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Zum Tag der heiligen Hildegard von Bingen

Es hat fast 800 Jahre gedauert und einen deutschen Papst gebraucht, bis die heilige Hildegard von Bingen in einem Ausnahmeverfahren, das sich “gleichwertige Kanonisierung” nennt, nun offiziell „heilig“ ist und somit nun von der gesamten Weltkirche verehrt wird. Benedikt XVI. hat mit seinem Beschluss vom 10. Mai 2012, dass die Verehrung der Heiligen auf die gesamte Weltkirche auszudehnen ist – eine Entscheidung, die nicht nur längst überfällig war, sondern auch zeigt, welch hohen Stellenwert Benedikt der deutschen Äbtissin, Visionärin, Komponistin und Kirchenkritikerin beimisst. Wertschätzung, ja Bewunderung, die er zuvor schon zu einigen wenigen, aber äußerst bedeutsamen Anlässen geäußert hatte.
Selbst wenn man mit Leben und Werk der Hildegard von Bingen nur oberflächlich vertraut ist, bleibt uns angesichts ihrer universalen Schaffenskraft, der Kühnheit ihrer Visionen, die sie stets bei klarem Verstand und offenen Auges erfuhr, des prophetischen Löwenmuts, den sie ohne zu zögern gegen die Mächtigen im Klerus und sogar gegen den Kaiser einsetzte, nur schieres Staunen und tiefe Dankbarkeit über diese die Jahrhunderte überstrahlende Heilige. „Wer ist die, die da aus der Wüste gleich einer Rauchsäule von Gewürzkräutern aufsteigt?“ so ruft Papst Eugen III in einem Brief an Hildegard aus, und muss dabei, um seine faszinierte Verehrung auszudrücken, auf das Hohelied, das poetischste Liebeslied aller Zeiten, zurückgreifen.
Sie war die letzte Prophetin, die Deutschland geschickt wurde, eine Persönlichkeit, die mit traumwandlerischer Sicherheit, dabei luzide und klar wie ein lupenreiner Diamant das Wort Gottes verkündete und als „ungelehrte Frau“, als „armseliges Gebilde“ die größten Männer ihrer Zeit mit göttlicher Vollmacht belehrte, den Kampf mit den Kleingeistigen beherzt aufnahm. Hildegard betätigte sich auf einem breiten Spektrum der damaligen Wissensgebiete: Theologie, Kosmologie, Anthropologie, Musik, der Heilkunst, der Erforschung von Naturphänomenen – sie erfand sogar eine eigene geheime Sprache, die lingua ignota. Hildegard von Bingen kann deshalb mit Fug und Recht als die erste deutsche Universalgelehrtin gelten, die jüngst vom Osservatore Romano in einem Atemzug mit Dante, Avicenna und Johannes Scotus Eriugena genannt wurde, somit noch einmal die Bedeutung dieser „wahren Intellektuellen“ ihrer Zeit unterstreicht, die sie für den derzeitigen Papst sozusagen als eine Seelenschwester, zu besitzen scheint.
Die Geschichte dieser Frau, die bei ihren Zeitgenossen Ehrfurcht und Bewunderung erweckte, die mit von Gott verliehener Autorität auftrat und deren Kompositionen und Schriften noch heute Bestseller sind, beginnt im Jahre 1098, zur Zeit des ersten Kreuzzuges. Hildegard wird als zehntes Kind in Bermersheim bei Alzey geboren. Ihre Eltern gehören dem niedrigen Adel an und geben das Mädchen im Alter von 8 Jahren zur gemeinsamen Erziehung in die Grafenfamilie derer von Sponheim. Hildegard ist 14, Jutta von Sponheim 20 Jahre alt, als sie sich auf den Berg des heiligen Disibod am Zusammenfluss von Nahe und Glan bei Odernheim zurückziehen. Auf dem Gelände des Klosters, das von Benediktinermönchen besiedelt wurde, hatte die Familie von Sponheim eine Frauenklause errichten lassen. Dort verbringt Hildegard fast die Hälfte ihres Lebens in völliger Abgeschiedenheit, gestorben und begraben mit Christus. Wie ein Senfkorn, das der Herr in die Erde gelegt hat, auf dass es eines Tages erwache und ein Baum daraus werde, der bis zum Himmel wächst, und in dessen Zweigen singende Vögel nisten werden.
