Journalistin und Autorin

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Die Botschaft von Fatima und ich

Ich bin ja von Haus eigentlich Protestantin und wohl unverdächtig, gegenüber Marienerscheinungsorten anfällig zu sein. Ich darf auch sagen, ich war schon oft genug an allen möglichen heiligen Orten, Rom, Loreto, Assisi, Norcia, Cascia, Bari und San Giovanni Rotondo, bedeutendere und weniger bedeutende ohne Zahl.
Fatima ist einzigartig. Dabei konnte ich nie wirklich etwas damit anfangen, bis ich endlich hier war. Wo ich mich zuhause noch jedes Mal überwinden musste, endlich einmal wieder den Rosenkranz zu beten, ich lief in Fatima durch die Straßen und ließ die Perlen durch meine Finger gleiten, als würde ich Schwimmzüge machen. Es war so natürlich wie zu atmen.
Nossa Senhora, sie ist da – niemand braucht sich etwas vorzumachen. Natürlich kann man das ignorieren, aber es ändert nichts.
Und noch etwas: Das Zeichen von Fatima ist auch ein Zeichen der unbedingten Liebe zum Papst. Bei allem Hader und Zwist, bei allem Unwohlsein, das ich manchmal auch teile – ein kleines Hirtenmädchen, Jacinta Marto, machte es uns vor: Sie opferte erst Jesus und dann dem Heiligen Vater alles, ihre Gebete, ihr schweres Leiden, am Ende auch ihr Leben und ihr Sterben auf, um ihn zu unterstützen (und natürlich, um die Sünder zu bekehren).
Ja, sie hatte ja keine Ahnung, was der Heilige Vater alles falsch oder richtig machte. Darum ging es ihr auch gar nicht. Sie wusste nur, was er zu leiden hat, und das erfasste sie in ihrem winzig kleinen Herzen intuitiv. Nur ihr wird eine Vision zuteil, in der sie den Heiligen Vater einsam an einem Tisch sitzen und bitterlich weinen sieht über die Zerstörung der Welt und die Verfolgung der Kirche, während draußen vor seinem Haus die Menschen ihn beschimpfen und Steine gegen die Mauern schleudern.
Vermutlich ist das nicht das Bild, das uns beim Gedanken an den derzeitigen Heiligen Vater als erstes in den Sinn kommt – und dennoch wissen wir nicht, ob es nicht auch auf ihn zutrifft, auf einer Ebene, von der wir nichts wissen können.
Das Mädchen Jacinta, dessen Heiligsprechung zusammen mit der ihres Bruders Franciso übrigens gestern angekündigt wurde und von Papst Franziskus voraussichtlich bei seinem Besuch im Mai 2017 in Fatima vorgenommen wird, hat alles für Jesus und den Heiligen Vater gegeben – sogar das bittere Schicksal, ohne die Letzte Wegzehrung ganz alleingelassen in einem Krankenhaus in Lissabon, fern ihres Heimatortes, qualvoll an Rippenfellentzündung zu sterben – im Alter von kaum zehn Jahren, wie es ihr angekündigt worden war.
Wie kann ein so kleines Mädchen so viel von der Liebe wissen, müssen wir uns, die wir uns doch als erwachsen bezeichnen und das Leben scheinbar so gut kennen, betroffen fragen, angesichts dieser kleinen portugiesischen Hyazinthe aus vergoldetem Stahl.
Die große Fastenzeit ist immer eine besonders gnadenreiche, aber auch eine sehr unruhevolle Zeit – ein Blick in die Tagesschlagzeilen treibt uns immer wieder Tränen in die Augen. Auch dieses Jahr ist das so – aber da ist die Verheißung von Fatima, und nach den hochfestlichen Ostertagen dürfen wir am 13. Mai den hundersten Jahrestag der ersten Erscheinung Unserer Lieben Frau von Fatima begehen. Ihr unbeflecktes Herz, so hat sie uns durch die drei Seherkinder ausrichten lassen, wird unsere Zuflucht und zugleich der Weg sein, der uns zu Gott führen wird.
Wir dürfen ihr vertrauen. Sie hat Jacinta und Francisco früh zu sich geholt, wie sie es ihnen versprochen hat. Und durch die Weihe der Welt an ihr unbeflecktes Herz hat sich am Ende sogar Russland bekehrt. Was für ein ungeheuer machtvolles Zeichen, fast hört man die Jungfrau jubelnd das Magnifikat singen, während sie den Eisernen Vorhang zerreißt und Menschen auf der Berliner Mauer tanzen.
Sie ist es, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne und schrecklich wie Heerscharen, die uns diese Zusage gibt: Ihr Herz wird unsere Zuflucht sein, und durch ihr mütterliches Herz gelangen wir unter sicherem Geleit zu Jesus, unserem Herrn, der die Wahrheit und das Leben ist.
In Ewigkeit. Amen.

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