ bringe ich Mickey Rourke und den heiligen Nektarios zusammen, einen sehr beliebten orthodoxen Heiligen des 20. Jahrhunderts, der auch Autor eines Marienhymnus ist, welcher in der orthodoxen Kirche circa den Stellenwert der Lauretanischen Litanei bei uns einnimmt. Das „Agni Parthene“ – und ich war dabei – erklang tatsächlich auch einmal vor der Schwarzen Madonna von Loreto. Ich erinnere mich noch, es war eine Pilgergruppe von Russinnen mit ihrem Priester, sie standen versammelt im Heiligen Haus (das eher ein Heiliges Häuschen ist) und sangen glockenklar und überirdisch diese Hymne. Ich habe sie unten eingefügt, gesungen von Männerstimmen, aber trotzdem mit Gänsehautgarantie.

O reine Jungfrau, Herrscherin
Gebärerin Gott Sohnes
Freue dich, unvermählte Braut
O Jungfrau, Mutter, Königin
und Zierde seines Thrones

(Über das Männerkloster Walaam gibt es übrigens eine hervorragende ARTE-Doku, ebenfalls auf You Tube).

September 27, 2020   No Comments

Der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche hat eine Erklärung zur Hagia Sophia

verfasst. Die Erklärung trägt das Datum vom 16./17. Juli. Übrigens das Datum der Ermordung der Zarenfamilie durch die Bolschewisten (im Jahre 1918)

>>Die Heilige Synode der Russisch en Orthodoxen Kirche bedauert zutiefst die Entscheidung der türkischen Behörden, die Sophienkirche ihres Museumsstatus zu berauben und sie der muslimischen Gemeinschaft zu übergeben.
Diese Entscheidung wurde getroffen, ohne die Petitionen und die ausdrückliche Position der Vorsteher und Hierarchen der orthodoxen Ortskirchen, der Vertreter ausländischer Staaten, zahlreicher internationaler Öffentlichkeits- und Menschenrechtsorganisationen, Geistlicher verschiedener Konfessionen und religiöser Traditionen zu berücksichtigen. Sie verletzt die religiösen Gefühle von Millionen von Christen auf der ganzen Welt, was dazu führen kann, dass das interreligiöse Gleichgewicht und das Verständnis zwischen Christen und Muslimen nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch anderswo gestört wird.
In einer Zeit, in der das Christentum an vielen Orten auf der Welt eine verfolgte Religion ist, in der der Exodus der Christen aus dem Nahen Osten anhält, ist diese Entscheidung der türkischen Behörden besonders schmerzhaft. Das Gotteshaus der Heiligen Sophia wurde zu Ehren Christi, des Erlösers, erbaut und ist in den Köpfen von Millionen von Christen nach wie vor ein Gotteshaus. Für die orthodoxe Kirche hat dieses eine besondere historische und spirituelle Bedeutung.
Wenn wir uns an die brüderlichen Ortskirchen wenden, stellen wir mit besonderer Trauer fest, dass ein so freudloses Ereignis für die Heilige Orthodoxe Kirche heute die orthodoxe Welt ohne echten Zusammenhalt trifft, was eine direkte Folge der antikanonischen Legalisierung des Schismas in der Ukraine war und unsere Fähigkeit schwächte, neuen spirituellen Bedrohungen und zivilisatorischen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Jetzt, im Zeitalter wachsender Christianophobie und zunehmenden Drucks der säkularen Gesellschaft auf die Kirche, ist Einheit noch mehr als zuvor erforderlich. Wir rufen die brüderlichen Ortskirchen auf, im Geist des Friedens und der Liebe zu Christus gemeinsam einen Weg aus der Krise zu suchen.
Wir hoffen, dass die türkischen Behörden die notwendigen Anstrengungen unternehmen werden, um die auf wundersame Weise überlebenden unschätzbaren christlichen Mosaiken zu erhalten und christlichen Pilgern den Zugang zu ihnen zu ermöglichen.
In der Hoffnung auf die weitere Bewahrung und Stärkung des gegenseitigen Respekts und Verständnisses zwischen Gläubigen verschiedener Weltreligionen appellieren wir an die Weltgemeinschaft, alle erdenkliche Hilfe zu leisten, um den besonderen Status der Sophienkirche, der für alle Christen von bleibender Bedeutung ist, zu erhalten.<<

Juli 20, 2020   No Comments

Die gesunde Seele – Übersetzung eines Blogbeitrags von Vater Tryphon

>>Jeder Tag bringt uns neue Herausforderungen zur Gesundheit unserer Seele. Die Momente, wenn ein Familienmitglied oder Arbeitskollege eine Bemerkung macht, die dich einfach nur verärgern soll, das sind die Momente in denen du dein Herz beschützen musst. Wenn diejenigen in deiner Umgebung klatschen und tratschen über einen Abwesenden, dann ist das deine Gelegenheit, zu schweigen und dich nicht daran zu beteiligen. Der Autofahrer, der dich auf der Autobahn geschnitten hat; die Frau, die hinter dir in der Checkout-Schlange am Flughafen drängelt, der unhöfliche Nachbar; das sind Momente in deinem Leben, in denen du die Kontrolle zurückerlangen und deine Spiritualität stärker wachsen lassen kannst.

