{"id":283,"date":"2017-03-04T16:38:57","date_gmt":"2017-03-04T14:38:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.barbara-wenz.de\/?p=283"},"modified":"2017-03-04T20:09:22","modified_gmt":"2017-03-04T18:09:22","slug":"fastenlektuere-ratzingers-einfuehrung-in-das-christentum-re-readed","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barbara-wenz.de\/?p=283","title":{"rendered":"Fastenlekt\u00fcre: Ratzingers Einf\u00fchrung in das Christentum"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aus dem Vorwort zur Neuausgabe 2000:<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Gott aber ist &#8230; nicht blo\u00df irgendein theoretischer Abschluss des Weltbildes, mit dem an sich tr\u00f6stet, an dem man sich anh\u00e4lt oder einfach vor\u00fcbergeht. Das sehen wir heute \u00fcberall dort, wo seine bewusste Leugnung konsequent geworden ist und wo seine Abwesenheit durch nichts mehr gemildert wird. Denn zun\u00e4chst geht da, wo man Gott ausl\u00e4sst, scheinbar alles weiter wie bisher. Gewachsene Grundentscheidungen, Grundformen des Lebens bleiben bestehen, auch wenn sie ihre Begr\u00fcndung verloren haben. Aber wenn, wie es Nietzsche darstellt, die Botschaft einmal wirklich ankommt, die Menschen ins Herz trifft, dass Gott tot sei, dann wird alles anders. Das zeigt sich heute zum einen in dem wissenschaftlichen Umgang mit dem menschlichen Leben, bei dem der Mensch ganz von selbst zum technischen Objekt wird, als Mensch immer mehr verschwindet. Wenn man Embryonen technisch &#8218;z\u00fcchtet&#8216;, um &#8218;Forschungsmaterial&#8216; zu haben und Organvorr\u00e4te zu gewinnen, die dann anderen Menschen nutzen sollen &#8211; da gibt es schon kaum mehr einen Aufschrei des Entsetzens. Der Fortschritt verlangt dies alles, und die Ziele sind ja edel: Die Lebensqualit\u00e4t der Menschen zu verbessern, jedenfalls derjenigen, die es sich leisten k\u00f6nnen &#8230; <em>Aber wenn der Mensch in seinem Ursprung und in seinen Wurzeln sich selbst nur Objekt ist, wenn er &#8218;produziert&#8216; und in der Produktion nach W\u00fcnschen und N\u00fctzlichkeiten selektiert wird, was soll dan \u00fcberhaupt der Mensch noch vom Mensch denken? <\/em><br \/>\nWie sich zu ihm verhalten? <em>Wie wird der Mensch zum Menschen stehen, wenn er nichts mehr vom g\u00f6ttlichen Geheimnis im anderen finden kann, sondern nur noch sein eigenes Machen-K\u00f6nnen?<\/em> Was hier in den &#8218;hohen&#8216; Zonen der Wissenschaft erscheint, hat sein Spiegelbild \u00fcberall dort, wo es gelungen ist, auch in der Breite den Menschen Gott aus dem Herz zu rei\u00dfen. Heute gibt es Freizonen des Menschenhandels, des zynischen Verbrauchs des Menschen, denen die Gesellschaft wehrlos gegen\u00fcbersteht. [Ratzinger nennt als Beispiel nun Handel mit Zwangsprostituierten in Albanien]<br \/>\nUnd sehen wir nicht \u00fcberall um uns herum, in scheinbar ganz geordneter Umgebung, das <em>Wachsen der Gewalt<\/em>, die immer selbstverst\u00e4ndlicher und immer hemmungsloser wird?&#8220;<\/p>\n<p>[Hervorhebungen von mir.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Vorwort zur Neuausgabe 2000: &#8222;Gott aber ist &#8230; nicht blo\u00df irgendein theoretischer Abschluss des Weltbildes, mit dem an sich tr\u00f6stet, an dem man sich anh\u00e4lt oder einfach vor\u00fcbergeht. Das sehen wir heute \u00fcberall dort, wo seine bewusste Leugnung konsequent geworden ist und wo seine Abwesenheit durch nichts mehr gemildert wird. 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