Journalistin und Autorin

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Category — Franziskus

A View To A Kill

Seit kurzem hat das europäische England dem europäischen Transsylvanien vom Gruselfaktor her den Rang gründlich abgelaufen. Genau genommen ein „Kinderkrankenhaus“ in Liverpool und ein „ehrenwerter“ Richter, der entschieden hat, dass ein kleiner kranker zweijähriger Junge gegen den Willen seiner Eltern nicht mehr weiter künstlich beatmet wird, weil seine lebenserhaltenden Maßnahmen „futile“ sei, wenn ich das richtig verstanden haben sollte.
„futile“ heißt auf Italienisch „inutile“ – das ist leichter verständlich. Es bedeutet „nutzlos“.
Man gerät in Versuchung, sich in eine Meditation über nutzlose Justiz zu versenken, aber ich werde diese Klippe hier trotzig umschiffen.
Im Prinzip ging es schlicht darum, dass der kleine hübsche Junge zu viel Geld kostet. Also stellte man ihm sozialverträglich den Sauerstoff ab. Selbstverständlich in seinem ureigenen Interesse und nur zu seinem Besten. Wir kennen dieses gottvergessene Gelaber mittlerweile sehr gut – insbesondere, wenn wir Deutsche sind und uns ein wenig mit dem Dritten Reich beschäftigt haben. Holländische Bekannte halten das übrigens für eine Art Behinderung – nicht das Dritte Reich, sondern als Deutscher strikt gegen Euthanasie zu sein. Als die Debatte vor Jahren einmal darauf kam, blickten sie mich milde und nachsichtig an: Bei eurer Vergangenheit ist das natürlich verständlich, aber es geht doch darum, den Menschen zu helfen.
Natürlich, darum ging es den Nazis auch. Selbstverständlich ging es auch den Medizinern des Alder Hey „Kinderkrankenhauses“ – man muss es in Anführungszeichen setzen, wenn man sich selbst noch im Spiegel in die Augen blicken möchte – nur darum, dem Kind und den Eltern zu helfen. Auch dem ehrenwerten Richter Hayden ging es ausschließlich darum.
Also wurde von Seiten dieses „Krankenhauses“ aus der Hölle vor zwei Tagen um 22.17 Uhr die Beatmung für den knapp Zweijährigen – in seinem Interesse – abgestellt. Gegen den ausdrücklichen Willen der Eltern. Und das angesichts der Tatsache, dass sich bereits der Papst eingeschaltet hatte, die Überstellung nach Bambino Gésu, ein Kinderkrankenhaus in Rom, bereits vorbereitet war, die italienische Regierung in extremis dem kleinen Alfie die italienische Staatsbürgerschaft verliehen hatte und eine Militärmaschine auf Geheiß der italienischen Verteidigungsministerin auf Abruf bereitstand, um Alfie ins katholische Rom – und somit in Sicherheit – zu bringen.
Offenbar kurbelte dies die tödliche Entschlossenheit der medizinischen Verantwortlichen, ihren „life end caring plan“ für Alfie durchzuziehen, ebenso wie die menschenverachtende Arroganz des britischen Richters Hayden nur noch weiter an.
Es meldete sich der italienische EU-Parlamentspräsident auf Twitter zu Wort, es meldete sich Andrzej Duda, der polnische Präsident und – immerhin, die US-amerikanischen Bischöfe. Nach einer für eine Katholikin wie mich ziemlich lähmenden und frustrierenden Funkstille zogen Kardinal Schönborn, Österreich und der Patriarch von Venedig endlich nach.
Von Protestanten und Anglikanern war nichts weiter zu hören, und das, obwohl wir als getaufte Christen dazu aufgerufen sind, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen und unsere Stimme im Namen Jesu Christi zur Verteidigung der Schwachen und Schwächsten zu erheben.
Als ich noch Atheistin war, stand ich der katholischen Kirche nie wirklich feindlich gegenüber – ich war zwar keine überzeugte Lebensschützerin, aber ich fand es immer gut, richtig und wichtig, dass wenigstens die katholische Kirche noch ihre Stimme für das Leben erhob.
Das war ungefähr vor 20 Jahren. Heute haben wir, habe ich, Bischöfe, die durch ihr peinliches und sündhaftes Schweigen zum Fall Alfie Evans das wenig liebevolle Vorgehen des Krankenhauses und der britischen Justiz – gewollt oder ungewollt – unterstützen. Alfie darf immer noch nicht nach Rom ausreisen, hat der Richter verfügt, der in seiner Freizeit Ratgeber zur gleichgeschlechtlichen Ehe verfasst.
Mehr noch, wir haben einen Erzbischof von Liverpool, es ist Alfies Bischof, der diesen skandalösen Vorgang nicht etwa anprangert, sondern relativiert und schönredet.
(Man muss übrigens nicht mal Christ und schon gar nicht Bischof sein, um diesen Vorfall skandalös, verstörend und zutiefst ungerecht zu finden.)

