Journalistin und Autorin

Random header image... Refresh for more!

4. August 2022 im Kriegsjahr

Neulich eine eigentlich neutrale Seite zur neuen Rechtschreibung aufgerufen und dort minutenlang an der rechten Leiste mit dem neuen „Klimaenergieprogramm“ von Robert Habeck anagitiert worden, wonach ich meine Klimaanlage um zwei Grad höher schalten und meine Wäsche nur noch bei 30 Grad waschen soll.
Da es deutlich über 30 Grad heute hat, habe ich meine tragbare Klimaanlage konstant auf 16 Grad eingestellt. Die Wäsche war weiße Wäsche der robusteren und verdreckteren Art, also keine Gardinen oder Spitzendeckchen. Bei 60 Grad gewaschen. Vielleicht hätte ich einfach ins öffentliche Waschhaus gehen und sie bei Außentemperatur 38,5 Grad mit der Hand waschen sollen.
Das ist alles sehr fürchterlich und unsolidarisch, ich weiß.
Aber ich kann es damit rausreißen, hoffe ich, dass ich jeden Tag eiskalt dusche und nur die relevanten Stellen. Auch habe ich die Gnade der frühen Geburt, das bedeutet, die ersten 25 Jahre meines Lebens habe ich praktisch nichts gemacht, außer versehentlich CO2 auszuatmen.

August 4, 2022   No Comments

Hirtenbrief der Russisch-orthodoxen Kirche im Ausland Sektion Europa

Die Bischöfe trafen mit Metropolit Mark in München vom 25. bis 26. Juli zusammen und verabschiedeten in Bezug auf die Ukraine, fast könnte man sagen, ja oder nicht nur fast, in brennender Sorge, folgenden Hirtenbrief:

>>As the bloodshed of war stains the ground in the lands of our fathers, we are affected by the agonies of our brothers and sisters, whose suffering must be our suffering and whose aid and salvation must be our deeply-willed desire. We express our profound gratitude for the response of our clergy and faithful to our appeals to aid refugees from Ukraine, and in many other ways to be of help and support. Yet we continue to see the terrible costs of war; we feel the sorrowful transformation of cultures as hatred becomes more commonplace and suspicion and fear replace love and compassion; we behold governments seeking political interests rather than the peace and benefit of their peoples; and we observe moral and ethical degradation becoming more prevalent all around us.<< Und noch: >> The Church is our steadfast bulwark in this world: her truth never changes, her heart never wanes, and her life is never modified to conform to the whims of the world. The more than fifteen European nations that comprise our dioceses have known many conflicts over their history, but the unity of the Church is greater than any conflict and must never be abandoned in times of trial.<< Die ganze Verlautbarung im Wortlaut auf Englisch also hier.

Franz der Erste lässt sich derweil mit einem indianischen Häuptlingskopfschmuck ablichten. Gut gemeint, aber ich sehe es leider mit zunehmendem Befremden.

August 1, 2022   No Comments

Layla

Juli 15, 2022   No Comments

Nein, ich habe die Serie über russische Restaurants in Deutschland

nicht vergessen.
Ich war auch schon in Baden-Baden zu Besuch. Dort kocht man im Hotel und Gästehaus Hirsch sowohl deutsch wie auch russisch, wobei die russische Karte überschaubar ist.

Allerdings habe ich festgestellt, dass es bei mir sowieso immer auf Pelmeni rausläuft, egal, was ich mir vornehme. Und Borschtsch habe ich auch bestellt, obwohl ich versprochen hatte, keinen zu bestellen. Plötzlich überfiel mich jedoch eine unbändige Lust auf Borschtsch. Ich kam nicht dagegen an. Ich habe das einmal pro Jahr, dann muss ich einen selbst kochen oder essen gehen. Aber es macht ja keinen Spaß mehr mit diesem ständigen Hickhack, dass das ja ukrainische Nationalerbe sei und eben nicht russisch. Vielleicht einigt man sich irgendwann drauf, dass es aus der Kiewer Rus‘ stammt, dann passt es wieder. Der ukrainische Nationalismus treibt wahrlich manche Blüte – aber nicht nur der.

