Journalistin und Autorin

Random header image... Refresh for more!

Meine Heimat Südpfalz

Ich bin ein Auenkind. Aufgewachsen inmitten von Landunter, üppig wuchernden Weiden, nur scheinbar „toten“ Altrheinarmen. In einer Region Deutschlands, in der es unter der Woche mindestens einmal „Backfisch“ gab, Neunauge und Weißfische so lange im Öl fritiert (natürlich auf dem Holzofen meiner Oma, nicht in der elektrischen Friteuse), bis man die Gräten mitessen konnte (zum Aussortieren hätte man eh keine Chance gehabt). Und war dann von einer „Kochet“ Süßwasserfisch was übrig, so wurden die panierten, fritierten kalten Fisch sauer eingelegt – ähnlich wie man Gurken sauer einlegt, und hatte dann noch eine zweite leckere Mahlzeit, begleitet von simplen Pellkartoffeln.
Das war aber alles allzu selbstverständlich – deshalb fand ich es viel spannender, hinnenaus in de Pällzer Wall zu fahren, Burgen zu besichtigen, Kastanien und Pilze zu sammeln. Meine Heimat, die ich seit ungefähr drei Jahren wieder neu entdecken lerne, hat so ziemlich alles: Wälder, Wiesen, Seen, Altrheinarme mit fast schon mystisch anmutendem Bewuchs, langgezogene Deiche, herrlich urige Ausflugslokale, liebenswerte, äußerst kommunikative Menschen mit einem Dialekt, der unglaublich viel Freiraum für eigene Sprachkreationen und ja, für poetisches Denken lässt.
Die Südpfalz.
Vielleicht muss man sehr lange in der Weltgeschichte unterwegs sein (wenn der Pfälzer von Weltgeschichte redet, meint er nie die Zeit, sondern immer nur ganz viele verschiedene Orte), um endlich wieder zuhause anzulanden.
Nachdem ich sehr viel über Italien geschrieben habe, haben mich die Zeitläufte wieder in meine herrliche Heimat verschlagen – und ja, ich kann sie jetzt wieder besser schätzen, denn in vielen Regionen Italiens gibt es keinen richtigen Wald – und ganz ehrlich, zweimal in der Woche ans Meer zum Fischessen fahren, ersetzt keinen Schoppen Rieslingschorle sauer mit einem Zanderfilet in passender Rieslingsauce.
Auf meinem vorweihnachtlichen Zettel steht schon seit geraumer Zeit das Städtchen Bornheim in der Nähe von Landau, das als „Krippendorf“ bekannt ist. In meiner alten zweiten Heimat war dies allweihnachtlich ein borgho namens „Barbara“. Ein Ausflug nach dort war immer das highlight nicht nur in der Weihnachtszeit, schließlich ist „Barbara“ auch der heiligen Barbara geweiht und am 4. Dezember dröhnte ein Festfeuerwerk über die marchigianischen Hügel, das ich sogar bei mir zu haus noch hören konnte.
Nun, das ist jetzt vorbei. Bornheim fängt immerhin auch mit B an.
Im Zusammenhang mit meinen Ausflugsvorbereitungen dorthin bin ich auf das Blog der „Pfalz-Mama“ gestoßen – und es hat mir gefallen. Es gibt Ausflugstipps, Guudes aus de Palz, die Pfalzmama ist auch in echt eine Mama, deshalb gibt es auch soliden Familiencontent.

0 comments

There are no comments yet...

Kick things off by filling out the form below.

Leave a Comment