Es gibt einen empfehlenswerten Artikel des italienischen Vatikanisten Sandro Magister dazu hier.

Alfie atmet beharrlich weiter. Den Meldungen nach scheint das „Krankenhaus“ daraufhin zunächst ihm Wasser und Nahrung verweigert zu haben, jetzt dürfen die Eltern ihn wenigstens mit nach Haus nehmen, aber weiterhin nicht zu einer Behandlung nach Deutschland oder Rom ausreisen.
Und mit jedem Atemzug demaskiert der kleine kranke Bursche Alfie nicht nur das „National Health System“, britische Behörden mitsamt Justiz und der Liverpooler Polizei, die via Facebook angekündigt hat, jede Meinung zum Thema Alfie Evans in den sozialen Medien zu scannen und zu überwachen, Alfie entblößt auch ziemlich viele christliche Kirchenführer einschlägiger Denominationen gleich noch mit dazu, die offenbar ein paar grundlegende Dinge, die das Evangelium verkündet und Jesus Christus gelehrt hat, für nicht mehr wichtig genug erachten.

April 26, 2018   No Comments

Der italienische Schuhhändler meines Vertrauens

Es ist kein besonders hipper Laden, aber mir fiel immer auf, dass hinter der Theke mit der Kasse Bilder von Päpsten, dem barmherzigen Jesus, geweihte Olivenzweige von Palmsonntag und andere Devotionalien hingen.
Er gehört einem schon sehr in die Jahre gekommenen Ehepaar.
Grundsätzlich kaufe ich in Italien keine Schuhe mehr, weil die keine Fußbetten haben und man deshalb läuft, als hätte man einen mattone-Stein unter der Sohle.
Wenn man auf die Fünfzig zugeht, bedeutet das: Schmerzende Füße, kaputte Knöchel, schmerzende Knie und so weiter über die Hüftgelenke bis hinauf ins Kreuz.
Aber ich wollte jetzt keinen Fachartikel über Orthopädie schreiben.
Seit Neuestem hängt an der Wand hinter der Kasse ein gigantisches Fotoposter, dass die beiden älteren Herrschaften zusammen mit Papst Franziskus im Gespräch zeigt. Übrigens ist es das einzige Geschäft – nicht in Italien vermutlich – aber dass jedenfalls ich kenne, welches zu Jahresbeginn im riesige Fotokalender mit Papstporträts als Werbegeschenk verteilt. Den Benedikt-Kalender hatte ich mir regelrecht erbettelt, weil es schon Frühjahr war und man solche Sachen ja eher zu Jahresbeginn verschenkt bekommt.
Jedenfalls fragte ich erstaunt, ob sie denn Privataudienz gehabt hätten – nein, sagte die ältere Dame und wurde ganz aufgeregt, das war nur ganz kurz und es in St. Marta aufgenommen, nach der routinemäßigen Morgenmesse. Sie hätten einfach eine Anfrage für eine Einladung gestellt, dann hätte die Garde sie kontrolliert, es sei sehr gut besucht gewesen, aber wegen der vielen Leute hätte Franziskus halt nur einen kurzen Moment Zeit für sie gehabt, um ihnen zum Ehejubiläum zu gratulieren und ihnen einen Rosenkranz zu weihen. Sie war immer noch ganz aufgeregt und fand es bestimmt super, dass ich sie darauf angesprochen hatte. Ich habe jetzt äußerst bequeme halborthopädische Schuhe, die sich vermutlich mit meinen Tarnfleckhosen zusammen getragen enorm hässlich ausnehmen werden, aber Hauptsache bequem. Und ich finde den Laden und das Inhaberehepaar richtig toll. Ich habe mich sehr für die beiden gefreut.