Der Tag kommt im Jahre 1140, als sie „42 Jahre und 7 Monate“ zählt, wie sie selbst schreibt. Seit vier Jahren ist ihre geistliche Mutter Jutta tot, die Gemeinschaft der mittlerweile zehn Schwestern hatte sie damals einstimmig zur Priorin gewählt. Die Visionen, die sie schon in ihrer Kindheit erfahren hat, setzen wieder ein. Sie bespricht sich zunächst mit dem Abt; er rät, alles niederzuschreiben. Doch die Unsicherheit und die Zweifel nagen an ihr: Hildegard besaß neben ihren außergewöhnlichen intellektuellen und spirituellen Gaben eine ausgeprägte persönliche Demut, hinzu kam, dass die deutschen Bischöfe ihr zum Teil nicht gerade mit Wohlwollen, sondern mit großer Skepsis begegneten. Sie fasst sich deshalb ein Herz und wendet sich in ihrem ersten, überlieferten Brief an den Mann, der zur damaligen Zeit als die einflussreichste und anerkannteste geistliche Autorität galt – den inspirierten monastischen Erneuerer und mitreißenden Prediger Bernhard von Clairvaux. Der Tonfall dieses Briefes ist hochachtungsvoll und zärtlich zugleich; sie nennt Bernhard „Vater“ und schildert ihm den Charakter ihrer Visionen detailgenau. Aus ihren Formulierungen spricht tiefstes töchterliches Vertrauen: „Du bist Sieger in deiner Seele und richtest andere zum Heile auf. Du bist der Adler, der in die Sonne blickt.“
Die Antwort des heiligen Bernhard ist unmissverständlich und muss für Hildegard eine enorme Erleichterung gewesen sein: „Wir freuen uns mit dir über die Gnade Gottes, die in dir ist. Und was uns angeht, so ermahnen und beschwören wir dich, sie als Gnade zu erachten und ihr mit der ganzen Liebeskraft der Demut und Hingabe zu entsprechen.“ Während der Synode in Trier 1147 werden ihre Visionen sogar öffentlich verlesen und von Papst Eugen III. bestätigt. Nun darf sie endlich sicher sein, dass ihre Schau nicht ein Hirngespinst ist oder gar vom Gegenspieler kommt, sondern vom Allerhöchsten geschickt wird. Mehr noch, dass Er selbst es ist, der durch sie spricht. Sie ist sein Instrument, seine „Posaune“, wie sie sich selbst bezeichnet, durch die der göttliche Geisthauch weht und die Menschen behaucht. Und so manches Mal wird in Zukunft dieser Geisthauch gerade auch für die höchsten Machthaber wie Kaiser und Papst zu verzehrenden Flammenzungen werden. Etwa wenn Hildegard an Friedrich Barbarossa schreibt, weil er nicht aufhört, gegen den legitimen Papst Alexander III. Gegenpäpste aufzustellen. Sie spricht mit einer Vollmacht, die ihr der Schöpfer des Universums verliehen hat. Er ist es, der durch sie zu dem mächtigen Kaiser spricht und ihm mit Seinem Gericht droht: „Wehe, wehe der Niederträchtigkeit der Gottlosen, die mich beleidigen! Höre geschwind, o König, wenn du leben willst! Sonst wird mein Schwert dich durchbohren!“
Die prophetissa teutonica, wie man sie schon bald nennt, korrespondiert auch mit Prälaten und Päpsten. In einem Brief an Eugen III. aus dem Jahre 1148 nennt sie sich selbst eine kleine Feder, die vom Höchsten berührt worden ist, damit sie wunderbar emporfliege und die nun von einem starken Wind getragen wird, damit sie nicht sinke. Auch ihn wird sie mit strengen Worten ermahnen, als Gesandte desjenigen, der über jeder weltlichen Autorität steht: „O du funkelnde Brustwehr, kraft deines Amtes, ursprüngliche Wurzel der neuen Vermählung Christi mit der Kirche, du bist zweigeteilt: Einerseits ward deine Seele in der geheimnisvollen Blüte erneuert, die eine Gefährtin der Jungfräulichkeit im Mönchtum ist. Andererseits bist du ein Zweig der Kirche. Höre auf den, dessen Wort scharf wie ein Schwert ist …. Entferne nicht die Sehkraft vom Auge und trenne nicht das Licht vom Licht, sondern halte dich auf dem eindeutigen Weg, damit du nicht der Anklage verfällst wegen der Seelen, die in dein Herz gelegt sind.“
