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Category — Allgemein

Kein Traum – Maria Magdalena geht in der Frühe am Ostersonntag zum Grab ihres Meisters

In meinem mystischen Krimi „Das Farnese Komplott“ gibt es zwei Handlungsebenen – eine, die in der Gegenwart in Rom und Vatikanstadt und eine zweite, die in der Vergangenheit angesiedelt ist.

Ostern ist ein guter Anlass, um das erste Kapitel der historischen Handlungsebene in meinem Roman vorzustellen, für diejenigen, die das Buch vielleicht noch nicht kennen.
Der Einfachheit halber habe ich die Seiten abfotografiert.

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April 5, 2021   1 Comment

Der Traum der Claudia Procula

Lektüre für die Karwoche – im Evangelium nach Matthäus steht ein einziger Vers, der auf die Frau des Pilatus hinweist. Sowohl auf ihre Existenz als auch auf den schlechten Traum, den sie wegen des bevorstehenden Prozesses gegen den Delinquenten Jesus von Nazareth hatte.
Vor einem Jahr erschien in der Osterausgabe des Vatican-Magazins zum selben Thema dieser Artikel über Claudia Procula – die Frau des Pontius Pilatus:

>> Ohne ihn gäbe es kein Ostern, keine Kreuzigung und keine Auferstehung. Gemeint ist Pontius Pilatus, der Statthalter von Judäa, der innerhalb des österlichen Geschehens, des Leidens Christi und seinen Tod am Kreuz eine zentrale Rolle spielte. Doch welche war die genau? War er ein Werkzeug Gottes? Oder schlicht ein politischer Opportunist als Vertreter der kaiserlichen Macht in einem winzigen Landstrich der Levante, bewohnt von einem eigenwilligen und zuweilen grausam eifernden Volk, dessen Gebaren ihn als römischer Soldat des öfteren befremdet haben mag? Das Verwaltungsgebiet Judäa, welches damals neben Judäa zudem noch aus Samaria und Idumäa im Süden zwischen Mittelmeer und Totem Meer bestand, war beinahe deckungsgleich mit dem Gebiet, in dem Jesus Christus umherwanderte, verkündete und Wundertaten vollbrachte.
Womöglich ist der Statthalter von Judäa aber auch ein beherzter Mann gewesen, der in dem diplomatischen Rahmen, in dem er eingebunden war, seinen Spielraum auszunutzen wusste, um alles zu versuchen, was von seiner Seite aus möglich war, um das Leben Jesu doch noch zu retten: Etwa als er die Menge befragt, welchen Verbrecher er freilassen solle, wozu das Matthäusevangelium eigens anmerkt: „Er wusste nämlich, dass man Jesus nur aus Neid an ihn ausgeliefert hatte“ (Mt 27,18).
Der direkt darauf folgende Vers ist besonders ungewöhnlich und enthält eine wichtige Hintergrundinformation zum Privatleben des Pilatus. Wir kommen gleich noch einmal darauf zurück. Dass die Rolle des Präfekten von Judäa in der Passionsgeschichte Jesu nicht gar so ungnädig beurteilt werden sollte, darauf weist uns insbesondere auch das Evangelium nach Lukas hin, Kapitel 23, 13 bis 16.

Vermutlich stammt Pilatus aus Mittelitalien, den Abruzzen oder auch Umbrien und hatte entweder als Centurio oder als Tribun am Rhein oder an der Donau dem Reich gedient – dies war in den allermeisten Fällen die Voraussetzung, ein Präfektenamt zu erhalten. Tacitus bezeichnet Pilatus zwar – um das Jahr 100 – als Prokurator, doch tatsächlich hatte er das Amt des Statthalters, also des Präfekten, mit Amtssitz in Caesarea und als Oberbefehlshaber von etwa 3.500 Soldaten der Kavallerie und Infanterie seit dem Jahre 26 bis zum Jahre 37 inne. Er hatte einen Leuchtturm und ein Äquadukt errichten lassen, sorgte sich also um eine gewisse Infrastruktur seines Verwaltungsgebietes. Dass er dazu noch ein Privatleben besaß und verheiratet war, ja seine Frau ihn sogar nach Judäa begleitet hatte, erfahren wir einzig und allein aus einer fast winzigen, aber dafür um so geheimnisvolleren Passage im Matthäusevangelium, die sich nur dort findet: „Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ ihm seine Frau sagen: Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig. Ich hatte seinetwegen heute Nacht einen schrecklichen Traum“ (Mt 27,19).
Mehr erfahren wir nicht: Weder ihren Namen noch den konkreten Inhalt ihres Traumes, in dem es allerdings um Jesus von Nazareth gegangen sein muss. Gerade deshalb aber wurden Schriftsteller und bildende Künstler durch die Jahrhunderte hinweg von diesem einzigen Vers zutiefst inspiriert. Die Überlieferung der kirchlichen Traditionen, vor allem der Ostkirche, kennt sogar den Namen dieser Frau – Claudia Prokula habe sie geheißen, von vornehmer Abkunft sei sie, ja sie sei sogar mit dem damals amtierenden Kaiser Tiberius verwandt gewesen. Die wohl berühmteste Darstellung der von Matthäus geschilderten Szene findet sich auf einem Tafelbild in der Wiener Schottenkirche, das um 1469 entstanden sein soll.