Mai 22, 2017   No Comments

Das Gebet von Fatima für den Heiligen Vater

Herr, guter Hirte der Menschheit,
Du hast Petrus und seinen Nachfolgern die Mission anvertraut,
die Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken
und im Hören des Wortes zu erleuchten.
An diesem Ort, an dem die Hirtenkinder von Fátima eine tiefe Hingabe zum Heiligen
Vater und eine starke Liebe zur Kirche bezeugt haben, bitten wir Dich,
dass Dein Heiliger Geist der Weisheit unseren Papst Franziskus in seiner Mission als
Nachfolger Petrus erleuchten möge;
dass Deine Barmherzigkeit ihn beschütze und begleite;
dass das Zeugnis Deiner Gläubigen ihn bei seinen Aufgaben ermutige
und dass die zarte Gegenwart Marias für ihn ein Zeichen Deiner Liebe sei;
dass er stark im Glauben, wagemutig in der Hoffnung und eifrig in der Nächstenliebe sei.
So bitten wir Dich, der Du Gott bist in der Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist.

Amen.

Vaterunser. Ave Maria. Gloria.

März 25, 2017   No Comments

Titelthema Vatican Magazin März 2017:“Mit dem Papsttum spielt man nicht“

Aus dem Artikel von Guido Horst:

„[…] Leute wie Roberto de Mattei werden von Internetdiensten wie „katholisches.info“ ins Deutsche übersetzt und wen wundert es, dass die Schlammspritzer der Papst-Debatte auch den deutschen Sprachraum erreichen.
Ausdruck dafür war der „Weckruf 2017“ deutschsprachiger Publizisten, den das Onlinemagazin „The Cathwalk“ vor einiger Zeit veröffentlicht hat. Hier wird der Papst verteidigt, Ubi Petrus ibi ecclesia heißt es gleich zu Beginn, und am Ende steht der Aufruf an alle publizistisch tätigen Katholiken, „sich der Kampagne, die gegen unseren Heiligen Vater im Gange ist, entschieden zu widersetzen und dem grassierenden Defätismus und Destruktivismus eine Berichterstattung entgegenzusetzen, die von Liebe und Wohlwollen zu unserem Papst durchdrungen ist.“ Ausdrücklich begrüßen die Verfasser „Amoris laetitia“ als ein „Geschenk des Heiligen Geistes“, das „die Tore der Barmherzigkeit weit geöffnet hat“, und distanzieren sich ebenso ausdrücklich „von den sogenannten ‚dubia‘, die suggerieren, ‚Amoris Laetitia‘ stelle einen Bruch des Lehramtes hinsichtlich der Ehepastoral dar“.

Ein Dokument der Verteidigung des Jesuiten-Papstes, so weit so gut, aber wenn Leute wie Roberto de Mattei einen Franziskus-Popanz aufbauen, auf den sie dann einschlagen, so baut der „Weckruf 2017“ einen anderen Popanz auf, den des hemmungslosen Papstkritikers, der als „pathologisches Phänomen“ Ausdruck einer argwöhnischen und pessimistischen Mentalität sei, „die sich im katholischen konservativen Lager in den letzten Jahren eingeschlichen hat, und die nur allzu gut ins Zeitalter von Fake News und Populismus zu passen scheint“. Der Feind steht rechts vermutet der „Weckruf“: und zwar „eine Großzahl katholischer Publizisten“, die sich „nicht davor zurückscheut, Papst Franziskus der Häresie zu bezichtigen“, und populistische „Einheizer im Hintergrund“, die „sich gegenseitig in einem immer starreren Rigorismus und Rubrizismus“ übertrumpfen.