Wir begegnen dieser charakteristisch bildreichen und wortgewaltigen Sprache auch in ihren Hauptwerken: Scivias – Wisse die Wege, das in 35 Visionen die gesamte Heilsgeschichte durchdekliniert, vom Anbeginn der Zeit und der Schöpfung der Welt bis zum Ende aller Zeiten. Der Liber vitae meritorum, das Buch der Lebensverdienste, in dem es um die immense und alles überwältigende Kraft Gottes geht, der den gesamten Kosmos gestaltet und den Menschen zum Leben gerufen hat und in immerwährendem Austausch mit der Heiligen Dreifaltigkeit durchpulst wird. Aufgabe des Menschen ist es dabei, sich jeden Tag aufs Neue vom Bösen abzukehren und die Herrlichkeit Gottes in seiner eigenen Existenz so vorwegzunehmen.
Im Liber divinorum operum oder auch De operatione Dei geht es wiederum um die Schöpfung, das zentrale Thema Hildegards, die Beziehung zwischen dem Erschaffer des Alls, der Erde und seinem geliebten Geschöpf, dem Menschen.
Régine Pernoud, die französische Mediävistin, spricht im Zusammenhang mit den Werken Hildegards zutreffend von einer poetischen Kosmologie, einem kosmischen Roman. In der Tat, die Sprachmacht Hildegards ist überwältigend, obgleich sie angeblich nicht besonders gut Latein konnte, weshalb sie ihre Visionen dem Mönch Volkmar und später ihrer geliebten Mitschwester Richardis von Stade diktierte.
Angesichts des unerhörten Mutes, mit dem diese Äbtissin aus Deutschland als Botin Gottes den Machthabern ihrer Zeit entgegentrat, erscheint es wie trauriger Hohn, dass diese Frau nun in der Neuzeit durch esoterische Kreise auf Dinkelrezepte, Wellness-Elixiere und Heilsteinwissen heruntergebrochen und vermarktet wird. Mehr noch, eine Kirchenkritikerin sei sie gewesen, weiß vor allem die feministische Theologie anzuführen und in dieser Eigenschaft wird sie gerne auch von kirchlichen Reformkreisen vereinnahmt. Dabei wird gerne vergessen, dass es Hildegard nicht um die Veränderung von Strukturen ging, sondern um einen aufrichtigen Geist der Buße und den tätigen Weg der Umkehr, wie dies Benedikt XVI. in einer seiner beiden Katechesen über die Heilige erläutert hat.
Hildegard, die noch im hohen Alter auf Predigtreisen durch Deutschland ging, die sie unter anderem nach Trier, Köln, Mainz und bis nach Lothringen führten, geißelte nämlich nicht nur den trägen und verhurten Klerus ihrer Zeit vor aller Öffentlichkeit mit überaus harten Worten: „Ihr seid eine Nacht, die Finsternis ausatmet, und wie ein Volk, das nicht arbeitet. Ihr liegt am Boden und seid kein Halt für die Kirche, sondern ihr flieht in die Höhle eurer Lust. Und wegen eures ekelhaften Reichtums und Geizes sowie anderer Eitelkeiten unterweist ihr eure Untergebenen nicht. Ihr solltet eine Feuersäule sein, den Menschen vorausziehen und sie aufrufen, gute Werke zu tun.“ Mit ebensolcher Vehemenz predigte diese Frau gegen die Katharer an, die angesichts der Verweltlichung und des Verfalls im Klerus immer mehr Zulauf für ihre engstirnige Vorstellung von der „Kirche der Reinen“ bekamen.