Die Kirchenväter waren sich uneins in der Bewertung dieses – letztlich folgenlosen – Eingriffs einer Frau in das Passionsgeschehen. Johannes Chrysostomus glaubte genau wie Ambrosius von Mailand, oder aber auch in jüngerer Zeit Calvin, daran, dass Claudias Traum von Gott gesandt worden sei. Dagegen waren Beda Venerabilis, Anselm von Laon und auch Martin Luther davon überzeugt, dass er nicht von Gott gekommen sein könne, sondern vom Satan, der das Heilgeschehen habe aufhalten beziehungsweise verhindern wollte – der ewige Feind habe sich eines Weibes bedient, um die Erlösung zu verhindern. Dagegen könnte allerdings sprechen, dass sämtliche Träume, die im Matthäusevangelium erwähnt werden – wie etwa die beiden Träume des heiligen Josef – stets von Gott und seinen Engeln geschickt wurden. Die katholische Schriftstellerin Gertrud von le Fort hat sich von der Überlieferung zu ihrer Erzählung „Die Frau des Pilatus“ inspirieren lassen, in der Claudia Procula durch zahllose sakralen Bauten aller künftigen Jahrhunderte wandert und dabei immer wieder und wieder die Passage aus dem Credo erschallen hört: „Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben“. Zurückgekehrt nach Rom schließt sie sich den Christen an, ihr Mann muss dabei zusehen, wie sie im Circus den Märtyrertod stirbt – letztlich die Bluttaufe erhält.