Das ist Schwarz-Weiß-Malerei pur. Eine Moralkeule für alle, die sich etwa sauber und korrekt, aber doch auch kritisch mit „Amoris laetitia“ auseinandersetzen, also eine Debatte führen, zu der Papst Franziskus selbst eingeladen hat. Wieder einmal scheint es für einige grobschnittig veranlagte Zeitgenossen nur ein Schema zu geben, nach dem die Katholiken einzuteilen sind: hier die Guten, dort die Bösen, hier die Papstjubler, dort die finsteren Einheizer aus dem konservativen Lager, die in pathologischer Manier den Papst der Häresie bezichtigen. Ein Zerrbild, das nicht falscher sein könnte.“

www.vatican-magazin.de

März 11, 2017   No Comments

Botschaft von Papst Franziskus zur Fastenzeit 2015 – Auszüge

1. „Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ (1 Kor 12,26) – Die Kirche

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Die Kirche ist communio sanctorum, weil die Heiligen an ihr teilhaben, aber auch weil sie Gemeinschaft an heiligen Dingen ist: an der Liebe Gottes, die in Christus offenbar geworden ist, und an allen seinen Gaben. Zu diesen gehört auch die Antwort derer, die sich von dieser Liebe erreichen lassen. In dieser Gemeinschaft der Heiligen und der Teilhabe am Heiligen besitzt keiner etwas nur für sich, sondern was er hat, ist für alle. Und weil wir in Gott verbunden sind, können wir auch etwas für die Fernen und diejenigen tun, die wir aus eigener Kraft niemals erreichen könnten, denn mit ihnen und für sie beten wir zu Gott, damit wir uns alle seinem Heilswirken öffnen.

2. „Wo ist dein Bruder?“ (Gen 4,9) – Die Gemeinden und die Gemeinschaften

Um das, was Gott uns schenkt, empfangen und vollkommen fruchtbar machen zu können, müssen wir die Grenzen der sichtbaren Kirche in zwei Richtungen überschreiten.

Zum einen, indem wir uns betend mit der Kirche des Himmels verbinden. Wenn die irdische Kirche betet, entsteht eine Gemeinschaft des gegenseitigen Dienstes und des Guten, die bis zum Angesicht Gottes reicht. Mit den Heiligen, die ihre Fülle in Gott gefunden haben, bilden wir einen Teil jenes Miteinanders, in dem die Gleichgültigkeit durch die Liebe überwunden ist. Die Kirche des Himmels ist nicht triumphierend, weil sie sich von den Leiden der Welt abgewandt hat und sich ungestört der Freude hingibt. Vielmehr können die Heiligen schon sehen und sich darüber freuen, dass sie mit dem Tod und der Auferstehung Jesu die Gleichgültigkeit, die Hartherzigkeit und den Hass ein für alle Mal überwunden haben. Solange dieser Sieg der Liebe nicht die ganze Welt durchdrungen hat, sind die Heiligen noch mit uns als Pilger unterwegs. In der Überzeugung, dass die Freude im Himmel über den Sieg der gekreuzigten Liebe nicht vollkommen ist, solange auch nur ein Mensch auf der Erde leidet und stöhnt, schrieb die heilige Kirchenlehrerin Terese von Lisieux: „Ich rechne bestimmt damit, im Himmel nicht untätig zu bleiben. Mein Wunsch ist, weiter für die Kirche und die Seelen zu arbeiten“ (Brief Nr. 254 vom 14. Juli 1897).

3. „Macht euer Herz stark“ (Jak 5,8) – Der einzelne Gläubige

Deswegen, liebe Brüder und Schwestern, möchte ich mit euch in dieser österlichen Bußzeit Christus bitten: „Fac cor nostrum secundum cor tuum – Bilde unser Herz nach deinem Herzen“ (Gebetsruf aus der Herz-Jesu-Litanei). Dann werden wir ein starkes und barmherziges, waches und großmütiges Herz haben, das sich nicht in sich selbst verschließt und nicht in den Schwindel der Globalisierung der Gleichgültigkeit verfällt. …

Ganzer Wortlaut hier auf kath.net

Januar 27, 2015   No Comments