Es ist deshalb kein Zufall, dass Benedikt XVI. diese Frau, dieses Kernkraftwerk des Heiligen Geistes, nun offiziell durch ein „canonisatio aequipollens“ genanntes Verfahren, per Dekret also, heilig gesprochen hat, obwohl sie schon immer als Heilige verehrt worden ist. Immer wieder hat er seine Wertschätzung, ja seine Verehrung für ihre Persönlichkeit, ihre Wirkung, ihre Kühnheit und ihren Mut ausgedrückt. Im Jahre 1994 sandte Kardinal Ratzinger eine Grußbotschaft zum Hildegard-Symposium in Wiesbaden und schrieb unter anderem: „Heute steht Hildegard in ihrer ganzen kühnen Universalität vor uns. Wir fühlen uns angesprochen durch ihre liebevolle Zuwendung zu den heilenden Kräften der Schöpfung wie durch ihre vielseitige künstlerische Begabung vor allem aber durch ihre eindringliche Glaubensverkündigung; sie ist uns daher nahe als eine Frau, die Christus in seiner Kirche liebte, aber nichts von Weltfremdheit oder Ängstlichkeit zeigt, sondern gerade von ihrer Berührung mit den Geheimnis Gottes her ihrer Zeit das rechte Wort furchtlos und frei zu sagen vermochte.“
Dass dieses „rechte Wort“ aus der Berührung mit dem Geheimnis Gottes auch unserer Zeit noch Gewaltiges zu sagen vermag, hat uns der Heilige Vater wieder zu Bewusstsein gebracht, indem er anlässlich des Weihnachtsempfangs für die Kardinäle und die Kurie am 20. Dezember 2010, dem Jahr, in dem der Missbrauchsskandal seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte, eine Vision Hildegards zitiert und interpretiert. Sie findet sich in einem Brief an Werner von Kirchheim und dessen Priestergemeinschaft, die sie bei ihrer letzten Missionsreise um das Jahr 1170 – sie stirbt 1179 – in Schwaben besucht hatte. Werner von Kirchheim hatte gebeten, ihre dort gehaltene Rede nochmals schriftlich für ihn und seine Mitbrüder festzuhalten. Es ist eine Schau aus dem gleichen Jahr, während dem sie eine Krankheit durchzustehen hatte. Vor ihren Augen ersteht eine unerhört schöne Frau, mit leuchtendem Antlitz und einer Gestalt, die von der Erde bis zum Himmel hinaufragt. Sie trägt ein strahlendes Gewand aus weißer Seide, einen Mantel, mit Edelsteinen besetzt und Schuhe aus Onyx. Doch das Antlitz der herrlichen Frau ist befleckt, ihre Kleidung zerfetzt, die Schuhe besudelt. Sie klagt und schreit deswegen zum Himmel:
„Und weiter sprach sie: Im Herzen des Vaters war ich verborgen, bis der Menschensohn, in Jungfräulichkeit empfangen und geboren, sein Blut vergoss. Mit diesem Blut, als seiner Mitgift, hat er mich sich vermählt.