Es gibt eine weitere literarische Bearbeitung des Traums der Claudia Procula, die nicht ganz so bekannt ist wie die Erzählung der wunderbaren Gertrud von le Fort – dabei mit noch eindrücklicheren Bildern: Sie findet sich in dem Kranz von elf „Christuslegenden“, den uns Selma Lagerlöf, der als erster Frau überhaupt im Jahre 1909 den Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, geflochten hat. Unter diesen hochpoetischen Legenden, die zumeist auf apokryphen Überlieferungen fußen, findet sich auch eine Bearbeitung des Motivs des Schweißtuchs der Veronika mit dem gleichnamigen Titel, das ihre Kollegin von le Fort einige Jahrzehnte später ebenfalls inspiriert hat. Die Greisin Faustina, die mittlerweile fast neunzig Jahre alte, ehemalige Amme des Kaisers Tiberius, ist der einzige verbliebene Mensch, auf den der grausame und hasserfüllt gewordene Mann noch hört, die er liebte wie eine zweite Mutter. Doch nun ist sie in die Sabiner Berge in die Hütte zurückgekehrt, in der sie einst geboren wurde, und somit ist niemand mehr im Palast auf Capri, der ihn noch zurückhalten kann, wenn Misstrauen und Menschenhass ihn überkommen. So schlecht steht es um des Kaisers Seele, dass selbst die Römer aufgegeben haben, für ihn in seinem besonderen kleinen Tempel zu beten. Ein grauenvoller Aussatz habe Tiberius befallen, der ihm die Finger und Zehen verfaulen lasse und ihn völlig entstelle.
Ohne zu zögern und trotz ihres hohen Alters macht sich des Kaisers ehemaliges Kindermädchen auf den Weg nach Jerusalem, um nach dem Propheten aus Nazareth zu suchen, von dem man ihr berichtet hat, dass er mit Gottes Vollmacht Aussätzige von der Krankheit befreien und ihr Aussehen vollständig wiederherstellen kann. Doch sie trifft dort zu spät ein – Jesus Christus befindet sich bereits auf seinem Weg nach Golgatha. Sie kommt hinzu, als er auf der Via Dolorosa fällt und sie trocknet ihm mit ihrem Schleier den Schweiß, wischt notdürftig das Blut aus seinem Antlitz. Sie wird mit diesem Schweißtuch, dem Schleier, der jetzt auf wunderbare Art ein genaues Abbild von Jesus Christus trägt, nach Rom zurückkehren, den Kaiser heilen und auf den Namen Veronika getauft werden. Im letzten Drittel der Erzählung hat Selma Lagerlöf den Traum der Claudia Procula eingefügt und mit dichterischer Einfühlsamkeit beschrieben, was dessen Inhalt gewesen sein könnte: Die junge Frau des römischen Landpflegers Pilatus steht auf dem Dach ihres Hauses und schaut in den Hof hinunter, wo sie alle Kranken, Blinden, Lahmen, Pestkranken, Aussätzigen und Siechen der ganzen Welt versammelt sieht. Sie sprechen zu ihr: „Wir suchen den großen Propheten, den Gott zur Erde hinab gesandt hat. Wo ist der Prophet von Nazareth, er, der über alle Pein Macht hat? Wo ist er, der uns von allen unseren Leiden zu erlösen vermag?“ Claudia hört einen ihrer Sklaven antworten:“Pilatus hat ihn getötet“. Die Kranken heulen und klagen ob dieser Antwort. Claudia ist darüber so verstört, dass sie zu weinen beginnt und davon aufwacht. Als sie wieder einschläft, setzt sich der Traum fort. Diesmal ist der Hof voller Wahnsinniger, Geisteskranker und Besessener. Sie flehen, dass der Prophet von Nazareth ihnen ihren Verstand wiedergeben möge. Doch sie erhalten dieselbe Antwort, reagieren darauf mit einem Geheul wie von wilden Tieren und fangen an, sich selbst zu zerfleischen. Claudia möchte nicht mehr schlafen, aber der unheilvolle Traum setzt sich weiter fort. In der nächsten Sequenz haben sich alle Gefangenen, Zwangsarbeiter in den Bergwerken, Galeerensklaven, zum Tode durch Hinrichtung Verurteilten in ihrem Hof versammelt und flehen darum, dass Jesus ihnen die Freiheit und den Sklaven das Glück wiedergeben möge. Auch ihnen wird beschieden, dass ihr Anliegen unmöglich sei, denn Pilatus habe Jesus getötet, worauf die Gequälten in einen solchen Wutausbruch verfallen, „dass Himmel und Erde erbebten.“ Die verzweifelte Claudia erwacht unter Tränen, kann aber nichts dagegen unternehmen, dass der Schlaf mitsamt der nächsten Traumsequenz sie heimsucht. Diesmal sieht sie auf ihrem Hof alle Menschen, die jemals in Kriegen verwundet und verstümmelt worden waren. Mit offenen, blutenden Wunden stehen sie vor ihr, gemeinsam mit all jenen, die in Kriegen ihre Väter, Söhne, Brüder und Enkel verloren haben. Sie fragen nach jenem Propheten aus Nazareth, der Frieden auf die Erde bringen wird, der die Schwerter zu Sensen und die Speere zu Winzermessern umschmieden wird. Sie erhalten von dem mittlerweile ungeduldig gewordenen Sklaven die selbe Antwort wie alle anderen. Claudia will den Jammer der Menschen nicht mehr mitanhören, stürzt von der Balustrade fort, erwacht zur gleichen Zeit und bemerkt, dass sie vor Angst aus dem Bett gesprungen war. Doch wiederum übermannt sie der Schlaf und es folgt die letzte der schrecklichen Traumsequenzen dieser einen Nacht: Diesmal steht der Kaiser Tiberius selbst vor der Pforte, unmenschlich entstellt und nur an seiner Kleidung und seinem Gefolge zu erkennen. Er bittet – dieses Motiv ist kongruent zur Rahmenerzählung um die kaiserliche Amme Faustina – um Heilung durch den Propheten und Heiler aus Nazareth und verspricht dafür Unmengen von Geschmeide, Schalen mit Perlen und Säcke mit Goldmünzen, die Herrschaft über Judäa, die römische Kaiserherrschaft als sein Adoptivsohn. Doch selbst dem Cäsar Tiberius muss der Sklave der Procula und ihres Mannes, dieses Mal auf Knien, mitteilen, dass Pontius Pilatus ihn getötet habe. Nun erwacht Claudia erneut und erwacht erst am nächsten Tag – dem Tag des Verhörs Jesu und seiner Kreuzigung. Eilends lässt sie eine Botschaft an ihren Mann senden, doch sie kann die Verurteilung Jesu nicht verhindern – Pilatus seinerseits wäscht darauf hin in aller Öffentlichkeit seine Hände, an denen nicht das Blut eines Unschuldigen kleben soll (Mt 27,24).
Von Tertullian, der um 220 gestorben ist, wissen wir, dass Pilatus später Christ wurde, als ein Zeuge der Unschuld Christi. Andere Überlieferungen sprechen von einem Selbstmord in Vienne im Jahr 39. Dass Claudia sich den Christen anschloss und Pontius Pilatus sich später taufen ließ, ist allerdings nicht ganz unwahrscheinlich. Tatsächlich ist zumindest Claudia in den orthodoxen Heiligenkalender aufgenommen worden.

März 31, 2021   No Comments

>>OSTERRUHE<<

Ich glaub es hackt!

März 24, 2021   No Comments

Heilige Josephine Bakhita


Dieser ebenso wundervollen wie außergewöhnlichen Heiligen, derer wir heute gedenken, und ihrem Santuario in Schio, wo sie einfach nur „La nostra Madre Moretta“ genannt wird, habe ich im Vatican Magazin Dezember 2019 einen eigenen Beitrag gewidmet.

