Journalistin und Autorin

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Ikonenmuseen in Deutschland

Das Jahr 2022 habe ich mit einer Recherchereise begonnen, die mich an die Mosel und von dort bis nach Recklingshausen geführt hat. Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg auch über Kloster Engelport, doch die Kirche wird gerade renoviert und die Schwestern befinden sich in ihrer jährlichen Einkehr, sodass ich über Maria Laach und Monreal zurückgereist bin.
In Recklinghausen befindet sich das bedeutendste Ikonenmuseum Deutschlands mit fast 4.000 Ikonen, Stickereien, Miniaturen, Holz- und Metallarbeiten plus einer Abteilung mit koptischer Bildhauerei und drei Mumienporträts aus Fayum. Ich war auch anlässlich der Sonderausstellung „Heiliges Russland“ dort, die äußerst beeindruckend war, aber leider nur bis zum 16. Januar gezeigt worden ist. Neben Ikonen wurden dabei Arbeiten aus der Russischen Akademie der Malerei, Bildhauerei und Architektur Ilja Glazunov in Moskau gezeigt:

I.I. Glazunov: Das schwarze Tuch
Bildnis einer russischen Altgläubigen

I. I. Glazunov: Tor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale von Rostov

M.O. Safonov: Aus der Serie: Die Stadt Starica an der Wolga, Nr. 4

Link zum Ikonenmuseum Recklinghausen.

Außerdem hatte ich auf dem Weg nach Recklinghausen auch das „Haus der Ikonen“ in Traben-Trarbach an der Mosel besucht und mich mit dem Ersten Vorsitzenden Dr. Hans Friedrich Werling getroffen, der übrigens Wurzeln in der Südpfalz hat. Das „Haus der Ikonen“ ist ziemlich einzigartig und unbedingt einen Besuch wert. Es hütet rund 120 Ikonen, die vom Ikonenschreiber Alexei Saweljew, geboren 1918 in Kiew, gestorben 1996 in Zell/Traben Trarbach, geschaffen wurden. Aufgrund einer besonderen Technik, die Saweljew angewendet hat, benötigen diese „modernen“ Ikonen kein Kerzenlicht wie diejenigen, die wir kennen und üblicherweise eindeutig als Ikonen identifizieren. Sie leuchten und strahlen aus sich selbst heraus, erfüllen die Räume dieses Hauses regelrecht mit goldenem Licht. Um diesen besonderen Effekt wirklich zu spüren, empfiehlt es sich sogar, das Haus der Ikonen an einem möglichst trüben und finsteren Tag zu besuchen. Es hütet nicht nur das Lebenswerk von A. Saweljew, sondern hat auch einige rare und kostbare alte Ikonen zu bieten. Ebenso liebevoll und lehrreich wie sorgfältig präsentiert man dort auch die Ikonenecke des Künstlers, seine Bibliothek, bewahrt seine Farben auf und informiert über den Aufbau einer russisch-orthodoxen Kirche, insbesondere deren Ikonostase.
Das Haus der Ikonen hat leider noch bis März Winterruhe. Auf der Homepage finden sich Bilder aller Saweljew-Ikonen. Allerdings können Fotografien nicht den lebendigen Zauber einfangen, den Saweljew diesen Darstellungen eingeschrieben hat.

Januar 23, 2022   No Comments

Beitrag zur orthodoxen-römisch katholischen Ökumene

Das Titelbild des aktuellen Vatican-Magazins Ausgabe Januar ziert erfreulicherweise ein schwarz gewandeter Daniel Craig mit gezogener Waffe. Das ist jetzt schon das zweite Heft in Folge, mit dem Leserinnen verwöhnt werden, denn im Dezember schmückte es ein Foto des charmant lächelnden Erzbischof Georg Gänswein.