Wenn Prüfungen und Versuchungen auf ein friederfülltes Herz treffen, fördern sie Heilung und machen die Seele so viel stärker und gesünder. Auf sie zu reagieren ergibt nichts weiter als eine Lähmung der Seele, Reaktionen fesseln uns an unsere gefallene Natur. Alle Versuchungen mit einem friedvollen Herzen annehmen und nicht auf äußere negative Reize zu reagieren, hilft dir dabei, dich für die nächste Runde an Prüfungen und Versuchungen vorzubereiten. So wirst du ganz allmählich und Schritt für Schritt erleben, dass der Frieden Jesu dich in jeder Sekunde des Tages erfüllt und dir einen frohen Geist und ein friedvolles Herz schenken wird.

Mit Liebe in Christo,
Abt Tryphon.
<< Nachbemerkung von mir: Mein heutiger negativer Stimulus war die Nachricht, dass die ehemalige Hauptkirche der frühen Christenheit zu einer Moschee umgewandelt werden und dort am 24. Juli das erste Freitagsgebet abgehalten werden soll. Wie ich so vor mich hin ergrimme, klicke ich auf meine derzeitige Lieblingsseite, die von Abt Tryphon. Und lese diesen Impuls von heute. Und passenderweise hat er ihn, und das war vermutlich reiner Zufall und schiere Koinzidenz, mit einem Foto bebildert, wie orthodoxe junge Männer ihr Retreat in seinem Kloster mit dem Hissen der byzantinischen Fahne begonnen haben. Gott hat einen sehr wundervollen, sehr feinen Humor. Es ist wirklich an uns, ihn zu ergründen, anstatt uns über unsere Emotionen und Ressentiments den sauberen Blickwinkel zu verbauen. Und letztlich ist das Osmanische Reiche ja auch einstmals untergegangen. Erdogans Zeit wird auch irgendwann vorüber sein. What comes up, must come down.

Juli 11, 2020   No Comments

Abt Tryphons „The Morning Offering“

Seit ich ihn entdeckt habe, vor fast eineinhalb Jahren, lese ich, wann immer ich kann, morgens nach meinen Gebeten als einen Impuls den neuen Beitrag in Abt Tryphons Blog „The Morning Offering“. Es ist ein orthodoxes englischsprachiges Blog, aber ich lese als römisch-Katholische mit stets neuem Gewinn. Außerdem schmückt er jeden Beitrag mit wunderschönen, idyllischen Bildern seines Klosters bei Washington.

Als ich mich noch nicht so intensiv mit der Orthodoxie beschäftigte, jetzt aber immer mehr auch im beruflichen Rahmen, ging ich eigentlich davon aus, das einzige, was uns, jedenfalls auf der rein theologisch-doktrinellen Ebene trennte, sei das Filioque.

Dem ist aber nicht so. Heute lese ich bei Vater Tryphon, dass die Orthodoxie das Konzept der Erbsünde nicht kennt (sowieso ein bisschen schwere Materie):

>>Although we do not refer to ourselves as “saved”, as do Evangelical Christians, we nevertheless believe that we are in need of salvation. (We believe salvation is a process.) Our understanding of sin in an ancestral way, which is distinct from the concept of original sin and the hereditary guilt that required, consequently, a substitutionary atonement-type of sacrifice, separates us doctrinally from Western Christianity.

Had there not been a fall, the Second Person of the Holy Trinity, the Logos (Word) would still have incarnated into the flesh and taken on our nature. For it is by this condescension by our Creator God to take on the nature of that which He created that we are given the opportunity of being deified (Saint Paul said we shall become as gods).<< Ich fand das eine äußerst interessante Aussage, obwohl ich dachte, die Erbsünde verstanden zu haben, finde ich es doch spannend, dass es noch ein anderes, altes Konzept dazu gibt, das sich als "sin in an ancestral way" umschreiben lässt. Hier zum Eintrag bei Abt Tryphon.

