Journalistin und Autorin

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Poetische Pilgerorte – Reisen ins mystische Mittelitalien. Der literarische Reiseführer.

Poetische Pilgerorte Cover

Verlagsinformation zu „Poetische Pilgerorte“ – Der literarische Reiseführer

Ein sensibler Reisebegleiter in die „terra dei santi“

Italien hat neben seinen beliebten Urlaubsregionen wie Südtirol, dem Gardasee und der Toskana oder Städten wie Rom, Venedig und Mailand so viel mehr zu bieten, als gemeinhin bekannt ist – gerade für Pilger und Reisende mit spirituellen Interessen und Neigungen.

Die Journalistin Barbara Wenz nimmt uns mit auf eine Reise nach Mittelitalien und erzählt in wunderbarem Ton von der bewegten Vergangenheit seiner Pilgerorte und deren kulturellen und architektonischen Sehenswürdigkeiten – eingebettet in die herrliche Natur der italienischen Marken, Umbriens und der Abruzzen.

Alle jene mystischen Orte und Kirchen, große wie kleine, bekannte wie unbekannte, vereint ein einmaliger Zauber, eine zeitlose Poesie, die den Einbruch des Göttlichen in unsere Welt verspüren lassen.

All jenen, die Lust und Mut verspüren, abseits der großen und bekannten italienischen Reiseziele auf eigene Faust den Zauber und die Stille dieser besonderen „terra dei santi“ zu entdecken, kann dieses Buch als nützlicher und zugleich sensibler Reiseführer hilfreich sein.

Geheimnisse und Erlebnisse: Da ist das Santuario des „fliegenden Mönches“ Joseph von Copertino in Osimo, das Volto Santo in Manoppello und der vielleicht wichtigste Marienwallfahrtsort der Welt mit dem Haus der Heiligen Familie in Loreto.

Oder die verwunschene Landschaft des Pilatussees in den sagenumwobenen Sibillinischen Bergen. Norcia, wo die Wiege des abendländischen Mönchstums stand und Cascia, ganz in der Nähe, mit dem Schrein der heiligen Rita. In Lanciano ereignete sich ein eucharistisches Wunder und in Campocavallo, wo heute der junge Orden der Franziskaner der Immakulata wirkt, steht das wundertätige Bildnis einer schmerzensreichen Madonna, die während der Messfeiern vor Freude die gemalten Augen zum Himmel gerollt haben soll.

Und schließlich Fonte Avellana am Monte Catria, wo ein uraltes Kloster liegt, dessen Vorsteher einst der heilige Petrus Damianus war und das schon Dante Alighieri erwähnt. In Corinaldo steht das Geburtshaus der heiligen Maria Goretti, der Elfjährigen, die ihrem Mörder auf dem Totenbett verzieh. In Tolentino begegnen wir dem heiligen Nikolaus von Tolentino und, und, und …

Bestellbar via Amazon.
Dort auch interessante Rezension und Leseeindrücke.
Hier noch ein Verweis auf eine Rezension einer Bloggerin.
[Wer von den Bloggern noch rezensiert hatte, bitte einfach unten eintragen, ich ergänze.]

Rezension in Die Tagespost vom 31. März 2012 von Monika Metternich

Reisefreuden abseits der Touristenströme

Von Rimini nach Manoppello: Barbara Wenz stellt Glanzlichter der italienischen Volksfrömmigkeit vor

Von Monika Metternich

Die Tage werden wieder länger, das Eis ist gebrochen und der eine oder die andere beginnt bereits, Urlaubsreisen in den Süden zu planen – sei es, um den Frühling schon etwas früher begrüßen zu können, sei es, weil die ersten Sonnenstrahlen Lust machen, langsam über die kommenden Sommerferien nachzudenken. Da kommt ein im Aachener MM-Verlag erschienener, ganz besonderer Reiseführer genau zur rechten Zeit: „Poetische Pilgerorte – Reisen ins mystische Mittelitalien“. Die in den italienischen Marken lebende Journalistin und Bloggerin Barbara Wenz weckt das Verlangen, die „mystischen“ Orte ihrer Wahlheimat – kleine und große, bekannte und unbekannte – kennenzulernen, auf eigene Faust zu entdecken und dabei so manchen „zauberhaften“ Heiligen aufzuspüren, der hierzulande gänzlich unbekannt ist: „In diesem Buch sind einige davon versammelt: Wehrdörfer und Renaissancestädte, Klöster, Wallfahrtskirchen und Konvente mitsamt den ihnen zugehörigen Heiligen.“

Während Goethe, Gregorovius und Heine diesen Landstrich schnöde verpassten, weil sie eilig und zielstrebig bereits in Bologna Richtung Rom abbogen, kann der Leser der „Poetischen Pilgerorte“ abseits der Touristenströme in aller Ruhe eine veritable „terra dei santi“ entdecken – mit Barbara Wenz als begeisterter Reisebegleiterin. Denn: „Der Reiz Italiens liegt nicht nur in seinen berühmten Landschaften zwischen Gebirge und Meer, seinem guten Essen und seinen einzigartigen Weinen, sondern auch in seinen Menschen. Die Italiener sind ein liebenswertes Völkchen, im Glauben und
in der „amore“ jederzeit zum Bekenntnis bereit: „Io – cattolico!“ Dies äußert sich nicht nur in der Ausstattung von Bars („hinter der Theke ein Kreuz mit einem Olivenzweig“), sondern auch in der protestantisch angehauchten Nordlichtern oft fremden Heiligenverehrung: So lächelt Pater Pio in Italien „von LKW-Kühlerhauben und Seitenflächen, in Taxis als Armaturenplakette. Ohne Padre Pio geht nichts in Italien.“

Die italienische Volksfrömmigkeit zeigt sich vor allem in ihrer Heiligenverehrung – in den malerischen Städten, Dörfern und Landstrichen, die Barbara Wenz ihren Lesern so nahe bringt, als säßen sie bereits auf einem mittelitalienischen Marktplatz, ein gutes Glas Wein und eine ganze „terra incognita“ vor sich, die auf Entdeckung wartet.