Doch zuerst hat unserer Papst em. Benedikt XVI. das Wort:
„Ja, dieser Patron hatte selbst das Schicksal des Geschlagenwerdens auf sich genommen und wartete nun „zur Rechten des Vaters“ auf sie [Josephine]. Nun hatte sie „Hoffnung“ – nicht mehr bloß die kleine Hoffnung, weniger grausame Herren zu finden, sondern die große Hoffnung: Ich bin definitiv geliebt, und was immer mir geschieht – ich werde von dieser Liebe erwartet. Und so ist mein Leben gut. Durch diese Hoffnungserkenntnis war sie „erlöst“, nun keine Sklavin mehr, sondern freies Kind Gottes. Sie verstand, was Paulus sagte, wenn er die Epheser daran erinnerte, daß sie vorher ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt gewesen waren – ohne Hoffnung, weil ohne Gott. So weigerte sie sich, als man sie wieder in den Sudan zurückbringen wollte; sie war nicht bereit, sich von ihrem „Patron“ noch einmal trennen zu lassen.“
Nachzulesen bei kath.net hier.

Und hier mein Text für VM Dezember 2019:

Der Name des norditalienischen Städtchens Schio in der Provinz Vicenza, östlich des Gardasees, ist im deutschsprachigen Raum nur wenig geläufig, obwohl es doch Eingang in die Weltliteratur gefunden hat. An der Fassade eines Hauses ganz in der Nähe des Doms informiert eine Gedenkplakette darüber, dass hier zur Zeit des Ersten Weltkriegs der bedeutende Erzähler und spätere Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway gewohnt hat. Hemingway, damals kaum zwanzig Jahre alt, meldete sich aus reiner Abenteuerlust beim Roten Kreuz an der italienischen Front und war bis zu seiner Verwundung durch eine Granate Sanitätsfahrer. Seine Erlebnisse in Norditalien, wozu auch die unglückliche Liebe zu einer britischen Krankenschwester gehört, hat er gut zehn Jahre danach unter dem Titel „A Farewell to Arms“ – deutscher Titel „In einem anderen Land“ – veröffentlicht. Die Geschichte endet traurig, der gemeinsame Sohn mit der Krankenschwester wird tot geboren und die Geliebte stirbt an ihren inneren Blutungen. „Die Welt zerbricht jeden … die, die nicht zerbrechen wollen, die tötet sie,“ so das Resümee des Ich-Erzählers – dieser Satz deutet bereits auf das traurige Lebensende des Schriftstellers hin. Doch seine Zeit in Schio hat Hemingway sehr genossen. Nach Kriegsende, im Juni des Jahre 1922, kehrte er sogar noch ein Mal zurück. Über Schio und die dortige Osteria „Cantarana“, die er offenbar gerne und oft besuchte, schrieb er: „Da gab es eine Gartenwirtschaft in Schio, deren Mauern von Glyzinien überwachsen waren, wo wir während der warmen Abende Bier tranken, unter einem Mond, der uns bombardierte und alle Arten von Schattenspielen mit der Platane, unter der unser Tisch stand, spielte.“ Wir wissen nicht, um welche Themen es am Biertisch ging, aber es ist gut möglich, dass man dem jungen US-Amerikaner die Geschichte von „La nostra madre moretta“ erzählt, er sie vielleicht sogar einmal selbst gesehen hat, denn Giuseppina Bakhita, ehemalige Sklavin aus dem Sudan, befand sich bereits seit dem Jahr 1902 in dem Städtchen, genauer gesagt lebte sie im dort ansässigen Institut der Canossianerinnen.
„Unsere braune Mutter“ – so nannten die Einwohner von Schio diese charismatische Ordensfrau liebevoll, die ein so schweres Schicksal aus dem fernen Nordostafrika nach Nordostitalien verschlagen hatte; ein Schicksal, das sie persönlich felsenfest als reinen Glücksfall betrachtete, trotz all der bedrückenden Not und dem schweren Leid, das sie hatte durchstehen und ertragen müssen. Denn, davon war sie zutiefst überzeugt: Wäre sie nicht von ihrer Familie losgerissen, von Sklavenhändlern verschleppt und weiterverkauft worden, hätte sie niemals ihren Herrn Jesus und seine von ihr stets geliebte jungfräuliche Mutter kennen gelernt.
„Bakhita“ – dies war der Name, den ihr die Sklavenhändler aufzwangen, er bedeutet „die Glückliche; die vom Glück begünstigte“ in Arabisch. Diese Praxis der Vergabe eines neuen Namens diente dazu, der künftigen Sklavin ihre Herkunft und eigentliche Identität zu nehmen. In Bakhitas Fall ist das vollständig gelungen – sie konnte sich später nicht mehr an ihren eigentlichen Namen und den ihrer Familie erinnern. Vermutlich im Jahre 1869 in Olgossa geboren, verlebte das Mädchen zunächst eine glückliche Kinderzeit in einer liebevollen und auch für die dortigen Verhältnisse wohlhabenden Familie. In den ersten Jahren ihres irdischen Daseins kannte sie kein Leid und keinen Schmerz. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihre ältere Schwester von Banditen verschleppt wurde. Das war die erste Erfahrung schlimmen Schmerzes, doch Bakhitas Kreuzweg hatte noch nicht begonnen. Auch für ihre Eltern muss der Raub einer weiteren Tochter das Herz zerrissen haben. Zunächst wurde das Mädchen, das jetzt also Bakhita war und vermutlich gerade zwischen sechs oder sieben Jahre alt, einen Monat lang gefangen gehalten. Zwar gelang ihr die Flucht, doch wird sie wieder eingefangen und weiterverkauft. Inzwischen befindet sie sich fast tausend Kilometer entfernt von ihrem Geburtsort, ihrer Familie und ihren Geschwistern, in Khartoum am Zusammenfluss des Blauen und des Weißen Nils. Dort wird sie – der Sudan steht seit dem Jahre 1806 unter der Herrschaft der Osmanen, mehrfach verkauft und zuletzt an einen türkischen General, dessen Ehefrau die Haussklaven grausam zu misshandeln pflegte. Bakhita wurde fast jeden Tag mit Peitschenhieben gefügig gemacht, ein Mal, wie sie sich erinnert, aus reiner Willkür anhaltend gegeißelt, ihre Wunden blieben unbehandelt. Die grausamste Tortur, der man sie dort unterzog, war die „Tätowierung“ mit mehr als einhundert Rasierklingenschnitten am ganzen Körper. Nach der Prozedur rieb man die blutenden Wunden mit Salz ein. Bakhita überlebte – ihr schönes Gesicht blieb unversehrt, doch die vielen grauenvollen Narben trug sie fortan am ganzen Körper.