Die Wundmale meines Bräutigams bleiben frisch und offen, solange die Sündenwunden der Menschen offen sind. Eben dieses Offenbleiben der Wunden Christi ist die Schuld der Priester. Mein Gewand zerreißen sie dadurch, dass sie Übertreter des Gesetzes, des Evangeliums und ihrer Priesterpflicht sind. Meinem Mantel nehmen sie den Glanz, da sie die ihnen auferlegten Vorschriften in allem vernachlässigen. Sie beschmutzen meine Schuhe, da sie die geraden, das heißt die harten und rauen Wege der Gerechtigkeit nicht einhalten und auch ihren Untergebenen kein gutes Beispiel geben.“
Der Papst erläutert diese Vision Hildegards vor den Kardinälen und der Kurie, knapp 840 Jahre nach der Niederschrift dieses Gesichts, und es ist so aktuell und zeitlos wie nie zu vor:
„Das Gesicht der Kirche ist in der Vision der heiligen Hildegard mit Staub bedeckt, und so haben wir es gesehen. Ihr Gewand ist zerrissen – durch die Schuld der Priester. So, wie sie es gesehen und gesagt hat, haben wir es in diesem Jahr erlebt. Wir müssen diese Demütigung als einen Anruf zur Wahrheit und als einen Ruf zur Erneuerung annehmen. Nur die Wahrheit rettet. Wir müssen fragen, was wir tun können, um geschehenes Unrecht so weit wie möglich gutzumachen. Wir müssen fragen, was in unserer Verkündigung, in unserer ganzen Weise, das Christsein zu gestalten, falsch war, dass solches geschehen konnte. Wir müssen zu einer neuen Entschiedenheit des Glaubens und des Guten finden. Wir müssen zur Buße fähig sein. Wir müssen uns mühen, in der Vorbereitung zum Priestertum alles zu versuchen, damit solches nicht wieder geschehen kann.“
Mit der Kanonisierung Hildegards im Mai 2012 hat der Heilige Vater offiziell gemacht, was alle schon immer wussten und geglaubt haben: Dass die Äbtissin und Gründerin von Rupertsberg und Eibingen eine Heilige ist. Zugleich aber zeigt diese Geste die andächtige Verbeugung eines zarten, weißhaarigen Mannes vor der größten intellektuellen Frau ihres Zeitalters. Nicht zuletzt bedeutet dieses Dekret auch die anerkennende Würdigung einer großartigen Verbündeten, die bereits vor 800 Jahren einen feurigen Kampf für die heilige Kirche führte – es ist derselbe, den dieser Papst entschlossen aufgenommen hat.
[Zuerst erschienen im Vatican-Magazin 2012 anlässlich der Kanonisierung der hl. Hildegard]
September 17, 2016 No Comments
Die Rheinpfalz über mein Buch „Konvertiten. Ergreifende Glaubenszeugnisse“
>>Wenz hat einen Blick für absonderlich und außergewöhnlich erscheinende Ereignisse und Erfahrungen, und sie versteht es, sie lebendig zu schildern. << Aus dem Artikel in der Rheinpfalz vom 7.9.16 im Nachgang zu meiner ersten Lesung von "Konvertiten. Ergreifende Glaubenszeugnisse."
September 9, 2016 No Comments
Zum Mord an Père Jacques Hamel – Erzmärtyrer
Juli 27, 2016 No Comments
SOMMERAKTION
****SOMMERAKTION****
Wer ein persönlich signiertes Exemplar des „Farnese-Komplotts“ (Radio Vatikan Buchtipp November 2015) oder ein persönlich signiertes Exemplar meiner Neuerscheinung aus April 2016 „Konvertiten. Ergreifende Glaubenszeugnisse“ – oder beides – erstehen möchte, zusammen mit einer wahlweise würzigen, einer süßen oder einer hochprozentigen Kleinigkeit, möge sich bitte hier im Kommentarbereich melden oder via b.wenz1967[@]gmail.com – eckige Klammern weglassen.
Alles Weitere dann per Mail.
Juli 14, 2016 No Comments
Der heilige Padre Pio von Pietrelcina ermutigt zum Gebet
„Schließe die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist“
Beim Beten und bei der Meditation sei gewissenhaft. Du hast mir gesagt, dass du damit schon angefangen hast. Das ist ein ganz großer Trost für einen Vater, der dich so liebt wie sich selbst. Mach also so weiter mit dieser Übung, Gott zu lieben. Mach jeden Tag einen Schritt mehr: nachts, beim schwachen Schein der Lampe, in deinen Schwachheiten und der geistigen Trockenheit – oder bei Tage, in der Freude und dem Licht, das die Seele erstrahlen lässt.