„Der Humor der Autorin, die Skurrilität der Legende und die Moral von der Geschicht“

Die Reise startet in Rimini, das hierzulande eher als massentouristischer Badeort und „Teutonengrill“ bekannt ist denn als Stadt mit einem bedeutenden römischen Erbe, welches der Erkundungen harrt. Noch unbekannter sind indes ihre Heiligen: Antonius von Padua und Chiara da Rimini. Antonius, so erfährt man, hatte zu Beginn des 13. Jahrhunderts viel Kummer mit den
Einwohnern Riminis, die einen Hang zu den Irrlehren der Katharer pflegten. Von Antonius forderten sie ein veritables Wunder, das einzig sie dazu bringen könne, den „Unsinn von dem Gott im Brote“ zu glauben. Allein die Erzählung der Reaktion des Heiligen auf diese Herausforderung lohnt den Erwerb des ganzen Buches – der Humor der Autorin, die Skurrilität der Legende und der ernste Kern der „Moral von der Geschicht“ verbinden sich zu vergnüglichster Leselust. Dasselbe gilt für die – in unseren Breiten weitgehend unbekannte – zweite Fürsprecherin dieser Stadt: „Vom stadtbekannten Luder zur Klostergründerin: die selige Chiara von Rimini“. Auf den Spuren dieser wahrlich außergewöhnlichen Gestalten entdeckt man bei einem Rundgang nebenbei historische und kunstgeschichtliche Juwelen wie den ältesten römischen Triumphbogen, die erhaltene Praxis eines
römischen Arztes aus dem zweiten Jahrhundert, das berühmte Giotto-Kreuz im Tempio Malatestiano – und vieles mehr.

Weiter geht die Reise nach San Leon, dessen Ortsname auf den heiligen Leo, einen Missionar des vierten Jahrhunderts zurückgeht und welches unter Berengar II. für kurze Zeit sogar einmal die Hauptstadt Italiens war und eine wechselhafte, aufregende Geschichte ihr eigen nennt. Der heilige Franz von Assisi predigte hier auf dem Dorfplatz auf Einladung desselben Grafen Orlando, der ihm den Berg La Verne schenkte, auf dem dieser 1224 die Stigmata empfing. Pesaro ist die nächste Station der Reise, wo man den in einer Klause unter einem Felsbrocken lebenden seligen Francis kennenlernen kann, die selige Michelina, eine „tapfere Blüte im franziskanischen Blumengarten“ sowie überhaupt „prall-dramatische italienische Geschichte“ vom Feinsten. Im pittoresken Gradara entdeckt man den Ort des schrecklichen Mordes an Francesca da Rimini, der großeDichter,Maler und Komponisten inspiriert hat.

Urbino, die „Stadt auf den zwei Hügeln“ und Geburtsort des grandiosen Künstlers Raffael, deren Schutzheiliger Kreszenz – ein römischer Soldat, der in der Christenverfolgung unter Kaiser Diocletian im Jahr 303 geköpft wurde – dort seither für gutes Wetter sorgt, was wieder eine eigene köstliche Geschichte ist. Fonte Avellana, die „steinerne Trutzburg des Glaubens“, das bezaubernde Corinaldo, wo die schreckliche Geschichte Maria Gorettis schließlich doch ein gutes Ende nimmt–Ort um Ort wird erlebt, entdeckt, gleichermaßen leichter Hand, spannend und mit viel Liebe und Humor. Dazwischen kommen auch die leiblichen Genüsse nicht zu kurz: Einkehrtipps und kulinarische Klosterläden werden vorgestellt, man verweilt auf schattigen Plätzen und geht schon beim Lesen auf in Farben und Lauten der vielseitigen mittelitalienischen Umgebung. Höhepunkte der Rundreise sind Loreto – wo eine unglaubliche Legende „enthüllt“ und ganz plastisch wird – und Manoppello, welches das „größte aller Wunder birgt“: Die Schleierreliquie „Volto Santo“. Auf allen Erkundungswegen spürt man die innere Begeisterung der Wahlitalienerin Barbara Wenz, die ihren Lesern die teils überbordende Fülle von in Kultur verschmolzener Religiosität nahebringt: poetisch, farbenfroh – und immer mit einem Augenzwinkern. Eine mit vielen wunderbaren Fotos versehene Reiselektüre, bei der man es nicht belassenmöchte: Man möchte all das vor Ort erleben.

Barbara Wenz: „Poetische Pilgerorte.
Reisen ins mystische Mittelitalien“,
MM Verlag Aachen, 2011, ISBN
978-3942698023,
EUR 19,90

Erschienen in: Die Tagespost Samstag, 31. März 2012 Nr. 39 / Nr. 13 ASZ