Endlich wird sie an den italienischen Generalkonsularagenten Legnani verkauft und das Blatt beginnt sich für die mittlerweile Sechzehnjährige „vom Glück Begünstigte“ endlich zu wenden. Legnani gibt sie an seinen Freund Augusto Michieli ab, der ein Kindermädchen für seine Tochter Mimmina sucht und nimmt sie mit nach Venedig. Der Gutsverwalter Michielis wiederum gehört – welch ein Zusammenspiel! – zu den geistlichen Beratern von Kardinal Sarto, des späteren Papstes Pius X. Der Mann schließt Bakhita ganz besonders in Herz und bemüht sich zuallererst um das Seelenheil der vermeintlichen Mohammedanerin; in Wirklichkeit wusste Bakhita nichts von einem Gott, obzwar sie sich bereits nach ihm sehnte: „Beim Anblick der Sonne, des Mondes und der Sterne, der Schönheiten der Natur, sagte ich zu mir selbst: ‚Wer mag der Herr all dieser schönen Dinge sein?‘ Und ich empfand einen tiefen Wunsch, ihn zu sehen, zu erkennen, ihm Ehre zu erweisen.“
Sie wurde zusammen mit Mimmina christlich unterwiesen und mit der vollen Unterstützung ihres Gönners namens Illuminato Checchini , des Gutsverwalters der Familie, in das Katechumenat aufgenommen.
Überliefert wird, dass sie, als sie zum ersten Mal ein Kruzifix sah, sie zutiefst beeindruckt gefragt habe, was dieser Mann verbrochen habe, dass er so behandelt werde. Nichts, lautete die Antwort, er wollte aus Liebe für uns sterben, für uns und auch für dich. Erstaunt wiederholte sie die Worte: „Auch für mich?!“
Ihre Liebe zum Gekreuzigten wuchs nun stetig und als sie im Katechumenat erfuhr, dass sie durch die Taufe ein Kind Gottes werde, wuchs ihre Sehnsucht ins Unermessliche. Doch die Eltern von Mimmina besaßen ein Hotel in Sudan und wollten die Katechumenin dahin mitnehmen.
In dieser Situation traf Bakhita wohl zum ersten Mal in ihrem bisherigen Leben eine eigene, eine freie Entscheidung: Sie weigerte sich, die Familie zu begleiten, da sie die Taufe noch nicht empfangen hatte und im Sudan – ihrem Herkunftsland – nicht imstande sein würde, das neu angenommene Christentum auch ordentlich zu praktizieren. Deshalb wolle sie bei den Schwestern bleiben. Ihre Herrschaft übte Druck auf sie aus, doch Bakhita, die ja in Italien den Status einer freien Frau innehatte, blieb, wenngleich mit wehem Herzen, standhaft. Und so wurde sie vom Patriarchen von Venedig am 9. Januar 1890 auf den Namen Giuseppina Margherita Fortunata – die vom Glück begünstigte in der italienischen Namensform – getauft. Am selben Tag empfing sie auch die Firmung und feierte Erstkommunion „mit einer Freude, die nur Engel beschreiben könnten“, wie sie in ihren Erinnerungen berichtet. Sie bleibt auch danach noch bei den Canossianerinnen und innerhalb von drei Jahren wächst in ihr die Gewissheit, zum Ordensleben berufen zu sein. So tritt sie im Dezember 1893 in Verona in das Noviziat ein und wird von Kardinal Sarto auf die Gelübde geprüft, die sie drei Jahre später, am Tag der Unbefleckten Empfängnis, ebenfalls in Verona, ablegt.
Die allgemeine Freude darüber ist so groß, dass der Neffe der Ordensgründerin Maddalena de Canossa, ein Kardinal, sie unbedingt empfangen möchte.
Der Orden der Canossianerinnen ist seit 1886 auch in Schio ansässig und führt dort einen Kindergarten, eine Grund- und Berufsschule und ein Waisenhaus. Giuseppina, die zumeist als Pförtnerin im Orden eingesetzt wird, schickt man 1902 nach Schio, wo sie in der Küche arbeitet und ihre Aufgaben in treuem Gehorsam, stets voller Milde, Güte und Zärtlichkeit gegenüber Anderen erfüllt. Sie, die ehemalige Sklavin, gibt sich nun in freier und heilige Hingabe dem Willen Gottes hin, als eine „Sklavin der Liebe“ an „El Paron“ den Patron oder auch „El Segnor“ – den Herrn, wie sie ihn in Reminiszenz an ihr früheres Dasein bewusst nennt. Doch bald schon erhält sie eine neue wichtige Aufgabe.
Als Italien im Mai 1915 in den Ersten Weltkrieg eintritt, wird ein Teil der Schwestern evakuiert, Giuseppina bleibt in Schio und tut nun Dienst in der Sakristei, ein Dienst, der sie mit besonderer Freude erfüllt, kann sie doch „El Paron“ so stets ganz nahe sein. Liebe zum Herrn und Liebe zu den Mitmenschen war der Ordensgründerin das Allerwichtigste. Dazu gehört für Giuseppina auch an erster Stelle das Verzeihen und die Vergebung für alle Menschen, die ihr in der Vergangenheit so viel Furchtbares angetan haben: „Würde ich den Sklavenhändlern begegnen, die mich geraubt haben und denen, die mich gefoltert haben, würde ich mich niederknien und ihnen die Hände küssen. Wenn das alles nicht passiert wäre, würde ich heute nicht Christin und Ordensschwester sein. … Diese Armen wussten nicht, welch großen Schmerz sie mir zufügten. Sie waren ja die Herren und ich ihre Sklavin. So wie wir gewohnt sind, das Gute zu tun, taten die Sklavenhändler das Ihrige, nicht aus Bosheit, sondern aus Gewohnheit.“
Das sind die Worte einer einfachen Frau – aber was für eine Herzensbildung spricht aus ihnen!

