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Titelthema Vatican Magazin März 2017:“Mit dem Papsttum spielt man nicht“

Aus dem Artikel von Guido Horst:

„[…] Leute wie Roberto de Mattei werden von Internetdiensten wie „katholisches.info“ ins Deutsche übersetzt und wen wundert es, dass die Schlammspritzer der Papst-Debatte auch den deutschen Sprachraum erreichen.
Ausdruck dafür war der „Weckruf 2017“ deutschsprachiger Publizisten, den das Onlinemagazin „The Cathwalk“ vor einiger Zeit veröffentlicht hat. Hier wird der Papst verteidigt, Ubi Petrus ibi ecclesia heißt es gleich zu Beginn, und am Ende steht der Aufruf an alle publizistisch tätigen Katholiken, „sich der Kampagne, die gegen unseren Heiligen Vater im Gange ist, entschieden zu widersetzen und dem grassierenden Defätismus und Destruktivismus eine Berichterstattung entgegenzusetzen, die von Liebe und Wohlwollen zu unserem Papst durchdrungen ist.“ Ausdrücklich begrüßen die Verfasser „Amoris laetitia“ als ein „Geschenk des Heiligen Geistes“, das „die Tore der Barmherzigkeit weit geöffnet hat“, und distanzieren sich ebenso ausdrücklich „von den sogenannten ‚dubia‘, die suggerieren, ‚Amoris Laetitia‘ stelle einen Bruch des Lehramtes hinsichtlich der Ehepastoral dar“.

Ein Dokument der Verteidigung des Jesuiten-Papstes, so weit so gut, aber wenn Leute wie Roberto de Mattei einen Franziskus-Popanz aufbauen, auf den sie dann einschlagen, so baut der „Weckruf 2017“ einen anderen Popanz auf, den des hemmungslosen Papstkritikers, der als „pathologisches Phänomen“ Ausdruck einer argwöhnischen und pessimistischen Mentalität sei, „die sich im katholischen konservativen Lager in den letzten Jahren eingeschlichen hat, und die nur allzu gut ins Zeitalter von Fake News und Populismus zu passen scheint“. Der Feind steht rechts vermutet der „Weckruf“: und zwar „eine Großzahl katholischer Publizisten“, die sich „nicht davor zurückscheut, Papst Franziskus der Häresie zu bezichtigen“, und populistische „Einheizer im Hintergrund“, die „sich gegenseitig in einem immer starreren Rigorismus und Rubrizismus“ übertrumpfen.

Das ist Schwarz-Weiß-Malerei pur. Eine Moralkeule für alle, die sich etwa sauber und korrekt, aber doch auch kritisch mit „Amoris laetitia“ auseinandersetzen, also eine Debatte führen, zu der Papst Franziskus selbst eingeladen hat. Wieder einmal scheint es für einige grobschnittig veranlagte Zeitgenossen nur ein Schema zu geben, nach dem die Katholiken einzuteilen sind: hier die Guten, dort die Bösen, hier die Papstjubler, dort die finsteren Einheizer aus dem konservativen Lager, die in pathologischer Manier den Papst der Häresie bezichtigen. Ein Zerrbild, das nicht falscher sein könnte.“

www.vatican-magazin.de

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