Journalistin und Autorin

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Nein, ich habe die Serie über russische Restaurants in Deutschland

nicht vergessen.
Ich war auch schon in Baden-Baden zu Besuch. Dort kocht man im Hotel und Gästehaus Hirsch sowohl deutsch wie auch russisch, wobei die russische Karte überschaubar ist.

Allerdings habe ich festgestellt, dass es bei mir sowieso immer auf Pelmeni rausläuft, egal, was ich mir vornehme. Und Borschtsch habe ich auch bestellt, obwohl ich versprochen hatte, keinen zu bestellen. Plötzlich überfiel mich jedoch eine unbändige Lust auf Borschtsch. Ich kam nicht dagegen an. Ich habe das einmal pro Jahr, dann muss ich einen selbst kochen oder essen gehen. Aber es macht ja keinen Spaß mehr mit diesem ständigen Hickhack, dass das ja ukrainische Nationalerbe sei und eben nicht russisch. Vielleicht einigt man sich irgendwann drauf, dass es aus der Kiewer Rus‘ stammt, dann passt es wieder. Der ukrainische Nationalismus treibt wahrlich manche Blüte – aber nicht nur der.

Serviert wurde der Borschtsch ordentlich mit Sauerrahm (smetana), geschmacklich einwandfrei, jedoch hätte ihm ein wenig Fleischeinlage gut getan.

Ebenso wie bei den schön in zerlassener Butter schwimmenden Pelmeni war jedoch merkwürdigerweise gehackte Petersilie obenauf statt Dill. Auch die Pelmeni kamen mit extra smetana, aber leider ohne Tomatenmark. Ich hatte mal eine russische Haushaltshilfe, die hat die besten Pelmeni aller Zeiten gemacht und brachte mir immer einen riesigen Topf. Die servierte die aber mit smetana und Tomatenmark. Und merkwürdigerweise, wie mir gerade einfällt, auch ohne Dill.

Beim zweiten Mal kam ich wieder nicht um die Teigtaschen drumrum, es ist ein Kreuz. Da ich aber weiß, dass Filet Stroganoff ziemlich überschätzt wird, bestelle ich es mir erst gar nicht. Und was ich echt mal gerne wieder essen würde, nämlich Kotelett Kiewer Art – das ist eine mit Petersilienbutter gefüllte panierte Hühnerbrust – birgt schon wieder Konfliktpotential. Die Wareniki sind kleine Maultäschchen mit Sauerkraut und Kartoffelbrei gefüllt, in jede Menge zerlassene Butter getaucht, gebratener Speck obendrüber. Dill böte sich als Garnierung an, aber gut, ich habe vergessen zu fragen, warums nur Peterle gibt.

Also, da ich eh immer nur Pelmeni bestelle, besuche ich als nächstes in Karlsruhe die „Pelmeneria“. Da gibt es alles, was ich eigentlich vom Russen will. Nämlich Pelmeni und Schaschlik.

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