Serviert wurde der Borschtsch ordentlich mit Sauerrahm (smetana), geschmacklich einwandfrei, jedoch hätte ihm ein wenig Fleischeinlage gut getan.

Ebenso wie bei den schön in zerlassener Butter schwimmenden Pelmeni war jedoch merkwürdigerweise gehackte Petersilie obenauf statt Dill. Auch die Pelmeni kamen mit extra smetana, aber leider ohne Tomatenmark. Ich hatte mal eine russische Haushaltshilfe, die hat die besten Pelmeni aller Zeiten gemacht und brachte mir immer einen riesigen Topf. Die servierte die aber mit smetana und Tomatenmark. Und merkwürdigerweise, wie mir gerade einfällt, auch ohne Dill.

Beim zweiten Mal kam ich wieder nicht um die Teigtaschen drumrum, es ist ein Kreuz. Da ich aber weiß, dass Filet Stroganoff ziemlich überschätzt wird, bestelle ich es mir erst gar nicht. Und was ich echt mal gerne wieder essen würde, nämlich Kotelett Kiewer Art – das ist eine mit Petersilienbutter gefüllte panierte Hühnerbrust – birgt schon wieder Konfliktpotential. Die Wareniki sind kleine Maultäschchen mit Sauerkraut und Kartoffelbrei gefüllt, in jede Menge zerlassene Butter getaucht, gebratener Speck obendrüber. Dill böte sich als Garnierung an, aber gut, ich habe vergessen zu fragen, warums nur Peterle gibt.

Also, da ich eh immer nur Pelmeni bestelle, besuche ich als nächstes in Karlsruhe die „Pelmeneria“. Da gibt es alles, was ich eigentlich vom Russen will. Nämlich Pelmeni und Schaschlik.

Juli 14, 2022   No Comments

Die neue Grundsteuer

Ich bin ehrlich begeistert.
Ab 2. Juli könne man das über MeinElster.de, die Steuerseite, erledigen.
Ich kann mich im Moment, Stand heute, schon den ganzen Tag lang nicht dort anmelden.
Ich bin auch nicht besonders zuversichtlich, dass das irgendwann diesen Monat noch gelingen könnte.
Der Rest meiner Gedanken dazu ist nicht zur Veröffentlichung bestimmt, da darin ein paar Gewaltfantasien enthalten sind.

Juli 11, 2022   No Comments

Fundstück

In einem ansonsten nicht weiter erwähnenswerten Esoterik-Krimi, den ich grade in die Finger bekommen habe, habe ich folgende schöne Stelle entdeckt:

>>Wenn Sie mit Gott sprechen, Maggie“, fragte er unvermittelt,“worüber reden Sie?“
[…]
„Manchmal beschwere ich mich natürlich“, fuhr sie fort.“Ich hatte ihm einiges zu sagen über das gräßliche Händeschütteln und Abküßen von Fremden ei der Messe in englischer Sprache. Ich habe die Messe auf lateinisch geliebt, Peter. Sie hatte Größe – Mysterium, Dramatik, Gepränge. Auf englisch klingt die Messe für mich einfältig, unbeholfen. Die Sprache ist so erhebend wie Zement. Es ist, als würde man Notre-Dame gegen ein Fertighaus eintauschen.“<<

Juli 11, 2022   No Comments

Lieb‘ Vaterland, magst ruhig sein …

>>Auf die Frage der CSU, warum Deutschland Geparden liefere, aber keine Marder, sagt Lambrecht: „Der Gepard ist kein Panzer. Der Gepard ist ja dafür da, Infrastruktur zu schützen dadurch, dass er dann mit diesem Rohr in die Luft schießt.“<< Quelle: ZDF

Juni 28, 2022   No Comments

Hilfsprogramm der Russischen Auslandskirche in Großbritannien und Deutschland

Die ROKA bemüht sich weiterhin intensiv um Maßnahmen zur Linderung der Not durch die Folgen des Krieges in der Ukraine.

Neben dem intensiven Gebet und den Friedensbitten in der Liturgie umfasst dies ganz praktische Maßnahmen, in Zusammenarbeit mit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche unter Metropolit Onuphry von Kiew. Ganzer Bericht hier zu finden. Auszüge untenstehend.