Bis auf zwei Jahre, in denen sie als Pförtnerin in Vimercate bei Mailand dient, bleibt sie bis zu ihrem Lebensende im Ordenshaus in Schio. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, und das Städtchen von Fliegerbomben verschont bleibt, sind die Einwohner fest davon überzeugt, dass sie dies der Anwesenheit ihrer „Madre Moretta“zu verdanken haben.
In ihren letzten Jahren wird Giuseppina zusehends kränker, sie leidet an Arthritis, muss im Rollstuhl sitzen, hinzu kommt quälendes Bronchialasthma. Dem sich allmählich nahenden Tod sieht sie gelassen entgegen, denn: „Wenn ein Mensch so sehr einen anderen liebt, dann wünscht er brennend, bei ihm zu sein: Warum also so große Angst vor dem Tod? Der Tod bringt uns zu Gott.“
Sie stirbt am 8. Februar 1947, auf ihren Lippen die Worte: „Wie froh ich bin, die Jungfrau! Die Jungfrau!“ und wird am 17. Mai 1992 zusammen mit Josémaria Escriva selig gesprochen, acht Jahre später dann heilig und gilt als Schutzpatronin der katholischen Kirche im Sudan.
Es gäbe noch so viel zu erzählen von dieser außergewöhnlichen Heiligen. Doch alles, was noch gesagt werden könnte, erübrigt sich bei einem Blick auf ihr himmlisches, lächelndes Antlitz: Nigra sum, sed formosa! Diese außergewöhnliche Frau mit dem bezaubernden Charisma widerlegte mit ihrem bemerkenswerten Schicksal die oben angeführten Worte jenes Schriftstellers, ihres Zeitgenossen, der ein paar Jahre lang nur einen Steinwurf entfernt von ihr lebte: Die Welt konnte die Frau, die Giuseppina Bakhita war und ist, weder zerbrechen noch töten.

Februar 8, 2021   No Comments

#Jerusalema

Ein Blick von hier aus auf das himmlische Jerusalem.

Bildquelle leider unbekannt.

Januar 31, 2021   No Comments

Spitzkohl, Wirsing, Chicoree- Spitzkohl

Es ist kalt, die Laune ist im Keller, das Wetter schmuddlig und nasskalt und die letzte bestellte Pizza/der letzte Döner haben auch nicht wirklich gut geschmeckt.
Ich habe keine Lust zu kochen. Aber ich habe auch keine Lust auf Fastfood.
Eigentlich habe ich sowieso keinen Appetit.
Also mache ich folgendes und das geht immer.

