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Category — Benedikt

Die Mönche von Norcia – Newsletter

Vor einigen Jahren war ich gleich zwei Mal hintereinander zu Besuch bei der Mönchsgemeinschaft von Norcia, die in ihrem Heiligtum die Fundamente des Geburtshauses des Benedikt von Nursia hütet(e) – und sowohl die „neue“ wie auch die „alte“ Messe feiert. Mit vielen Mönchen und Novizen habe ich gesprochen und daraus einen schönen Artikel für die Tagespost gemacht. Außerdem einen für das Vatican-Magazin als „Heiligtum der besonderen Art“ – hier herunterladbar als pdf im Originallayout mit schönen Fotos der noch intakten Basilika.

Bei dem Erdbeben am 30. Oktober 2016 stürzte die Kirche ein – nur die Fassade mit der prachtvollen Rosette blieb noch stehen. Menschen knieten betend auf der Piazza von Norcia, es muss ein ähnlicher Moment gewesen sein wie wenige Jahre später der ungeheuerlicher Brand von Notre Dame in Paris.
Ich fühle mich Norcia und der Gemeinschaft immer noch verbunden – die Mönche haben einen Artikel von mir sogar ins Englische übersetzt eine Zeitlang auf ihrer Homepage übernommen, was mich sehr geehrt hat. Die Gegend um Norcia ist selbst für italienische Verhältnisse außerordentlich schön – dazu kommt noch, dass Cascia ganz in der Nähe liegt, mit dem unverweslichen Leib der heiligen Rita von Cascia, die ich damals natürlich auch besucht habe.

Nun, die Zeiten haben sich geändert, nach den mehrfachen Erdbeben sieht sich die sehr junge und sehr internationale Mönchsgemeinschaft vor einer neuen Herausforderung. Ich möchte meinen Lesern hier gerne einen Auszug aus dem Newsletter mit Fotos präsentieren. Einige meiner Leser sind auf meine Empfehlung hin sogar schon nach dort gepilgert, als das noch möglich war – das hatte mich immer sehr gefreut.
Hier aber nun die Auszüge aus dem Newsletter mit dem Titel „Death before our eyes“ (nein, das ist kein James-Bond-Titel, sondern ziemlich benediktinisch) und ein paar aktuelle Fotos:

>>Amid the coronavirus pandemic, life for the monks in Norcia (all healthy as of March 30) continues much as normal, with a few exceptions. Every morning, during the solemn high Conventual Mass, we have added prayers against pestilence. In the afternoon, we process through the property with relics of the True Cross, praying for liberation from “plagues, famines and wars,” as did the ancients, who knew these tribulations often arise together. Particularly in our prayers are the many doctors and nurses who are sacrificing much — and risking much — to keep others alive and return them to health. Our region of Umbria’s population is geographically dispersed, so the cases of coronavirus around us are fewer than in the far north. We know that this could quickly change.<<

>>A striking change for us has been the complete absence of visitors to the chapel. Although Norcia is off the beaten path, we are blessed to be able to often share our life — the chanted Office and Holy Mass — with visitors. The measures adopted by the Italian government have meant that most Italians now live in an imposed cloister in their homes and our friends abroad cannot travel. Hiddenness from the world takes on an almost sacramental symbolism during this extraordinary crisis.

For centuries, it was not possible to see up-close the mysteries of the altar. In certain periods, curtains were drawn at the most important moments of the Mass. Still today, the solemn prayers of consecration are said in the lowest of tones – a whisper – as the drama of the liturgy unfolds. The hiddenness intrinsic to the Mass (with an iconostasis in the Byzantine rite) was common to all in some form for many hundreds of years; it summoned an atmosphere of mystery. In our age, which demands to see in order to believe, God is offering us a chance to rediscover mystery – the mystery of the Mass’s unseen efficacy (2 Cor 4:18). We must rely on an invisible medicine for our ultimate salvation in the face of this invisible threat. << [Kursive Hervorhebungen von mir]