Wenn du kannst, sprich im Gebet mit dem Herrn, preise ihn. Wenn es dir nicht gelingt, weil du im geistlichen Leben noch nicht weit genug fortgeschritten bist, dann mach dir keine Sorgen; schließ dich in dein Zimmer ein und bring dich in die Gegenwart Gottes. Er wird dich sehen und deine Gegenwart und Stille zu schätzen wissen. Dann nimmt er dich bei der Hand, spricht mit dir, geht die hundert Schritte in den Laubengängen dieses Gartens, nämlich des Gebets, und du wirst Trost finden. Einfach in der Gegenwart des Herrn bleiben, um zu bekunden, dass wir seine Diener sein wollen: das ist eine ausgezeichnete geistliche Übung, die uns auf dem Weg zur Vollkommenheit Fortschritte machen lässt.
Wenn du im Gebet mit Gott verbunden bist, prüfe, wer du wirklich bist; sprich mit ihm, wenn du kannst, und wenn es dir nicht möglich ist, sei still, bleibe vor ihm. Unternimm keine weiteren Versuche.
Juni 15, 2016 No Comments
С Праздником!
Die russisch-orthodoxe Kirche feiert, wie auch die anderen orthodoxen Kirchen an diesem Sonntag Palmsonntag, also den Einzug des Herrn in Jerusalem.

Allen orthodoxen Geschwistern eine gesegnete Karwoche!
April 24, 2016 No Comments
Gebet des Petrus und der ersten Apostel
Du bist heilig, Herr, allmächtiger Gott,
Vater unseres Herrn Jesus Christus,
Paradies des Glücks, königliches Szepter,
erfüllende Liebe, sichere Hoffnung…
Du bist heilig, Herr und Gott,
du bist der König der Könige und Herr der Herren.
Du allein bist unsterblich.
Du wohnst in unzugänglichem Licht,
das niemand jemals gesehen hat.
Du fährst einher auf den Flügeln des Sturmes;
Du hast den Himmel geschaffen, die Erde und das Meer
und alles, was dazugehört.
Die Winde machst Du Dir zu Boten
und lodernde Feuer zu Deinen Dienern;
Du hast den Menschen geschaffen nach Deinem Bild, Dir ähnlich,
Du hast den Himmel mit ausgespannter Hand vermessen
und die ganze Erde mit dem Finger Deiner Hand.
Ja, wie wunderbar sind Deine Werke in Deiner Gegenwart.
April 18, 2015 No Comments
Ausblick auf meine nächsten Veröffentlichungen
Im PUR-Magazin Februar 2015 ist ein Kurzporträt des Dominikanerordens erschienen, im Vatican-Magazin Februar 2015 (kommt Mitte des Monats) habe ich über die heilige Clothilde und Chlodwig, also die Merowinger und das Christentum geschrieben.
In Bälde sollte mein Interview mit Torsten Hartung („Du musst dran glauben“) plus Rezension seines unglaublich beeindruckenden Buches in der Tagespost erscheinen. Dort plane ich auch für die Reihe „Poeten, Priester und Propheten“ einen Beitrag über Karin Struck sowie über Paul Claudel.
Ich darf auch nochmal über die preisgünstige Möglichkeit hinweisen, die „Tagespost“ als ePaper für 14 Euro im Monat zu abonnieren.
Als nächster Orden im Kurzporträt ist dann der Karmel eingeplant, für das Vatican-Magazin als Heiligtum der besonderen Art die Basilika St. Kastor in Koblenz.
Februar 4, 2015 No Comments
Botschaft von Papst Franziskus zur Fastenzeit 2015 – Auszüge
1. „Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ (1 Kor 12,26) – Die Kirche
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Die Kirche ist communio sanctorum, weil die Heiligen an ihr teilhaben, aber auch weil sie Gemeinschaft an heiligen Dingen ist: an der Liebe Gottes, die in Christus offenbar geworden ist, und an allen seinen Gaben. Zu diesen gehört auch die Antwort derer, die sich von dieser Liebe erreichen lassen. In dieser Gemeinschaft der Heiligen und der Teilhabe am Heiligen besitzt keiner etwas nur für sich, sondern was er hat, ist für alle. Und weil wir in Gott verbunden sind, können wir auch etwas für die Fernen und diejenigen tun, die wir aus eigener Kraft niemals erreichen könnten, denn mit ihnen und für sie beten wir zu Gott, damit wir uns alle seinem Heilswirken öffnen.