Spitzkohl-Pfanne mit kurzen breiten Nudeln

Der Trick bei dieser Pfanne ist, dass sie nicht viel Arbeit macht, leicht und schnell zuzubereiten ist und, wenn man geschmorten Kohl mag, ganz herrlich lecker ist. Man kann dafür sowohl Weißkraut als auch Wirsing oder Spitzkohl (zärter und weniger blähend als Weißkraut) nehmen. Erstmal eine Zwiebel in Schnitzelchen schneiden, dann den entsprechenden Kohl nach Wahl ebenfalls schnitzeln (natürlich vorher Strunk entfernen). In der Zwischenzeit kochen die Nudeln, ich nehme dafür diese nur wenige Zentimeter langen Bandnudeln. Im Prinzip ist das Geschmackssache. Und eigentlich ginge es auch mit Reis oder Kartoffeln oder einfach Graubrot als Beilage dazu.
Jetzt habe ich die Qual der Wahl: Speckwürfelchen (selber schneiden IST besser als fertig geschnitten, glaubt es mir), Stücke von Paprikawürstchen oder Mettenden, Hackfleisch – oder gar nix, wenn ihr kein Fleisch mögt. Und sowieso wenn es vegan sein soll, eben dann Margarine statt Butter undsoweiter. Die Zwiebeln also in der Butter gelb werden lassen, Prise Zucker obendrüber, damit sie schön karamellisieren, die entsprechende Fleisch- oder Speck oder Wursteinlage angehen lassen und dann das Kraut dazu. Jetzt braucht es ein bisschen Fingerspitzengefühl für die richtige Temperatur. Denn das Kraut darf etwas braune Farbe annehmen, soll aber freilich nicht anbrennen. Man kann noch einen Klacks Tomatenmark mitanrösten und wenn das Kraut droht, allzu dunkel zu werden, kann man ein wenig Gemüsebrühe angießen oder auch mehr oder wenig großzügig mit Sojasauce ablöschen, je nach Geschmack. Ist Hack mit dabei, würde ich auf jeden Fall noch viel Paprika dazu geben sowie Thymian und Majoran. Zuletzt die gekochten Nudeln untermischen und ein Zeitlang mit durchziehen lassen. Das Gute an diesem Gericht ist, es ist einfach, schnell, schön zu variieren und sehr lecker. Zum Servieren kann man auch noch einen Klacks Saure Sahne oder ein Löffelchen Naturjoghurt (die cremig-fette Variante nach griechischer Art natürlich, wenn es nicht gleich vegan sein soll) darauf geben. Wenn vom Spitzkohl noch was übrig ist, einfach Krautsalat machen. Dazu möglichst feine Raspel schneiden und mit wenig Salz durchkneten, um die Struktur aufzubrechen. Etwas stehen lassen und dann erst mit einem schlichten Dressing aus Essig-Öl und einem halben Esslöffel Senf (möglichst guten Senf) sowie Salz und relativ großzügig Zucker übergießen. Auch hier kann man nach Wunsch geröstete Speckwürfel zugeben, und/oder Kümmel und oder fein geschnittener Apfel und/oder gehackte Nüsse. Man kann das Dressing selbstverständlich auch mit ganz wenig Öl und dafür mehr süßer Sahne zubereiten. Oder den Salat nach Kim-Chi Art anrichten. Das werde ich mal ausprobieren und berichten, wie es geklappt hat.

Januar 28, 2021   No Comments

Editorial von Guido Horst für Vatican-magazin Januar 2021

>> Vor genau fünfzig Jahren begann die Würzburger Synode. Manche Menschen vorgerückten Alters wissen sogar noch, was das war.[…] Den Jüngeren sei gesagt, dass mit der Würzburger Synode etwas begann, was die deutsche Amtskirche heute noch im Griff hat: geschäftiger Gremienkatholizismus, Bischöfe und Laien auf herrlicher Augenhöhe, Debatten um Strukturen, Dauerthemen wie Zölibat, klerikale Macht, Laienpredigt, Frauenweihe, neue Sexualmoral, Laien am Altar – und ökumenische Gefälligkeiten. Also „Lähmung durch Reformeifer“ (O-Ton Ratzinger, wie sein Biograf Peter Seewald schreibt). Das alles dauert jetzt schon fünfzig Jahre und findet im Synodalen Weg seinen soundsovielten Aufguss. Kirche wie ein Parlament, Progressive gegen Konservative, hohe Politik, die die Menschen mit ihren Alltagssorgen nicht interessiert. […] Auf dem Hintergrund der Trümmer der Totalitarismen des zwanzigsten Jahrhunderts erkennt [Hannah] Arendt diese lichte Wahrheit: ,Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer wieder unterbricht und vor dem Verderben rettet, das als Keim in ihm sitzt und als Gesetz seine Bewegung bestimmt, ist schließlich die Tatsache der Natalität, das Geborensein. Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf, ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten, mit denen die Weihnachtsoratorien die frohe Botschaft verkünden: ,Uns ist ein Kind geboren’.“ Und dem Geheimnis der Menschwerdung (Weihnachten) wie auch der Gegenwart des Gekreuzigten in seiner Kirche (Ostern) begegne man nur dann in rechter Weise, wie Franziskus sagt, „wenn wir unsere Waffen ablegen und demütig und wesentlich sind“.<< Der ganze Text ist auf der Homepage des Vatican-magazin abrufbar.