Von mir ist ein Beitrag zur Ökumene mit den russisch Orthodoxen erschienen. Und weil darin die Rede von Kutja ist, einem süßen Brei, den es traditionell an Heiligabend gibt (der ja übrigens ein strenger Fasttag noch ist), hier auch noch das Rezept für echte russische Kutja, denn das orthodoxe Weihnachtsfest steht ja bereits vor der Tür.
Paul Badde hat einen großartigen Beitrag zum 100. Taufjubiläum der heiligen Edith Stein geliefert.
Dieses Jubiläum wurde übrigens gestern feierlich in Bad Bergzabern begangen, wo auch noch das Taufbecken steht, an dem die spätere Heilige dieses Sakrament empfing.

Januar 2, 2022   No Comments

Das politische Rezept: Borschtsch

Seit einiger Zeit gibt es einen für Ausstehende lächerlich anmutenden Streit darüber, ob die Borschtsch genannte Suppe nun russischen oder ukrainischen Ursprungs sei. Zudem gibt es unglaublich viele Rezepte dazu, die mir allerdings allesamt weder authentisch noch plausibel erschienen sind. Sowieso möchte ich nicht schon wieder in politische Verstrickungen hineingeraten, die mir plakative Pauschaletikettierungen von ausgewiesenen Idioten bescheren.
Hier also mein pfälzischer Borschtsch.
Ich habe Butter ausgelassen und im erhaltenen Butterschmalz sowohl Zwiebeln als auch Knoblauch, eine Viertel Pepperoni und eine Handvoll Weißkraut angeschmort. Dann circa zwei Liter Brühe angegossen, dazu noch drei kleine Suppenknochen, Lorbeerblatt mit Nelken gespickt, Suppengrün. Etwas Tomatenmark. Gewürfeltes Schweinefleisch aus der Oberschale reingeworfen und dann drei kleine frische Rote Bete-Rüben reingeschnitten. Salz, Pfeffer, etwas Maggi, etwas Worcsetersauce, Thymian und Kümmel. Das Ganze dann leicht kochen lassen, der Fehler war wohl, das zu magere Schweinefleisch hinzuzugeben, noch ist es etwas zu trocken. Vielleicht gibt sich das noch während des Brodelns. Die Brühe duftet bereits herrlich und ich habe fleißig abgeschöpft und probiert. Sie schmeckt „himmlisch“ „erdig“.
Vorhin habe ich noch etwas gehackte Petersilie drauf gegeben.
Morgen wird das ganze aufgewärmt und mit einem Klack saurer Sahne serviert.

Dezember 15, 2021   No Comments

Zu Gast in der Sonntagsmesse

eines ungenannt bleibenden deutschen Bistums.
Vorsorglich hatte ich schon mehrere Tage zuvor eine Mail mit allen Kontaktdaten verschickt. Die Kirchenordner haben es schließlich schon schwer genug, auch wenn noch 3 G gilt.
Es handelte sich um eine riesige Natursteinkirche mit hallenartigem Schiff und einem verglasten, inneren Portal über die ganze Breite. Draußen circa ein Grad plus.
Im Schiff zahlreiche gebrechliche ältere Menschen, Invalide und ein spastisch gelähmtes Kind.
Innentemperatur circa sieben Grad plus. In der Nähe des Adventskranzes mit brennenden Kerzen vielleicht etwas mehr.
Gehüllt in einer Art Astronautenkleidung bestehend aus eine superdicken Daunenweste plus einer superdicken Daunen-Winterjacke, angetan mit Strickmütze und Maske also ich. Andere hatten Decken dabei, um sie sich über die Beine zu legen.
Denn, entsprechend der Corona-Verordnung des Bistums, wird NICHT geheizt.
Unter Katholiken kursiert folgendes Sprichwort, übrigens schon seit früher christlicher Zeit: „Die Straßen der Hölle sind gepflastert mit den Schädeln von Bischöfen.“
Man könnte noch hinzufügen: Und es gibt separate, UNBEHEIZTE Räume in der Hölle, Raumtemperatur circa ein Grad plus, deren Wände mit den Schädeln von Bischöfen ausgekleidet sind.
😀

Dezember 13, 2021   No Comments

Zum Tage – russisch-orthodoxe Andacht zum heiligen Nikolaus von Myra

[Ein Eintrag vom 6. Dezember 2017]

Diese Andacht wird bei den Russen und Serben erst am 19. Dezember gesungen – die russisch-orthodoxe Kirche feiert nach dem alten Kalender – doch nach all dem Weihnachtsmann-Krimskrams heute brauche ich ein wenig Erbauung.
Wer Russisch lesen und sprechen kann, ist in der Lage, mitzusingen, das Video hat Untertitel.

