{"id":751,"date":"2020-04-14T15:46:43","date_gmt":"2020-04-14T13:46:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.barbara-wenz.de\/?p=751"},"modified":"2020-04-14T15:46:43","modified_gmt":"2020-04-14T13:46:43","slug":"frohe-und-gesegnete-ostern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barbara-wenz.de\/?p=751","title":{"rendered":"Frohe und gesegnete Ostern"},"content":{"rendered":"<p>Mitten im Osterjubel &#8211; wir sind ja erst in die Oktav eingetreten &#8211; ein kleiner R\u00fcckblick, eine starke Meditation unseres emeritierten Papstes aus dem Jahre 2009 anl\u00e4sslich des Kreuzwegs am Kolosseum. Es sind lichte Worte, die eine besondere Aktualit\u00e4t gerade jetzt in dieser Zeit haben, fand ich.<\/p>\n<p>>>Am Ende des dramatischen Berichts der Passion vermerkt der Evangelist Markus: \u00bbAls der Hauptmann, der Jesus gegen\u00fcberstand,ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieserMensch war Gottes Sohn\u00ab (Mk 15, 39).<br \/>\nDas Bekenntnis des Glaubens dieses r\u00f6mischen Soldaten, der bei den verschiedenen aufeinanderfolgenden Phasen der Kreuzigung zugegen war, muss uns \u00fcberraschen. Als die Dunkelheit der Nacht \u00fcber diesen in der Geschichte einmaligen Freitag hereinzubrechen begann, als das Opfer des Kreuzes schon vollzogen war und die Anwesenden sich beeilten, um das j\u00fcdische Pascha planm\u00e4\u00dfig feiern zuk\u00f6nnen, da erklangen in der Stille angesichts jenes ganz einzigartigenTodes die wenigen Worte aus dem Munde eines namenlosen Hauptmanns der r\u00f6mischen Truppe. Dieser Offizier der r\u00f6mischen Truppe, der der Hinrichtung eines von vielen zum Tode Verurteilten beigewohnt hatte, konnte in jenem Gekreuzigten den Sohn Gottes erkennen, der in ganz erniedrigender Verlassenheit verstorben war. Sein sch\u00e4ndliches Ende h\u00e4tte den endg\u00fcltigen Triumph des Hasses und des Todes \u00fcber die Liebe und das Leben bedeuten sollen.<br \/>\nAber so war es nicht! Auf Golgata erhob sich das Kreuz, an dem ein bereits toter Mann hing, aber der Mann dort war der \u00bbSohn Gottes\u00ab, wie der Hauptmann bekannte \u2013 \u00bbals er ihn auf diese Weise sterben sah\u00ab, pr\u00e4zisiert der Evangelist.Das Glaubensbekenntnis dieses Soldaten wird uns jedes Mal,wenn wir die Leidensgeschichte nach Markus h\u00f6ren, wieder vorgelegt.[\u2026]<br \/>\nWir haben wieder die tragische Geschichte eines Mannes nachempfunden, der einzig ist in der Geschichte aller Zeiten und der die Welt ver\u00e4ndert hat, indem er nicht andere t\u00f6tete, sondern sich selbst ans Kreuz geh\u00e4ngt t\u00f6ten lie\u00df. Dieser Mensch, der scheinbar einer von uns ist und der bei seinem Tod seinen Henkern vergibt, ist der \u00bbSohn Gottes\u00ab, der \u2013 wie der Apostel Paulus uns erinnert\u2013 \u00bbnicht daran festhielt, wie Gott zu sein, sondern sich ent\u00e4u\u00dferte und wie ein Sklave wurde \u2026 sich erniedrigte und gehorsam war bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz\u00ab (vgl.Phil 2,6-8).<br \/>\nDas schmerzliche Leiden des Herrn Jesus muss selbst die h\u00e4rtesten Herzen zum Mitleid bewegen, denn es bildet den Gipfel der Offenbarung der Liebe Gottes zu einem jeden von uns. Der heilige Johannes bemerkt: \u00bbGott hat die Welt so sehr geliebt, dasser seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt,nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat\u00ab (Joh 3,16).Aus Liebe zu uns stirbt Christus am Kreuz!<br \/>\nIm Laufe der Jahrtausende haben sich Scharen von M\u00e4nnern und Frauen von diesem Geheimnis anziehen lassen und sind Ihm gefolgt. Dabei haben sie ihrerseits wie Er und dank seiner Hilfe das eigene Leben zu einer Gabe f\u00fcr die Mitmenschen gemacht. Es sind die Heiligen und die M\u00e4rtyrer, von denen viele uns unbekannt bleiben. Wie viele Menschen vereinen auch in unserer Zeit in der Stille des t\u00e4glichen Lebens ihre Leiden mit denen des Gekreuzigten und werden zu Aposteln einer echten geistlichen und gesellschaftlichen Erneuerung!<br \/>\nWas w\u00e4re der Mensch ohne Christus? Augustinus stellt fest:\u00bbDu f\u00e4ndest dich immerzu im Elend, wenn er dir nicht Erbarmen erwiesen h\u00e4tte. Du w\u00e4rst nicht wieder zum Leben gekommen,wenn er nicht mit dir den Tod geteilt h\u00e4tte. Du w\u00e4rst zugrundegegangen, wenn er dir nicht zu Hilfe gekommen w\u00e4re. Du w\u00e4rst verloren, wenn er nicht gekommen w\u00e4re\u00ab (Sermo 185,1). Warum also nehmen wir Ihn nicht in unserem Leben auf? Verweilen wir [\u2026], um sein entstelltes Antlitz zu betrachten: Es ist das Antlitz des Schmerzensmannes, der all unsere t\u00f6dlichen \u00c4ngste auf sich geladen hat. Sein Angesicht spiegelt sich in dem jedes gedem\u00fctigten und beleidigten, kranken und leidenden, einsamen,verlassenen und verachteten Menschen. Durch sein Blutvergie\u00dfen hat er uns von der Knechtschaft des Todes befreit, hat die Einsamkeit unserer Tr\u00e4nen gesprengt, ist in all unser Leid und in all unsere Sorgen eingetreten.[\u2026] W\u00e4hrend das Kreuz auf Golgata emporragt, geht der Blick unseres Glaubens voraus zum Anbruch des neuen Tages, und wir kosten schon die Freude und den Glanz von Ostern. \u00bbSind wir nun mit Christus gestorben\u00ab, \u2013 schreibt der heilige Paulus \u2013 \u00bbso glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden\u00ab (R\u00f6m 6,8).<br \/>\nIn dieser Gewissheit gehen wir unseren Weg weiter.<\/p>\n<p>Benedikt XVI., Kreuzweg am Kolosseum, Karfreitag am 10. April 2009<<\n\n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten im Osterjubel &#8211; wir sind ja erst in die Oktav eingetreten &#8211; ein kleiner R\u00fcckblick, eine starke Meditation unseres emeritierten Papstes aus dem Jahre 2009 anl\u00e4sslich des Kreuzwegs am Kolosseum. 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