Journalistin und Autorin

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Italy revisited

Ja, es musste sein, ich mache hier nicht Urlaub aus Spaßgründen, aber ich musste einiges erledigen und habe mich nun zum ersten Mal wieder getraut – und weil ich eben musste.
Zunächst bemerkt, es hat sich nicht viel verändert. Fast alle Restaurants und Bars sind noch geöffnet, aber ich sehe mehr Italien-Flaggen vor den Häusern und auch diese Regenbogenbilder, die Kinder gemalt haben, in den Fenstern kleben. Ich kann nicht für andere Regionen und gar Städte sprechen, denn ich bin hier mitten auf dem Land.
Hier zumindest ist die Disziplin der Italiener in puncto Masketragen ist vorbildlich. Wenn ich im Supermarkt einkaufen war und in die Autos neben mir schaue, desinfizieren sich wirklich alle, nachdem sie ins Auto zurückgekehrt sind, ganz selbstverständlich die Hände. Es gibt viel weniger Gemeckere und Gemotze als in Deutschland, das war mir aber nach 20 Jahren Italien-Erfahrung eh klar. Die Italiener hat es sehr hart getroffen und sie sind ein Völkchen, das zwar unter der Zeit tut, was es will, aber wenn die nationale Katastrophe dann da ist, diszipliniert, solidarisch und verantwortungsvoll agiert. Ich kenne das noch von dem verheerenden Erdbeben des Jahres 2009. Überhaupt organisieren sich die Italiener immer solide angesichts des Chaos. Eine Eigenschaft, die ich schätzen gelernt habe und bei uns Deutschen dann eher vermisse.
Ab Sonntag gilt hier auch Maskenpflicht auf der Straße und auf öffentlichen Plätzen, außerdem gilt es als Pflicht, eine Maske mit sich zu führen.
Das Masketragen beeinträchtigt mich persönlich nicht und tut mir nicht weh. Es ist eine lästige Pflicht, aber ich nehme sie halt in Gottes Namen auf mich, um vor allem andere, aber eben auch mich selbst zu schützen. Solange mir niemand das Gegenteil beweist, gehe ich davon aus, dass sie diese Wirkung auch tatsächlich eben hat (auch dazu gibt es Debatten, aber es gibt Dinge, die ich nicht debattiere. Das wäre übrigens auch einmal eine Haltung, die ich vielen Deutschen wünschen würde. Nicht nur politisch und gesellschaftlich, sondern auch innerkirchlich etwa. Aber andere Baustelle.)
Insgesamt ist die Luft, die ich hier atmen darf die nächsten Tage, freier, selbst unter der Maske. Wenn man ein Jahr lang nicht hier war und nur diesen deutschen Mief mitbekommen hat, ist der Unterschied gravierend. Selbstverständlich jammert jeder, aber es ist auf gewisse Art anders – die Bedienung in meiner Stammbar meinte, wir sind jetzt alle gleich, alt und jung, reich oder arm, angesichts dieser Krankheit. Und man vertraut hier mehr auf Gott und Jesus, vielleicht hilft das, anstatt sich in Hybris zu erheben und zu denken, man wüsste alles besser und könne die Welt belehren. Doch tatsächlich bewundern sie hier auch die Deutschen, das wir bislang so glimpflich durch die Krise gekommen sind, das will ich nicht verschweigen.
Bleibt gesund und vertraut auf Jesus Christus!

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