Journalistin und Autorin

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Category — Allgemein

Polina Gagarina: Kukushka

[Für T.S.]

Februar 18, 2022   No Comments

Ikonenmuseen in Deutschland

Das Jahr 2022 habe ich mit einer Recherchereise begonnen, die mich an die Mosel und von dort bis nach Recklingshausen geführt hat. Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg auch über Kloster Engelport, doch die Kirche wird gerade renoviert und die Schwestern befinden sich in ihrer jährlichen Einkehr, sodass ich über Maria Laach und Monreal zurückgereist bin.
In Recklinghausen befindet sich das bedeutendste Ikonenmuseum Deutschlands mit fast 4.000 Ikonen, Stickereien, Miniaturen, Holz- und Metallarbeiten plus einer Abteilung mit koptischer Bildhauerei und drei Mumienporträts aus Fayum. Ich war auch anlässlich der Sonderausstellung „Heiliges Russland“ dort, die äußerst beeindruckend war, aber leider nur bis zum 16. Januar gezeigt worden ist. Neben Ikonen wurden dabei Arbeiten aus der Russischen Akademie der Malerei, Bildhauerei und Architektur Ilja Glazunov in Moskau gezeigt:

I.I. Glazunov: Das schwarze Tuch
Bildnis einer russischen Altgläubigen

I. I. Glazunov: Tor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale von Rostov

M.O. Safonov: Aus der Serie: Die Stadt Starica an der Wolga, Nr. 4

Link zum Ikonenmuseum Recklinghausen.

Außerdem hatte ich auf dem Weg nach Recklinghausen auch das „Haus der Ikonen“ in Traben-Trarbach an der Mosel besucht und mich mit dem Ersten Vorsitzenden Dr. Hans Friedrich Werling getroffen, der übrigens Wurzeln in der Südpfalz hat. Das „Haus der Ikonen“ ist ziemlich einzigartig und unbedingt einen Besuch wert. Es hütet rund 120 Ikonen, die vom Ikonenschreiber Alexei Saweljew, geboren 1918 in Kiew, gestorben 1996 in Zell/Traben Trarbach, geschaffen wurden. Aufgrund einer besonderen Technik, die Saweljew angewendet hat, benötigen diese „modernen“ Ikonen kein Kerzenlicht wie diejenigen, die wir kennen und üblicherweise eindeutig als Ikonen identifizieren. Sie leuchten und strahlen aus sich selbst heraus, erfüllen die Räume dieses Hauses regelrecht mit goldenem Licht. Um diesen besonderen Effekt wirklich zu spüren, empfiehlt es sich sogar, das Haus der Ikonen an einem möglichst trüben und finsteren Tag zu besuchen. Es hütet nicht nur das Lebenswerk von A. Saweljew, sondern hat auch einige rare und kostbare alte Ikonen zu bieten. Ebenso liebevoll und lehrreich wie sorgfältig präsentiert man dort auch die Ikonenecke des Künstlers, seine Bibliothek, bewahrt seine Farben auf und informiert über den Aufbau einer russisch-orthodoxen Kirche, insbesondere deren Ikonostase.
Das Haus der Ikonen hat leider noch bis März Winterruhe. Auf der Homepage finden sich Bilder aller Saweljew-Ikonen. Allerdings können Fotografien nicht den lebendigen Zauber einfangen, den Saweljew diesen Darstellungen eingeschrieben hat.

Januar 23, 2022   No Comments

Das politische Rezept: Borschtsch

Seit einiger Zeit gibt es einen für Ausstehende lächerlich anmutenden Streit darüber, ob die Borschtsch genannte Suppe nun russischen oder ukrainischen Ursprungs sei. Zudem gibt es unglaublich viele Rezepte dazu, die mir allerdings allesamt weder authentisch noch plausibel erschienen sind. Sowieso möchte ich nicht schon wieder in politische Verstrickungen hineingeraten, die mir plakative Pauschaletikettierungen von ausgewiesenen Idioten bescheren.
Hier also mein pfälzischer Borschtsch.
Ich habe Butter ausgelassen und im erhaltenen Butterschmalz sowohl Zwiebeln als auch Knoblauch, eine Viertel Pepperoni und eine Handvoll Weißkraut angeschmort. Dann circa zwei Liter Brühe angegossen, dazu noch drei kleine Suppenknochen, Lorbeerblatt mit Nelken gespickt, Suppengrün. Etwas Tomatenmark. Gewürfeltes Schweinefleisch aus der Oberschale reingeworfen und dann drei kleine frische Rote Bete-Rüben reingeschnitten. Salz, Pfeffer, etwas Maggi, etwas Worcsetersauce, Thymian und Kümmel. Das Ganze dann leicht kochen lassen, der Fehler war wohl, das zu magere Schweinefleisch hinzuzugeben, noch ist es etwas zu trocken. Vielleicht gibt sich das noch während des Brodelns. Die Brühe duftet bereits herrlich und ich habe fleißig abgeschöpft und probiert. Sie schmeckt „himmlisch“ „erdig“.
Vorhin habe ich noch etwas gehackte Petersilie drauf gegeben.
Morgen wird das ganze aufgewärmt und mit einem Klack saurer Sahne serviert.