2. „Wo ist dein Bruder?“ (Gen 4,9) – Die Gemeinden und die Gemeinschaften
Um das, was Gott uns schenkt, empfangen und vollkommen fruchtbar machen zu können, müssen wir die Grenzen der sichtbaren Kirche in zwei Richtungen überschreiten.
Zum einen, indem wir uns betend mit der Kirche des Himmels verbinden. Wenn die irdische Kirche betet, entsteht eine Gemeinschaft des gegenseitigen Dienstes und des Guten, die bis zum Angesicht Gottes reicht. Mit den Heiligen, die ihre Fülle in Gott gefunden haben, bilden wir einen Teil jenes Miteinanders, in dem die Gleichgültigkeit durch die Liebe überwunden ist. Die Kirche des Himmels ist nicht triumphierend, weil sie sich von den Leiden der Welt abgewandt hat und sich ungestört der Freude hingibt. Vielmehr können die Heiligen schon sehen und sich darüber freuen, dass sie mit dem Tod und der Auferstehung Jesu die Gleichgültigkeit, die Hartherzigkeit und den Hass ein für alle Mal überwunden haben. Solange dieser Sieg der Liebe nicht die ganze Welt durchdrungen hat, sind die Heiligen noch mit uns als Pilger unterwegs. In der Überzeugung, dass die Freude im Himmel über den Sieg der gekreuzigten Liebe nicht vollkommen ist, solange auch nur ein Mensch auf der Erde leidet und stöhnt, schrieb die heilige Kirchenlehrerin Terese von Lisieux: „Ich rechne bestimmt damit, im Himmel nicht untätig zu bleiben. Mein Wunsch ist, weiter für die Kirche und die Seelen zu arbeiten“ (Brief Nr. 254 vom 14. Juli 1897).
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3. „Macht euer Herz stark“ (Jak 5,8) – Der einzelne Gläubige
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Deswegen, liebe Brüder und Schwestern, möchte ich mit euch in dieser österlichen Bußzeit Christus bitten: „Fac cor nostrum secundum cor tuum – Bilde unser Herz nach deinem Herzen“ (Gebetsruf aus der Herz-Jesu-Litanei). Dann werden wir ein starkes und barmherziges, waches und großmütiges Herz haben, das sich nicht in sich selbst verschließt und nicht in den Schwindel der Globalisierung der Gleichgültigkeit verfällt. …
Ganzer Wortlaut hier auf kath.net
Januar 27, 2015 No Comments
Sidonius Apollinaris: Über die fränkischen Krieger
Auch dieser (Maioranus) bezwingt Ungeheuer; denen hängt das Haar, vom rötlichen Haupt herniedergezogen, in die Stirn, und der entblößte Nacken glänzt durch das Fehlen von Haaren; es schillern wasserblaue Augen in hellem Glanz, und da sie im Gesicht ganz rasiert sind, durchpflügen sie, statt eines Bartes, nur die dünnen Scheitelhaare mit dem Kamm. Ein genähtes Gewand umspannt eng die gewaltigen Glieder der Männer, da die Kleidung hoch getragen wird, bleibt ihnen das Knie frei. Ein breiter Gurt umspannt den schlanken Leib. Die schnellen Äxte aus weiter Entfernung zu werfen und zuvor den Ort des Einschlags zu wissen, auch die Schilde kreisen zu lassen, ist ihnen ein Spaß, ebenso, geschleuderten Speeren im Sprung zuvorzukommen und ehen an den Feind zu gelangen. Schon im Knabenalter reift die Lust am Krieg. Geraten sie einmal in einen Nachteil, sei es durch Minderzahl, sei es durch Ungunst des Geländes, über der Tod sie, nicht die Furcht; unbesiegbar halten sie stand, und ihr Mut überlebt beinahe noch ihren letzten Atemzug.
Sidonius Apollinaris, carm. 5 v 238-253
Januar 22, 2015 No Comments