Es enthält circa ab Minute 8.00, den Akathistos zum heiligen Nikolaus, dessen deutsche Übertragung man hier auf den Seiten der St. Michaels-Gemeinde finden kann.

Wer das Vatican-Magazin bezieht oder es gerne kennen lernen möchte: In meiner Rubrik „Heiligtum der besonderen Art“ geht es diesmal um die Basilika San Nicola in Bari, auch wenn der Artikel wenig zentraleuropäisch-winterlich geworden ist; dafür erzähle ich eine der Geschichten, die im Akathist auch besungen wird, die sich um den heiligen Bischof rankte und seinen Ruhm als Wundertäter und Nothelfer festigte.

Dezember 6, 2021   2 Comments

Von Corona die Träume nicht nehmen lassen

Wie oft höre ich, man könne ja eh nichts planen, es ginge ja sowieso nichts.
Möglicherweise ist das so.
Deshalb arbeite ich nach dem Prinzip der breitmöglichsten Streuung.
Ich entwickle ungeheuer viele Ideen. Wenn von hundert Ideen und Träumen, die ich säe, vielleicht nur 10 realisiert werden können, bin ich immer noch ein Gewinner.
Und drum habe ich neulich die Idee gehabt, auf der Wolga von Moskau nach Petersburg schippern zu können.
Und wenn ich das nicht realisieren kann, dann immer noch meine circa 20 Wanderroutenpläne für die Südwestpfalz und den Schwarzwald.
Und immer so weiter. Und ich werde nicht aufhören. Mit einer Idee kann ich scheitern. Bspw. ist es ziemlich realistisch zu denken, ich könne diese Flussfahrt nicht antreten. Aber wenn ich noch circa 90 weitere Ideen in petto habe, dann können nicht alle zugleich zertrümmert werden.
Irgendwas geht immer.
Im Zweifel ende ich in meinem Hofrecht und übe Qi Gong. Das ist natürlich keine Wolga-Flusskreuzfahrt. Aber etwas, das ich auf meinem Schirm hatte.
Im besten Falle dann Qi Gong auf der Wolga.
Was auch nicht nichts ist.

Dezember 3, 2021   No Comments

Liebst du

Liebst du – lieb‘ von ganzem Herzen!
Drohst du – drohe nicht mit Scherzen!
Schiltst du – schilt mit Grimmesglut!
Schlägst du – schlage bis aufs Blut!
Streitest du – sei kühn im Streiten!
Strafst du – lass vom Recht dich leiten!
Übst du Gnade – fort den Groll!
Zechst du – zeche teufelstoll!

Alexei K. Tolstoi

Dezember 3, 2021   No Comments

Autunno

Seit einiger Zeit bin ich wieder in den italienischen Marken. Nach einem brutalen Sommer – meine Freunde haben ziemlich gestöhnt über monatelang 40 Grad Hitze und einer derart hohen Luftfeuchte, dass sie meinten „Wasser einzuatmen“ – kam dann auch prompt ein verheerendes Unwetter mit Starkregen und Überflutungen der meisten Städte unten am Meer. Es sind diese italienischen Sommer, die ich in keiner Weise vermisse. Möglicherweise war ich die einzige, die sich über den verregneten Sommer in Deutschland unendlich gefreut hat.