>>Secondly, practical aid to those suffering from this uncalled-for and evil fratricidal war continues to be offered in a multitude of ways by the Diocese. From the outset of the war, funds have been collected and transferred in large quantity to the humanitarian fund under the direct headship of the Primate of the autonomous Ukrainian Orthodox Church, His Beatitude Metropolitan Onuphry of Kiev and All Ukraine. These funds have been put towards the wholly humanitarian ends of helping those most suffering from the conflict, and not applied towards any military or political ends.<<
Das Programm ist ziemlich umfassend und beeindruckend. Ich habe bereits in Deutschland gespendet für die ROKA und ihren Einsatz für ukrainische Flüchtlinge. Beide orthodoxen Kirchen stehen vor einer enormen Herausforderung – aber ich denke, selbst unter diesen erschwerten Bedingungen ist wenigstens zwischen den orthodoxen Gläubigen eine friedliche Zusammenarbeit gut möglich.

Unter anderem:

>>Weekly food-bank provision in Geneva to all those refugee families in need; and similar provision in various parishes all across the Diocese.

“Establishment of pious Ukrainian Orthodox refugees in our parishes across the UK and Europe, providing a stable and familiar environment of prayer and community; and in several cases, in coordination with the Church Hierarchy in Ukraine, inviting refugee clergymen to celebrate the Divine Services in our parishes.

“Provision of a summer camp in the Swiss Alps (to take place at the end of July) specifically for Ukrainian children who are refugees in Europe.<<
Und noch einiges mehr. Diese Arbeit wird von mir voll und ganz unterstützt.

Juni 24, 2022   No Comments

Morgen sollte es losgehen – Flug nach Moskau

Dann Wolgakreuzfahrt. Nun gut, ich spare mir eine schlaflose Nacht, weil ich mittlerweile unter Flugangst leide. Und das sagt jemand, der schon einmal in seinem Leben 24 Stunden lang in den Südpazifik flog. Aber da war ich noch jung und hatte kein Geld.
Genervt bin ich trotzdem, denn neben vielen kulturellen und landschaftlichen Highlights sowie einer organisierten Schaschlikgrillparty verpasse ich natürlich auch noch das legendäre Scharlachrote Segel plus Feuerwerk in St. Petersburg mitsamt den Weißen Nächten.
Da ich studierte Slawistin mit Erstsprache Russisch bin und deshalb entgegen der derzeit aktuellen Stimmung im woken Westen Land und Leute immer geliebt habe (Schröder, Kohl oder Merkel stehen ja auch nicht für deutsche Landschaft, Geschichte, Kultur, Lebensart, Rieslingschorle und Leberknödel mit Sauerkraut und das gesamte Volk, genausowenig wie der böse P für das russische), musste ich mir dringend einen Ersatz für diese Reise überlegen.
Da kam mir gerade zupass, dass es einige russische Toprestaurants in meinem Oblast in Deutschland gibt.
Drum werde ich also eine kulinarische Reise machen zur alten Rus‘ in deutschen Landen. Wenn mich Litauen, WordPress oder die Konrad Adenauer Stiftung nicht bis dahin blockiert hat.
Es wird ziemlich viel Pelmeni und Restaurantbesprechungen geben.
Man brauche sich nicht sorgen, in den meisten dieser Restaurants sind auch selbstverständlich und friedlicherseits Ukrainer beschäftigt. Um aber keine weiteren Eskalationen auszulösen, werde ich zusätzlich nirgendwo Borschtsch bestellen. Wenn ich Glück habe, gibt es nicht nur Pelmeni, sondern sogar gescheiten Schaschlik.
Stay tuned.

Juni 23, 2022   No Comments

Wunderland Italien

Genauer gesagt, Mittelitalien.
Nun ist es in D zwar auch heiß, aber nur hier kann ich am Strand einen Drachen steigen lassen:

Den Erdbeermond beobachten bei einem Glas kühlen Weißwein:

Das Städtchen vor der Kulisse eines blühenden Lavendelfeldes betrachten:

Auf dem Gartengrundstück habe ich neulich sogar einen Fuchs gesehen, der vorbeischnürte. Und in den Buchen habe ich ein Eichhörnchen.

Juni 16, 2022   No Comments