April 3, 2020   No Comments

#Dialogprozess #Kirche2011 #Maria2.0 #SynodalerWeg

>>Im Grunde ist immer ein versteckter Stolz wirksam, wo die Kritik an der Kirche jene gallige Bitterkeit annimmt, die heute schon anfängt, zum Jargon zu werden. Leider gesellt sich nur allzuoft eine spirituelle Leere hinzu, in der das Eigentliche der Kirche überhaupt nicht mehr gesehen wird, in der sie nur noch wie ein politisches Zweckgebilde betrachtet wird*, dessen Organisation man als kläglich oder als brutal empfindet, als ob das Eigentliche der Kirche nicht jenseits der Organisation läge, im Trost des Wortes und der Sakramente, den sie gewährt in guten und in bösen Tagen.
Die wirklich Glaubenden messen dem Kampf um die Reorganisation kirchlicher Formen kein allzu großes Gewicht bei. Sie leben von dem, was die Kirche immer ist. Und wenn man wissen will, was Kirche eigentlich sei, muss man zu ihnen gehen.
Denn die Kirche ist am meisten nicht dort, wo organisiert, reformiert, regiert wird, sondern in denen, die einfach glauben und in ihr das Geschenk des Glaubens empfangen, das ihnen zum Leben wird. Nur wer erfahren hat, wie über den Wechsel ihrer Diener und ihrer Formen hinweg Kirche die Menschen aufrichtet, ihnen Heimat und Hoffnung gibt, eine Heimat, die Hoffnung ist: Weg zum ewigen Leben – nur wer dies erfahren hat, weiß, was Kirche ist, damals und heute.<<
Joseph Kardinal Ratzinger: Einführung in das Christentum (1968)

*“wie ein politisches Zweckgebilde betrachtet wird“ – es sind eigentümlicherweise ausgerechnet die Zeitgenossen, die Kirche seit ungefähr den 68er Jahren letztes Jahrhundert unermüdlich nach ihrem persönlichen politischen Gutdünken umformen wollen, die doch immer am lautesten klagen, wie fürchterlich und unhinnehmbar doch die Verschränkung von politischer Macht und Kirche seit ungefähr dem frühen Mittelalter bis hin zu den Kreuzzügen etcpepe doch gewesen sei. [Ab * Anmerkung dazu von mir]

Dezember 12, 2019   No Comments

Benedikt XVI. über den heiligen Apostel Andreas zum Festtag am 30. November

Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Hl. Andreas, Apostel der griechischen Welt

>> Die erste Eigenschaft, die bei Andreas [dem Bruder des Simon Petrus] auffällt, ist der Name: Es ist kein hebräischer Name, wie man es sich eigentlich erwarten würde, sondern ein griechischer Name; das ist ein nicht unbedeutendes Zeichen einer gewissen kulturellen Aufgeschlossenheit seiner Familie […] Zum Paschafest waren – so berichtet Johannes – auch einige Griechen, wahrscheinlich Proselyten oder Gottesfürchtige, in die Heilige Stadt gekommen, um am Paschafest den Gott Israels anzubeten. Andreas und Philippus, die beiden Apostel mit griechischen Namen, fungieren als Dolmetscher und Vermittler dieser kleinen Gruppe von Griechen bei Jesus. Die Antwort des Herrn auf ihre Frage erscheint – wie so oft im Johannesevangelium – rätselhaft, aber gerade so erweist sich ihr Bedeutungsreichtum.
Jesus sagt den beiden Jüngern und durch sie der griechischen Welt: »Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht« (Joh 12,23–24). Was bedeuten diese Worte in diesem Zusammenhang? Jesus will sagen: Ja, die Begegnung zwischen mir und den Griechen wird stattfinden, aber nicht als einfaches kurzes Gespräch zwischen mir und einigen Menschen, die vor allem von der Neugier getrieben sind. Mit meinem Tod, der mit dem Fallen eines Weizenkorns in die Erde vergleichbar ist, wird die Stunde meiner Verherrlichung kommen. Von meinem Tod am Kreuz wird große Fruchtbarkeit ausgehen: Das »tote Weizenkorn« – Symbol für mich als den Gekreuzigten – wird in der Auferstehung zum Brot des Lebens für die Welt werden; es wird Licht für die Völker und Kulturen sein […] Mit anderen Worten, Jesus prophezeit die Kirche der Griechen, die Kirche der Heiden, die Kirche der Welt als Frucht seines Pascha.

Sehr alte Überlieferungen sehen in Andreas, der den Griechen dieses Wort übermittelt hat, nicht nur den Dolmetscher einiger Griechen bei der eben erwähnten Begegnung mit Jesus, sondern sie betrachten ihn als Apostel der Griechen in den Jahren, die auf die Pfingstereignisse folgten; sie lassen uns wissen, daß er für den Rest seines Lebens Verkünder und Sprachrohr Jesu für die griechische Welt war. Petrus, sein Bruder, gelangte von Jerusalem über Antiochia nach Rom, um hier seine universale Sendung auszuüben; Andreas hingegen war der Apostel der griechischen Welt: So erscheinen sie im Leben und im Tod als wirkliche Brüder – und das kommt symbolisch zum Ausdruck in der besonderen Beziehung der Bischofssitze von Rom und Konstantinopel, die wirklich Schwesterkirchen sind.<< Generalaudienz vom 14.06.2006

Dezember 1, 2017   No Comments