Journalistin und Autorin

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Barmherzigkeitssonntag

Heute wäre normalerweise für viele katholische Kinder die Erstkommunion. Man nennt den Sonntag nach Ostern auch „Weißen Sonntag“. Doch im Jahre des Herrn 2020 ist das alles anders, vielleicht sogar so, wie es einstmals vor dem 4. Jahrhundert war, zu Zeiten der Christenverfolgung: Keine heiligen Messen, keine offiziellen öffentlichen Taufen, keine Erstkommunion. Dafür viel Hauskirche, denn „wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen.“ Diese Zusage war noch nie so wichtig und wesentlich wie heute – auch wenn wir unsere heiligen Messen furchtbar vermissen (und vermutlich künftig KEINEN Sonntag mehr müßig ausschlafen werden, weil wir womöglich – der eine oder die andere – zum ersten Mal gemerkt haben, wie schlimm es ist, nicht gehen zu KÖNNEN, und was für ein Privileg es doch ist, gehen zu dürfen.)

Diese Zeit ist auch eine sehr gnadenreiche Zeit, vielleicht hat das auch schon so mancher Agnostiker oder Atheist festgestellt. Wir kommen zum Wesentlichen: Zum Hier und Jetzt. Natürlich drehen wir uns gedanklich in Angst und Panik an manchen Tagen nur noch im Kreis. Aber es gibt auch gute Tage: Tage, in denen wir zuversichtlich sein können, morgens aufstehen, sei es nur aus dem Grund, weil wir unser Sportprogramm erfüllen wollen (bei mir 30 Minuten Walking, danach kalter Kneippguss – wirkt wunderbar und stärkt die Abwehr, Hochwürden Kneipp hat damit sogar seine Lungentuberkulose ausgeheilt).

Unser evangelischer Pfarrer betreut seine Gemeinde via eines öffentlichen Briefkastens, diese US-style Geschichte, die Klappe kann jeder nach Belieben öffnen, darin finden sich ganz wundervolle Impulse plus Gebet und Segen zu den hohen Festtagen, auch zum heutigen Weißen Sonntag gab es wunderschöne Gedanken.
Mein katholischer Beichtvater verschickt via WhatsApp zweiminütige Impulse, die mir zur Zeit mehr geben als jede lange Predigt.
Und es gibt noch ein paar gute Nachrichten:

Meine alten Weggenossen und Kampfgefährten aus der katholischen Bloggerszene schreiben wieder. Wenn jetzt noch Scipio wieder anfinge, hätten wir eine Troika.

– Hier geht es zu St. Dymphnas Gedankenwelt – und wie der Name schon sagt, Sankt Dymphna ist die Schutzpatronin der Geisteskranken, sind die Beiträge wundervoll abseitig, authentisch, ehrlich, ungewöhnlich und dabei strikt katholisch. (Übrigens haben wir Katholiken sogar auch eine heilige Corona, eine Schutzpatronin gegen Seuchen, was bedeutet, das wir strikt an persönliche Zuständigkeiten und Kompetenzen glauben. Die Leute, die uns helfen, sind zwar schon tot, aber dafür kompetenter als so manche Sozialpädagogen oder Europapolitiker.)

Hochwürden Alipius bloggt auch wieder, was mich besonders freut, denn sein Stil ist einfach pur „die Achtziger Jahre“, lässig, ein bisschen hochtoupiert und dann gesprayt, sehr selbstironisch.

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