Vorankündigung für Februarheft Aus meiner Feder bzw. Linse gibt es im Heft Februar 21 einen Fotoessay über die „terra dei santi“ anlässlich der zweiten Auflage meines literarischen Reiseführers „Poetische Pilgerorte“. Außerdem schreibe ich über Kloster Ottobeuren als Heiligtum der besonderen Art speziell im Hinblick auf das 200. Geburtsjahr von Pfarrer Sebastian Kneipp, das wir 2021 begehen und der in der Basilika von Ottobeuren nicht nur getauft und gefirmt wurde, sondern auch seine Primiz gefeiert hat.

Januar 21, 2021   No Comments

Assisi

Januar 20, 2021   No Comments

Ich bin oft unglücklich.

Am Unglücklichsten bin ich, wenn ich eine wunderschöne Geschichte recherchiert habe, die ich nicht ohne in Tränen auszubrechen einem Dritten wiedergeben kann.
Zumeist sind es herzanrührende Geschichten. Über den Tod, die Liebe, die Ehre, das Sterben für Andere und den Glauben.
Immer wenn ich versuche, einem anderen Menschen zu erzählen, was mich gerade bewegt, über welches Thema ich gerade schreiben will, fangen die Tränen an zu laufen.
Ich finde das furchtbar.
Andererseits wurde mir heute gerade wieder bewusst, in welcher jahrtausendealten Tradition ich stehe.
Schon vor zigtausend Jahren setzten sich die Menschen nach ihrem eintönigen und verdrießlichen Tagwerk am Lagerfeuer, am Herdfeuer, in der Mitte der Gemeinschaft zusammen. Um dem Geschichtenerzähler zuzuhören. Der über den Tod, die Liebe, die Ehre, das Sterben für Andre, den Glauben sang und berichtete.
Okay, sie haben das ein bisschen professioneller gemacht und haben ihr Publikum unterhalten, ohne dabei in Tränen auszubrechen.
Aber dennoch, es ist eine ehrwürdige Tradition.
Deshalb möchte ich mich bei allen guten Geschichtenerzählern an sämtlichen Feuern der letzten tausend Jahre, ob auf dem offenen Feld, ob in der Geborgenheit einer Runde in der Küche, ob auf verwelktem Gras, gestampftem Lehm, auf uralten Fliesen oder auf modernen Kacheln ehrlich entschuldigen. Ich kann nicht erzählen von Liebe, Ehre, Tod und Hingabe, ohne dabei in Tränen auszubrechen.
Und was ohne Tränen zu erzählen wäre, ist es ja gar nicht wert.

November 23, 2020   No Comments

Mein Mittelitalien-Führer „Poetische Pilgerorte“ geht in die zweite Auflage


Es ist soweit – und ich glaube, es kann keinen besseren Zeitpunkt geben als diesen: Viele Menschen, viele gläubige Menschen sehnen sich nach dem Süden. Doch wir leben in einer dramatischen Zeit. Auch in Italien steigen die Zahlen wieder erschreckend an, gleichzeitig nimmt die Sehnsucht zu: Nach Rom, nach Loreto, nach Norcia zum heiligen Benedikt, nach Manoppello zum rätselhaften Antlitz Christi, nach Lanciano mit seinem eucharistischen Wunder.
Vor gut einem Jahrzehnt erschien mein literarischer Reiseführer im Michael Müller Verlag Aachen. Seither ist viel geschehen, vieles hat sich geändert. Mit dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Michael Müller im Februar 2014 hat die katholische Kirche in Deutschland eine beeindruckende Verleger- und Journalistenpersönlichkeit verloren. Ich behalte ihn in sehr guter Erinnerung, denn unsere Zusammenarbeit war von Aufrichtigkeit und Vertrauen geprägt.
Nun hat es Bernhard Müller von fe-medien in Kisslegg unternommen, mein damals im Aachener Verlag zuerst erschienenes Pilgerbuch erneut aufzulegen. Der Zeitpunkt passt wie kein anderer. Ich wünsche meinem Buch, dass es viele Leser findet, die sich ihre Sehnsucht bewahrt haben und – wenn es momentan nicht anders geht – mit meinen Texten auf eine Entdeckungsreise vom Lesesessel aus nach Mittelitalien aufbrechen möchten. Und nebenzu ist das Buch ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk. Besonders gefreut hat mich, dass sich fe-medien dazu entschlossen hat, die wunderschönen Fotos aus Italien, der jeweiligen Heiligtümer, auch in der zweiten Auflage farbig abzudrucken und in das Buch wieder mitaufzunehmen.
Wer es von mir persönlich signiert haben möchte, schickt mir einfach eine Nachricht über das Kontaktformular.

Barbara Wenz: Poetische Pilgerorte – Reisen ins mystische Mittelitalien
Fe-Medienverlags GmbH Kisslegg, 2020
ISBN 978-3-86357-285-3
www.fe-medien.de

Oktober 29, 2020   No Comments