Dezember 15, 2021   No Comments

Von Corona die Träume nicht nehmen lassen

Wie oft höre ich, man könne ja eh nichts planen, es ginge ja sowieso nichts.
Möglicherweise ist das so.
Deshalb arbeite ich nach dem Prinzip der breitmöglichsten Streuung.
Ich entwickle ungeheuer viele Ideen. Wenn von hundert Ideen und Träumen, die ich säe, vielleicht nur 10 realisiert werden können, bin ich immer noch ein Gewinner.
Und drum habe ich neulich die Idee gehabt, auf der Wolga von Moskau nach Petersburg schippern zu können.
Und wenn ich das nicht realisieren kann, dann immer noch meine circa 20 Wanderroutenpläne für die Südwestpfalz und den Schwarzwald.
Und immer so weiter. Und ich werde nicht aufhören. Mit einer Idee kann ich scheitern. Bspw. ist es ziemlich realistisch zu denken, ich könne diese Flussfahrt nicht antreten. Aber wenn ich noch circa 90 weitere Ideen in petto habe, dann können nicht alle zugleich zertrümmert werden.
Irgendwas geht immer.
Im Zweifel ende ich in meinem Hofrecht und übe Qi Gong. Das ist natürlich keine Wolga-Flusskreuzfahrt. Aber etwas, das ich auf meinem Schirm hatte.
Im besten Falle dann Qi Gong auf der Wolga.
Was auch nicht nichts ist.

Dezember 3, 2021   No Comments

Liebst du

Liebst du – lieb‘ von ganzem Herzen!
Drohst du – drohe nicht mit Scherzen!
Schiltst du – schilt mit Grimmesglut!
Schlägst du – schlage bis aufs Blut!
Streitest du – sei kühn im Streiten!
Strafst du – lass vom Recht dich leiten!
Übst du Gnade – fort den Groll!
Zechst du – zeche teufelstoll!

Alexei K. Tolstoi

Dezember 3, 2021   No Comments

Autunno

Seit einiger Zeit bin ich wieder in den italienischen Marken. Nach einem brutalen Sommer – meine Freunde haben ziemlich gestöhnt über monatelang 40 Grad Hitze und einer derart hohen Luftfeuchte, dass sie meinten „Wasser einzuatmen“ – kam dann auch prompt ein verheerendes Unwetter mit Starkregen und Überflutungen der meisten Städte unten am Meer. Es sind diese italienischen Sommer, die ich in keiner Weise vermisse. Möglicherweise war ich die einzige, die sich über den verregneten Sommer in Deutschland unendlich gefreut hat.

Bei meinem obligatorischen Besuch im nahegelegenen Loreto stellte ich fest, dass viel mehr Polizei unterwegs ist als sonst und deutlich weniger Pilger kommen.
Ansonsten herrscht in Italien ziemlich Aufruhr, denn ab heute gilt, dass alle Arbeiter und Angestellten den „green pass“ vorweisen müssen, also diesen Nachweis der zweifachen Impfung. Dagegen gibt es nun allerorten heftige Demonstrationen, wie man sich denken kann. Ganz verstanden habe ich nicht, wie man so etwas durchsetzen will: Von zehn Arbeitenden sind zwei im Schnitt immer noch nicht durchgeimpft.
Gleichzeitig meldet unser geliebtes RKI für Deutschland wieder steigende Zahlen.
Üblicherweise geht Italien voran in diversen gesellschaftspolitischen Entwicklungen. Was wir hier also zurzeit haben, das wird spätestens Ende November wohl auch in Deutschland von oben her durchverordnet werden.
Mir ists gleich, ich bin zwar Impfskeptikerin, aber habe mich im Juli dazu durchgerungen. Mit unbeschreiblichen Nebenwirkungen. Aber dafür habe ich endlich den Kopf wieder frei.