Bei meinem obligatorischen Besuch im nahegelegenen Loreto stellte ich fest, dass viel mehr Polizei unterwegs ist als sonst und deutlich weniger Pilger kommen.
Ansonsten herrscht in Italien ziemlich Aufruhr, denn ab heute gilt, dass alle Arbeiter und Angestellten den „green pass“ vorweisen müssen, also diesen Nachweis der zweifachen Impfung. Dagegen gibt es nun allerorten heftige Demonstrationen, wie man sich denken kann. Ganz verstanden habe ich nicht, wie man so etwas durchsetzen will: Von zehn Arbeitenden sind zwei im Schnitt immer noch nicht durchgeimpft.
Gleichzeitig meldet unser geliebtes RKI für Deutschland wieder steigende Zahlen.
Üblicherweise geht Italien voran in diversen gesellschaftspolitischen Entwicklungen. Was wir hier also zurzeit haben, das wird spätestens Ende November wohl auch in Deutschland von oben her durchverordnet werden.
Mir ists gleich, ich bin zwar Impfskeptikerin, aber habe mich im Juli dazu durchgerungen. Mit unbeschreiblichen Nebenwirkungen. Aber dafür habe ich endlich den Kopf wieder frei.

Oktober 15, 2021   No Comments

Kreuzzeichen verkehrt herum?

>>Das KREUZESZEICHEN wird nach orthodoxer Weise mit den zusammengelegten ersten drei Fingern der rechten Hand (Symbol der Dreieinheit Gottes) ausgeführt, während der vier-te und der kleine Finger zurückgebogen bleiben (Symbol der zwei Naturen Christi). Dabei wird nacheinander die Stirn, die Leibmitte, die rechte und danach die linke Schulter berührt, so daß das Kreuz, das beim Segnen ja immer von links nach rechts gezeichnet wird, spiegelbildlich auf sich selbst projiziert erscheint.
Dies ist auch im Westen die ursprüngliche Form des Sich-bekreuzigens gewesen, denn erst Innozenz III. erlaubte im 13. Jahrhundert den Lateinern neben der hergebrachten orthodoxen auch die jetzige römisch-katholische Form des Kreuzeszeichens.

Aus dem orthodoxe Orologion

September 29, 2021   No Comments

Geleitwort zum orthodoxen Orologion von Kardinal Ratzinger

D E R E R Z B I S C H O F V O N M Ü N C H E N U N D F R E I S I N G
München, den 2. November 1981
Geleitwort
Die seit langem bestehenden Kontakte zwischen der Orthodoxen und der Katholischen Kirche können nur dann fruchtbar werden, wenn sie sich nicht nur auf ein Gespräch unter Theologen, sondern auf die Begegnung unter den Gläubigen beziehen, besonders da, wo eine Kirche sich am tiefsten darstellt, in ihrer Liturgie und im Vollzug ihres Gebetes.
Die vorliegende erste deutsche Gesamtausgabe des orthodoxen Stundengebetes bietet eine einmalige Gelegenheit, den überreichen Gebetsschatz dieser Kirche, der frühchristlich und zugleich gegenwärtig ist, kennenzulernen. In diesen Texten zeigt sich, wie die Gezeiten des Tages, der Sonntage und der Feste, Gebet gewordener Glaube sind, erfüllt von anbetender Hingabe an die Geheimnisse des Heils, die Gott unter uns gewirkt hat.
Besonders die Hymnen zeigen eine Form der Lobpreisung, die wie eine geistliche Auslegung der Heiligen Schrift wirkt, stets gebunden an die dort dargestellten Ereignisse der Entfaltung des göttlichen Planes mit seiner Welt. Gerne möchte ich die vorliegende Herausgabe dieses Stundengebetes, die uns so große Schätze eröffnet, herzlich begrüßen und empfehlen.

(Josef Cardinal Ratzinger)

[Er war schon immer ein Poet auf der Kathedra. Vielleicht darum so oft unverstanden. Die Leute wollen keine Poesie, sie wollen keine Mysterien, sie wollen keine Wunder, sie wollen keine Heiligen. Sie wollen Gremien, wichtigtuerische Debatten und Regenbogenfahnen als das höchste der ästhetischen Gefühle. Dabei merken sie nicht mal, dass der ideologische Regenbogen der umgekehrt-natürliche in der Farbabfolge ist. Das hat übrigens seine eigene, bislang wohl unbemerkte Bedeutung.]

September 26, 2021   No Comments