Journalistin und Autorin

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Aloysius Pappert: Eine geraubte Jugend. Kriegserinnerungen. Band I

Ich lese gerade atemlos die Kriegserinnerungen von Aloysius Pappert, Jahrgang 1924, praktizierender Katholik selbst während seiner gezwungenermaßen Zeit des Dienstes in der deutschen Wehrmacht, in der er u.a. die Schlacht um Monte Cassino miterlebte, viele Kameraden beerdigen musste, aber auch viele Menschen, auch und gerade eigentliche „Feinde“ mit seinem Glauben beeindruckte, den sie ausgerechnet auch noch häufig mit ihm teilten. Er hat sich in den schlimmsten Situationen dieser Zeit stets auf die Gottesmutter verlassen – und sie hat ihm geholfen. Nichtkatholiken bitte unbesorgt sein, das Ganze ist in erster Linie ein Zeitzeugnis und der Autor belästigt den Leser nicht mit seinem persönlichen Glauben, sondern lässt ihn durch alle Szenarien eher wie beiläufig, aber dafür umso durchschlagender, schimmern.

Ich gebe zu, ich habe eine kleine Zeit gebraucht, bis ich wirklich den Nerv hatte, mich mit diesem ebenso erstaunlichen wie beeindruckend lebendigen Zeugnis aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu befassen – und es eignet sich womöglich nicht wirklich als echte Gute-Nacht-Lektüre, sonst säße ich jetzt nicht aufgewühlt hier vor dem Bildschirm.
Ich werde sicherlich noch eine ausführliche Besprechung dieses Buches, das im Lit-Verlag erschienen ist, nachtragen.
Fürs Erste darf ich einfach nur eine Empfehlung aussprechen, sich mich diesem beeindruckenden Zeugnis eines Überlebenden, eines stets auf Gott und die heilige Jungfrau vertrauentragenden Katholiken, eines anständigen Soldaten in einer elendiglich unanständigen Zeit auseinanderzusetzen. Umsomehr, weil er mich an meinen (protestantischen) Großonkel erinnert, der ebenfalls an allen wesentlichen Fronten im Einsatz war und dem ebenfalls sein Glaube geholfen, vielleicht sogar gerettet hat.

Ich wünsche diesem Buch noch viele Leser.

Aloysius Pappert: Eine geraubte Jugend. Kriegserinnerungen Band I. Lit-Verlag
ISBN 978-3-643-13596-4

2 comments

1 Huber Anneliese { 05.07.17 at 19:15 }

Hallo Ihr Lieben,
die Geschichte von Aloysius Pappert geht mir unter die Haut. Mein Vater hatte auch diese geraubte Jugend und ich habe seine Biografie unter dem Titel …und immer wieder ein bisschen Glück festgehalten.
Meine große Hochachtung vor dieser Generation.

2 Miriam Moissl { 09.19.17 at 13:55 }

„Geraubte Jugend“ – das ist der passende Ausdruck für das, was diese Generation mitgemacht hat. Der dichtende Soldatengroßonkel hat sogar sein Leben dran gegeben. Über den Krieg hat er nicht besonders detailliert geschrieben in seinem Gefängnistagebuch (oder vielleicht doch, immerhin sind ja mehrere Seiten im nachhinein entfernt worden), aber wenn ich andere Berichte über die Krimschlachten lese, an denen er beteiligt war, rinnt es mir eiskalt den Rücken hinunter.

Vielen Dank für diese Leseempfehlung!

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