Oktober 15, 2021   No Comments

Der abgehängte Papst

Inmitten einer Gottesfinsternis sondergleichen hält es Papst Franziskus für nötig, den mühsam aufgebauten „liturgischen Frieden“ – so das Wort eines Freundes – niederzureißen.

Wir haben den Mann gesehen, der durch seinen persönlichen Einsatz die Steinbachtalsperre freigebaggert und eine Unzahl von Menschen gerettet hatte. Er berief sich auf Gott. Das hat viele Menschen in den „sozialen Medien“ bis auf das Äußerste provoziert. Wozu dieses „mittelalterliche Gehabe“? Und so weiter.
Bitte, wer sind diese Leute, die so urteilen?
Rechtzeitig dazu das neue Motu proprio. Man hatte gedacht, es gebe nun mit Summorum Pontificum eine Art liturgische Befriedung.
Nicht unter Bergoglio. Tatsächlich weiß man nicht, was diesen Papst derzeit umtreibt. Aber eines ist gewiss: Die Bodenhaftung hat er längst verloren.
Ubi Petrus ibi ecclesia?

Juli 21, 2021   No Comments

Die Pilger – Sergei Gorodezki

Die längst verwitterten Gesichter
In jede Wind der Heimataun,
Gleich Vogelflug der Augen Lichter,
Die unterm niedern Käppchen schaun,

Der Schritt stets grade, oft gestraffter,
Der Stab in steingewordner Hand –
So ziehn die stummen Auskundschafter
Gepäcklos durch das Russenland.

Der Uferhügel Stimmen machen
Nicht Müh noch stillen Roggens Hauch,
Des fernen Wetterleuchtens Lachen,
Des Mondes Weihrauchleuchten auch.

Sie sehn des Volkes schwarzes Frönen,
Vernehmen jeden Sturz und Flug,
Des Menschenvolks gemeinsam Stöhnen
Nach Schönheit, Wahrheit nie genug.

Den Pflug verwerfend, in die Fremde
Ziehn sie als Gottes Pflügerschar,
Nicht tragen Dolch noch Panzerhemde
Des heilgen Landes Recken gar.

Vor ihnen steigt aus Berg und Talen
So Ort als Dorf und Stadt herauf,
Nicht mal mit der Goldkuppeln Zahlen
Zählt man der Wandrung Jahre auf.

Bald Gras, bald Schnee bis Leibes Mitter,
Hier dunkler Tann, dort Schlucht und Au,
So gehen sie mit jedem Schritte
Stets näher hin zum ewigen Blau.

An jedem Kreuzweg betend, ruhen
Auf Steinen sie, wie sich’s grad trifft,
Sie zeichnen mit den Wanderschuhen
Des heilgen Pfads verschlungne Schrift.

Bei dbei des langen Weges Dehnen
Sie einst die Stimme klar verstehen:
Von ihrem Rußland Abschied nehmen
Und in den Himmel auf zu wehn.

Geht dann vorm Ewgen Gott ergeben
Ihr Pilgerstab zur Ruhe ein –
Was wird von unserm kargen Leben
Dort oben ihr Bericht wohl sein?

Bild: Viktor Bychow: Kreuztragen

Mai 13, 2021   No Comments

Feierlichkeiten für Prinz Philip mit russischem Kontakion für die Verstorbenen

gesungen in englischer Sprache. Wir dürfen davon ausgehen, dass er sich das selbst so gewünscht hatte.

Ein Mann, vor dem sich eine Verbeugung ziemt. Und zwar nicht aufgrund seiner Titel, sondern als Mensch.

April 18, 2021   No Comments

Kein Traum – Maria Magdalena geht in der Frühe am Ostersonntag zum Grab ihres Meisters

In meinem mystischen Krimi „Das Farnese Komplott“ gibt es zwei Handlungsebenen – eine, die in der Gegenwart in Rom und Vatikanstadt und eine zweite, die in der Vergangenheit angesiedelt ist.

Ostern ist ein guter Anlass, um das erste Kapitel der historischen Handlungsebene in meinem Roman vorzustellen, für diejenigen, die das Buch vielleicht noch nicht kennen.
Der Einfachheit halber habe ich die Seiten abfotografiert.

Sie lassen mit STRG und + bis zur Lesbarkeit vergrößeren. Zurück in den Normalmodus dann mit STRG und –

April 5, 2021   1 Comment