Journalistin und Autorin

Random header image... Refresh for more!

Autunno

Seit einiger Zeit bin ich wieder in den italienischen Marken. Nach einem brutalen Sommer – meine Freunde haben ziemlich gestöhnt über monatelang 40 Grad Hitze und einer derart hohen Luftfeuchte, dass sie meinten „Wasser einzuatmen“ – kam dann auch prompt ein verheerendes Unwetter mit Starkregen und Überflutungen der meisten Städte unten am Meer. Es sind diese italienischen Sommer, die ich in keiner Weise vermisse. Möglicherweise war ich die einzige, die sich über den verregneten Sommer in Deutschland unendlich gefreut hat.

Bei meinem obligatorischen Besuch im nahegelegenen Loreto stellte ich fest, dass viel mehr Polizei unterwegs ist als sonst und deutlich weniger Pilger kommen.
Ansonsten herrscht in Italien ziemlich Aufruhr, denn ab heute gilt, dass alle Arbeiter und Angestellten den „green pass“ vorweisen müssen, also diesen Nachweis der zweifachen Impfung. Dagegen gibt es nun allerorten heftige Demonstrationen, wie man sich denken kann. Ganz verstanden habe ich nicht, wie man so etwas durchsetzen will: Von zehn Arbeitenden sind zwei im Schnitt immer noch nicht durchgeimpft.
Gleichzeitig meldet unser geliebtes RKI für Deutschland wieder steigende Zahlen.
Üblicherweise geht Italien voran in diversen gesellschaftspolitischen Entwicklungen. Was wir hier also zurzeit haben, das wird spätestens Ende November wohl auch in Deutschland von oben her durchverordnet werden.
Mir ists gleich, ich bin zwar Impfskeptikerin, aber habe mich im Juli dazu durchgerungen. Mit unbeschreiblichen Nebenwirkungen. Aber dafür habe ich endlich den Kopf wieder frei.

Oktober 15, 2021   No Comments

Kreuzzeichen verkehrt herum?

>>Das KREUZESZEICHEN wird nach orthodoxer Weise mit den zusammengelegten ersten drei Fingern der rechten Hand (Symbol der Dreieinheit Gottes) ausgeführt, während der vier-te und der kleine Finger zurückgebogen bleiben (Symbol der zwei Naturen Christi). Dabei wird nacheinander die Stirn, die Leibmitte, die rechte und danach die linke Schulter berührt, so daß das Kreuz, das beim Segnen ja immer von links nach rechts gezeichnet wird, spiegelbildlich auf sich selbst projiziert erscheint.
Dies ist auch im Westen die ursprüngliche Form des Sich-bekreuzigens gewesen, denn erst Innozenz III. erlaubte im 13. Jahrhundert den Lateinern neben der hergebrachten orthodoxen auch die jetzige römisch-katholische Form des Kreuzeszeichens.

Aus dem orthodoxe Orologion

September 29, 2021   No Comments

Geleitwort zum orthodoxen Orologion von Kardinal Ratzinger

D E R E R Z B I S C H O F V O N M Ü N C H E N U N D F R E I S I N G
München, den 2. November 1981
Geleitwort
Die seit langem bestehenden Kontakte zwischen der Orthodoxen und der Katholischen Kirche können nur dann fruchtbar werden, wenn sie sich nicht nur auf ein Gespräch unter Theologen, sondern auf die Begegnung unter den Gläubigen beziehen, besonders da, wo eine Kirche sich am tiefsten darstellt, in ihrer Liturgie und im Vollzug ihres Gebetes.
Die vorliegende erste deutsche Gesamtausgabe des orthodoxen Stundengebetes bietet eine einmalige Gelegenheit, den überreichen Gebetsschatz dieser Kirche, der frühchristlich und zugleich gegenwärtig ist, kennenzulernen. In diesen Texten zeigt sich, wie die Gezeiten des Tages, der Sonntage und der Feste, Gebet gewordener Glaube sind, erfüllt von anbetender Hingabe an die Geheimnisse des Heils, die Gott unter uns gewirkt hat.
Besonders die Hymnen zeigen eine Form der Lobpreisung, die wie eine geistliche Auslegung der Heiligen Schrift wirkt, stets gebunden an die dort dargestellten Ereignisse der Entfaltung des göttlichen Planes mit seiner Welt. Gerne möchte ich die vorliegende Herausgabe dieses Stundengebetes, die uns so große Schätze eröffnet, herzlich begrüßen und empfehlen.

(Josef Cardinal Ratzinger)

[Er war schon immer ein Poet auf der Kathedra. Vielleicht darum so oft unverstanden. Die Leute wollen keine Poesie, sie wollen keine Mysterien, sie wollen keine Wunder, sie wollen keine Heiligen. Sie wollen Gremien, wichtigtuerische Debatten und Regenbogenfahnen als das höchste der ästhetischen Gefühle. Dabei merken sie nicht mal, dass der ideologische Regenbogen der umgekehrt-natürliche in der Farbabfolge ist. Das hat übrigens seine eigene, bislang wohl unbemerkte Bedeutung.]