Juni 13, 2020   No Comments

Glauben aus dem Herzen – Eine Einführung in die Orthodoxie

>> Es besteht keine grundsätzliche Trennung zwischen dem Sakralen und dem Profanen, dem Ewigen und dem Vorläufigen, dem Himmlischen und dem Irdischen. Sie berühren sich und existieren miteinander. Die einzige Trennung ist die zwischen dem unerschaffenen Gott und der geschaffenen Welt. Auch diese wird, ohne aufgehoben zu werden, durch die Teilhabe der geschaffenen Welt an den unerschaffenen Energien Gottes überbrückt. Damit wird die Welt geheiligt und in eine neue Schöpfung verwandelt, worin sich alles verbindet und harmonisch zusammenwirkt. Die Gegensätze zwischen dem Natürlichen und dem Übernatürlichen, dem Vorläufigen und Ewigen, dem Leben und dem Tode werden aufgehoben. Die Natur wird durch die Gnade verklärt. Das Vorläufige nimmt am Ewigen teil. Das Sterbliche wird zum Unsterblichen und der Tod wird überwunden. Das Wunder befindet sich weder außerhalb des alltäglichen Lebens noch wird es durch die Methode der Entmythologisierung beseitigt. Das ganze Leben der Kirche beruht auf dem Wunder, ja es ist von jeher selbst eines. Die Vereinigung des Gläubigen mit Christus, die sich in dem Mysterium der heiligen Liturgie vollzieht, ist kein Symbol, sondern sie ist wirklich. Der Mensch partizipiert an der Gnade Gottes und wird Teilhaber an seinem Reich, und das Reich Gottes existiert mitten in dieser Welt, ohne mit ihr identisch zu sein. Dieses gegenwärtige Leben ist eine Vorwegnahme des Zukünftigen, und das Zukünftige ist eine Vollendung des Gegenwärtigen. << Aus dem Kapitel: Zum Begriff der Orthodoxie von Georg Mantzaridis

Juni 4, 2020   No Comments

Neue Arbeiten von mir

Vergangene Woche erschien aktuell in der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ ein Stück von mir über die Initiative „Beten für Bischöfe“, die derzeit immer weitere Kreise zieht.

Im Vatican-Magazin Ausgabe Juni/Juli 2020 habe ich über das geistliche Paar David und Abigajil in der gleichnamigen Rubrik geschrieben. Außerdem wird ein Essay von mir kommen über Leo Graf Tolstoi und eine ganze Schule von Religionsphilosophen, die sich ihm entgegenstellten – allen voran der auch im Westen durch seine „Kurze Erzählung vom Antichristen“ gut bekannte Philosoph und Dichter Wladimir Solowjow [Solov’ev].
Update: Der Essay zu Tolstois Gegnern wird nun erst im Heft August-September 20 erscheinen.

Mai 23, 2020   No Comments

Online-Messen

Neben der Möglichkeit, den youTube-Kanal aus Altötting zu verfolgen und so die Heiligen Messen aus der Gnadenkapelle live mitzufeiern oder um 15 Uhr den Rosenkranz zu beten, gibt es auch noch die Möglichkeit, den Livestream der Heiligen Messe aus dem westpfälzischen „Altötting“ – nämlich dem wundervollen Wallfahrtsort Maria Rosenberg, den ich ebenfalls schon im Vatican-Magazin als Heiligtum der besonderen Art vorgestellt hatte – , täglich um 10 Uhr zu verfolgen.
Es zelebriert ein guter und lieber Bekannter, Hochwürden Pfarrer Volker Sehy.

Ganz wichtig (nicht nur) für unsere orthodoxen Geschwister: Die Nonnen vom Kloster der heiligen Großfürstin Elisabeth in Buchendorf, bei denen ich letztes Jahr zu Gast sein durfte, übertragen jetzt sämtliche Gebete sowie die Göttliche Liturgie ebenfalls live:

Die Gottesdienste werden online übertragen auf https://www.facebook.com/Orthodoxes.Frauenkloster.

Nächste Übertragungen der Klostergottesdienste:

Sa, 04.04.20, 04.00: Morgengottesdienst mit Akathistos-Hymnos an die Allhl. Gottesgebärerin •
Stundenlesungen, Göttliche Liturgie

Sa, 04.04.20, 17.00: Vigil zum 5. Fastensonntag: Ged. der hl. Maria von Ägypten

So, 05.04.20, 06.40: Stundenlesungen, Göttliche Liturgie

Mo, 06.04.20, 17.00: Vigil zum Fest der Verkündigung an die Allhl. Gottesgebärerin

Di, 07.04.20, 08.00: Stundenlesungen, Typika, Abendgottesdienst mit Hl. Liturgie zum Fest

Weitere Infos auf der Internetseite des Klosters

April 3, 2020   No Comments