Journalistin und Autorin

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Category — Covid19 Pandemie

Außerordentlicher Segen Urbi et Orbi heute Abend

Wer es in den Übertragungen gesehen hat, wird es nicht vergessen.
Der Petersplatz menschenleer, aber nicht im Finstern, sondern voller Glanz der Lichter, die sich im strömenden Regen spiegelten und das ganze Pflaster so eigentümlich erhellten, als Symbol für alle Menschen, die nicht anwesend sein konnten, die Kranken und die Helfer, die Licht zu bringen wissen, indem sie die Barmherzigkeit Gottes auf Erden reflektieren – ein fast einsamer Papst vor scheinbar öder Steinkulisse, die dem Dunkel zu trotzen wusste.

Eine sehr schöne Meditation der Heiligen Vaters, dem das Aufstehen und Gehen sichtlich schwer fiel.

Der Petersplatz hat schon viel, allzuviel gesehen. Nicht nur schöne Momente, Momente der Freude und des Lebens. In jüngerer Zeit fielen dort einmal sogar Schüsse, die eigentlich tödlich sein sollten.
Aber einen solchen Moment hat er noch nicht gesehen, haben wir noch nie gesehen. Ein fast wankender Papst, dem es sichtlich schwerfiel, die Monstranz zu erheben und die Stadt und den Erdkreis zu segnen, eine kurze Sekunde des Bangens, während die Glocken läuteten und die Sirenen der Polizeiautos, die den Platz absicherten, angestellt wurden.

Papst Franziskus wird heute Abend erschöpft sein – er hat in dieser Stunde den ganzen Erdkreis auf seinen Schultern getragen.

März 27, 2020   No Comments

Historisches Urbi et Orbi angesichts der Pandemie heute Abend in Rom

Der apostolische Segen Urbi et Orbi ist allein dem Papst vorbehalten, dem Nachfolger des Petrus. Er wird von aller Zeit her nur zu drei bestimmten Gelegenheiten „der Stadt und dem Erdkreis“ (lat.: Urbi et Orbi) gespendet.
– Nach der Wahl eines Kandidaten zum Papst als erste Amtshandlung
– Zu Ostern
– Zu Weihnachten

Angesichts der weltweiten bedrohlichen Corona-Pandemie wird Papst Franziskus heute Abend um 18 Uhr vor dem konkreten wie sinnbildlich menschenleeren Petersplatz wegen des Versammlungsverbotes das gemeinsame Gebet der Gläubigen überall auf der Welt zuhause am TV, Radio oder internetfähigen PC anleiten und den eucharistischen Segen spenden – der mit einem vollkommenen Ablass verbunden ist. (Und der auch nicht den für Ostersonntag stets vorgesehenen ersetzen wird.)
Da wir im Moment auch nicht zur Beichte gehen und die Kommunion erhalten können, besonders, wenn wir womöglich krank und infiziert sind, genügt zur Erlangung des Ablasses der feste Vorsatz, dies alsbald möglich nachzuholen.

Das Ereignis wird um 18 Uhr live im BR-Fernsehen sowie in ARD alpha übertragen.
Außerdem natürlich von Vatican News auf deren youtube channel.

März 27, 2020   No Comments

Livestream mit Heiligen Messen und Eucharistischer Anbetung aus Altötting

Leserinnen und Leser des Vatican-magazins wissen, dass ich Altötting Mitte Januar in einer herrlich mystischen, mittwinterlichen Atmosphäre besucht habe mit wenig Pilgern, aber dafür ganz viel lichter Strahlkraft im Dunkel unserer Zeit. Der Artikel erschien im Februarheft dieses – bislang so unglückselig verlaufenden – Jahres 2020.

Für Katholiken und alle Christen ist es besonders schwer zu ertragen, dass wir gerade in der vorösterlichen Fasten- und Bußzeit des Trostes der heiligen Messe beraubt sind. Wie für alle anderen Menschen auch, wie auch für die Nichtglaubenden, die sich vielleicht anderer Tröstungen beraubt fühlen (Kinogänge, Fitnessstudio, Treffen mit Freunden in der Stammkneipe, beim Tapas-Spanier, zum Pizzaessen, einfach mal wieder zusammensitzen und eine Runde Kartenspielen oder Darten gehen und und und – auch wenn das natürlich völlig andere Tätigkeiten sind als ein Besuch der Heiligen Messe) müssen wir uns jetzt überlegen, wie wir weiter vorgehen wollen, müssen Struktur in unser Glaubensleben bringen wie auch in unsere Alltagsroutine.
Was das Glaubensleben betrifft, so haben wir jetzt dankenswerterweise die Möglichkeit, den Livestream aus der Altöttinger Gnadenkapelle zu verfolgen mit den täglichen Heiligen Messen, dem Rosenkranz, der Anbetung. Es schaut ein wenig statisch aus, aber wer genauer hinschaut, sieht deutlich, wie das rote Licht vorm Tabernakel flackert.

Da ich mein Überleben eines schwerwiegenden Unfalls Ende Januar der Fürbitte der Heiligen Gottesmutter von Altötting zuschreibe, die ich wenige Tage zuvor besucht hatte, ist das für mich eine besonders kostbare Gabe und ein Gnaden- Geschenk, das wir einem an sich bösartigen Virus verdanken, das ist das Paradoxe daran. Und so empfinde ich diese Zeit auch als eine ganz besondere Zeit, nicht nur des Schreckens und der Angst, sondern auch der Hoffnung und der Gnade – ein Geschenk, das wir nutzen dürfen und sollen.

Ich wünsche dem Livestream viele Zuschauer, nutzt die Zeit, mitzubeten, die Messe mitzufeiern, das Gnadenbild intensiv und ohne Zeitdruck immer wieder betrachten und darüber meditieren zu können. Die Herzen vieler bayerischer Könige sind in dieser Kapelle bestattet. Doch genau wie Tschenstochau ist es zwar ein Nationalheiligtum, doch gehört dabei der ganzen Welt.

März 27, 2020   No Comments