{"id":110,"date":"2014-08-17T13:24:06","date_gmt":"2014-08-17T11:24:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.barbara-wenz.de\/?p=110"},"modified":"2014-08-17T13:24:06","modified_gmt":"2014-08-17T11:24:06","slug":"ein-kommentar-zu-matthaeus-15-21-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.barbara-wenz.de\/?p=110","title":{"rendered":"Ein Kommentar zu Matth\u00e4us 15, 21-28"},"content":{"rendered":"<p>In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zur\u00fcck.<br \/>\nDa kam eine kanaan\u00e4ische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem D\u00e4mon gequ\u00e4lt.<br \/>\nJesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine J\u00fcnger zu ihm und baten: Befrei sie (von ihrer Sorge), denn sie schreit hinter uns her.<br \/>\nEr antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.<br \/>\nDoch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!<br \/>\nEr erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.<br \/>\nDa entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen.<br \/>\nDarauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist gro\u00df. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt. Matth\u00e4us 15, 21-28<\/p>\n<p>Wilhelm von Saint-Thierry (um 1085 &#8211; 1148), Benediktiner, dann Zisterzienser<br \/>\nMeditative Gebete, 2<\/p>\n<p>>>\u201eHab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids\u201c<\/p>\n<p>Manchmal, Herr, f\u00fchle ich, dass du vor\u00fcbergehst; Du bleibst nicht f\u00fcr mich stehen, du gehst vorbei, doch ich schreie zu dir wie die Kanan\u00e4erin. Werde ich es denn noch wagen, mich dir zu n\u00e4hern? Ganz sicher, denn die kleinen Hunde, die man aus dem Haus ihres Herrn gejagt hat, werden nicht m\u00fcde zur\u00fcckzukommen, und weil sie das Haus bewachen, bekommen sie t\u00e4glich ihr Brot. Auch ich bin noch verjagt; vor die T\u00fcr gesetzt, schreie ich; beschimpft, bitte ich. So wie die kleinen Hunde nicht fern von den Menschen leben k\u00f6nnen, so auch meine Seele nicht fern von meinem Gott!<\/p>\n<p>\u00d6ffne mir, Herr, damit ich zu dir kommen kann, um in dein Licht eingeh\u00fcllt zu werden. Du wohnst in den Himmeln, du hast dich im Finstern verborgen, in der dunklen Wolke. Wie der Prophet sagt: \u201eDu hast dich in Wolken geh\u00fcllt, kein Gebet kann sie durchsto\u00dfen\u201c (Klgl 3,44). Ich bin gefangen auf der Erde, das Herz wie im Morast&#8230; Deine Sterne funkeln nicht mehr f\u00fcr mich, die Sonne hat sich verdunkelt, der Mond scheint nicht mehr. Ich h\u00f6re sehr wohl, wie deine Wundertaten in den Psalmen, Hymnen und geistlichen Liedern besungen werden. Im Evangelium leuchten deine Worte und Gesten in hellem Licht. Das Vorbild deiner Diener&#8230;, das Drohen und die Verhei\u00dfungen deiner Schriften voll Wahrheit dr\u00e4ngen sich meinen Augen auf und wollen die Taubheit meiner Ohren durchdringen. Doch mein Geist ist verh\u00e4rtet; ich habe gelernt, im Glanz der Sonne zu schlafen; ich habe mir angew\u00f6hnt, nicht mehr zu sehen, was sich mir dergestalt darbietet&#8230;<\/p>\n<p>Bis wann, Herr, bis wann wirst du noch z\u00f6gern, bis du deine Himmel aufrei\u00dft, herabsteigst, um meine Schl\u00e4frigkeit aufzubrechen? (vgl. Ps 12,1; Jes 64,1). Ich will nicht mehr das sein, was ich bin&#8230;., ich m\u00f6chte umkehren und wenigstens am Abend zur\u00fcckkommen wie ein kleiner Hund, der Hunger hat. Ich durchstreife deine Stadt; sie pilgert noch teilweise \u00fcber die Erde, obwohl ein Gro\u00dfteil ihrer Bewohner ihre Freude in den Himmeln gefunden hat. Werde auch ich dort vielleicht meine Wohnung finden? <<\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zur\u00fcck. Da kam eine kanaan\u00e4ische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! 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