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Sidonius Apollinaris: Über die fränkischen Krieger

Auch dieser (Maioranus) bezwingt Ungeheuer; denen hängt das Haar, vom rötlichen Haupt herniedergezogen, in die Stirn, und der entblößte Nacken glänzt durch das Fehlen von Haaren; es schillern wasserblaue Augen in hellem Glanz, und da sie im Gesicht ganz rasiert sind, durchpflügen sie, statt eines Bartes, nur die dünnen Scheitelhaare mit dem Kamm. Ein genähtes Gewand umspannt eng die gewaltigen Glieder der Männer, da die Kleidung hoch getragen wird, bleibt ihnen das Knie frei. Ein breiter Gurt umspannt den schlanken Leib. Die schnellen Äxte aus weiter Entfernung zu werfen und zuvor den Ort des Einschlags zu wissen, auch die Schilde kreisen zu lassen, ist ihnen ein Spaß, ebenso, geschleuderten Speeren im Sprung zuvorzukommen und ehen an den Feind zu gelangen. Schon im Knabenalter reift die Lust am Krieg. Geraten sie einmal in einen Nachteil, sei es durch Minderzahl, sei es durch Ungunst des Geländes, über der Tod sie, nicht die Furcht; unbesiegbar halten sie stand, und ihr Mut überlebt beinahe noch ihren letzten Atemzug.

Sidonius Apollinaris, carm. 5 v 238-253

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