September 26, 2021   No Comments

Der abgehängte Papst

Inmitten einer Gottesfinsternis sondergleichen hält es Papst Franziskus für nötig, den mühsam aufgebauten „liturgischen Frieden“ – so das Wort eines Freundes – niederzureißen.

Wir haben den Mann gesehen, der durch seinen persönlichen Einsatz die Steinbachtalsperre freigebaggert und eine Unzahl von Menschen gerettet hatte. Er berief sich auf Gott. Das hat viele Menschen in den „sozialen Medien“ bis auf das Äußerste provoziert. Wozu dieses „mittelalterliche Gehabe“? Und so weiter.
Bitte, wer sind diese Leute, die so urteilen?
Rechtzeitig dazu das neue Motu proprio. Man hatte gedacht, es gebe nun mit Summorum Pontificum eine Art liturgische Befriedung.
Nicht unter Bergoglio. Tatsächlich weiß man nicht, was diesen Papst derzeit umtreibt. Aber eines ist gewiss: Die Bodenhaftung hat er längst verloren.
Ubi Petrus ibi ecclesia?

Juli 21, 2021   No Comments

Die Pilger – Sergei Gorodezki

Die längst verwitterten Gesichter
In jede Wind der Heimataun,
Gleich Vogelflug der Augen Lichter,
Die unterm niedern Käppchen schaun,

Der Schritt stets grade, oft gestraffter,
Der Stab in steingewordner Hand –
So ziehn die stummen Auskundschafter
Gepäcklos durch das Russenland.

Der Uferhügel Stimmen machen
Nicht Müh noch stillen Roggens Hauch,
Des fernen Wetterleuchtens Lachen,
Des Mondes Weihrauchleuchten auch.

Sie sehn des Volkes schwarzes Frönen,
Vernehmen jeden Sturz und Flug,
Des Menschenvolks gemeinsam Stöhnen
Nach Schönheit, Wahrheit nie genug.

Den Pflug verwerfend, in die Fremde
Ziehn sie als Gottes Pflügerschar,
Nicht tragen Dolch noch Panzerhemde
Des heilgen Landes Recken gar.

Vor ihnen steigt aus Berg und Talen
So Ort als Dorf und Stadt herauf,
Nicht mal mit der Goldkuppeln Zahlen
Zählt man der Wandrung Jahre auf.

Bald Gras, bald Schnee bis Leibes Mitter,
Hier dunkler Tann, dort Schlucht und Au,
So gehen sie mit jedem Schritte
Stets näher hin zum ewigen Blau.

An jedem Kreuzweg betend, ruhen
Auf Steinen sie, wie sich’s grad trifft,
Sie zeichnen mit den Wanderschuhen
Des heilgen Pfads verschlungne Schrift.

Bei dbei des langen Weges Dehnen
Sie einst die Stimme klar verstehen:
Von ihrem Rußland Abschied nehmen
Und in den Himmel auf zu wehn.

Geht dann vorm Ewgen Gott ergeben
Ihr Pilgerstab zur Ruhe ein –
Was wird von unserm kargen Leben
Dort oben ihr Bericht wohl sein?

Bild: Viktor Bychow: Kreuztragen

Mai 13, 2021   No Comments

Russische Gottesnarren

Hier also mein Essay im Feuilleton der Tagespost über die russischen Gottesnarren.

Mai 2, 2021   No Comments

Vorankündigung – Prinz Philip zum Zweiten

Am Donnerstag erscheint dann unser zweiter Teil zum Nachruf auf Prinz Philip mit Blick auf die Eindrücke der Beerdigungszeremonie in Die Tagepost.

Mein Beitrag über Gottesnarren kommt dann eine Woche später.

April 20, 2021   No Comments

Feierlichkeiten für Prinz Philip mit russischem Kontakion für die Verstorbenen

gesungen in englischer Sprache. Wir dürfen davon ausgehen, dass er sich das selbst so gewünscht hatte.

Ein Mann, vor dem sich eine Verbeugung ziemt. Und zwar nicht aufgrund seiner Titel, sondern als Mensch.

April 18, 2021   No Comments

Vorab online: Nachruf auf Prinz Philip von Stefan Meetschen und mir

Der ganze Beitrag findet sich dann in der Printausgabe der Tagespost.

Online als Vorschau schon hier.

Und noch eine Vorankündigung: Im Feuilleton wird voraussichtlich nächste Woche mein Essay über die russischen Gottesnarren erscheinen, wie sie von Puschkin, Dostojewski und Tolstoi meisterlich verewigt worden sind.

April 14, 2021   No Comments

Kein Traum – Maria Magdalena geht in der Frühe am Ostersonntag zum Grab ihres Meisters

In meinem mystischen Krimi „Das Farnese Komplott“ gibt es zwei Handlungsebenen – eine, die in der Gegenwart in Rom und Vatikanstadt und eine zweite, die in der Vergangenheit angesiedelt ist.

Ostern ist ein guter Anlass, um das erste Kapitel der historischen Handlungsebene in meinem Roman vorzustellen, für diejenigen, die das Buch vielleicht noch nicht kennen.
Der Einfachheit halber habe ich die Seiten abfotografiert.

Sie lassen mit STRG und + bis zur Lesbarkeit vergrößeren. Zurück in den Normalmodus dann mit STRG und –

April 5, 2021   1 Comment