Journalistin und Autorin

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Category — Meine Bücher

Amazon-Rezensionen für „Konvertiten. Ergreifende Glaubenszeugnisse“

Für mein Buch „Konvertiten.Ergreifende Glaubenszeugnisse“, letztes Jahr erschienen, gibt es inzwischen direkt bei Amazon zwei sehr freundliche Rezensionen:

Karl Dieter Wünstel (Auszug): „Ich konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Allein die Auswahl der beschriebenen Persönlichkeiten bildet ein breites Spektrum ab. Die einzelnen Berichte sind fesselnd dargestellt und verleiten zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Glaubensverständnisses.“

„Jaroschek“ (Auszug): „Höchst wichtig ist das Kapitel über Roms Oberrabbiner Zolli, der Christ wurde, inzwischen aber weitgehend in Vergessenheit geriet. In diesem Kapitel wird das absolut falsche Zerrbild, das Hochhuth mit seinem ‚Stellvertreter‘ von Pius XII zeichnet, korrigiert. Viele Juden bestätigten nach dem Krieg die Rettung vieler Juden durch Pius XII. Pinchas Lapide sprach von Hunderttausenden. Allein etliche historische Korrekturen machen dieses Buch wertvoll.“

Herzlichen Dank den Rezensenten für ihre Mühe!

Die Rezensionen im ganzen Wortlaut und die Bestellmöglichkeit auf Amazon hier:

April 22, 2017   No Comments

Konvertiten – Ergreifende Glaubenszeugnisse ist Buchtipp von Radio Vatikan

Am 6. August 2016 hat Radio Vatikan ein Interview mit mir gesendet und online gestellt und gleichzeitig mein Konvertitenbuch als „Buchtipp“ präsentiert.

Im November 2014 war bereits „Das Farnese-Komplott“, mein Vatikan-Krimi, Buchtipp von Radio Vatikan deutsche Sektion geworden.

Hier der Link zum Interview.

August 12, 2016   No Comments

Konvertiten. Ergreifende Glaubenszeugnisse – Rezi und Interview

Zu meinem im April im Media Maria Verlag erschienen Buch „Konvertiten. Ergreifende Glaubenszeugnisse“ gibt es eine Rezension auf dem Portal kath.net von Hans Jakob Bürger: „Die vorgestellten Konvertiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert sind uns alle irgendwie bekannt – und doch erfahren wir Neues über sie. Die Autorin hat akribisch recherchiert und enttäuscht nicht, wenn sie, wie im Titel genannt, ergreifende Glaubenszeugnisse anbietet. Ein empfehlenswertes Buch liegt vor uns, kurzweilig und spannend, lebensnah und doch ausgestattet mit jener Portion Frömmigkeit, die auch Nichtgläubige und Nichtchristen ergreifen könnte.“
Zur ganzen Rezension geht es hier.

Weiterhin hat die Nachrichtenseite zenit.org ein Interview mit mir dazu veröffentlicht:
„Frau Wenz, von den elf Konvertiten, welche Geschichte hat Sie persönlich am meisten beeindruckt? Und weshalb?
Barbara Wenz: Das war sicher Paul Takashi Nagai, wie bereits erläutert. Einfach wegen der schicksalhaften Umstände, in denen er sich wiederfand. Die ungewöhnlichste und zugleich auch traurige Geschichte fand ich auch die von Israel Eugenio Zolli, dem ehemaligen Oberrabbiner von Rom. Dieser Mann hat bei seiner christlichen Taufe den bürgerlichen Vornamen von Papst Pius XII. angenommen, ein Umstand, der all jene, die an die Geschichte, wie sie von Rolf Hochhuth dargestellt wurde, glauben, eigentlich aufmerken lassen sollte. Zolli starb weitgehend vergessen: Von der jüdischen Gemeinde ausgestoßen, von der modernen Geschichtsschreibung übergangen – dabei hätte er so viel zu sagen gewusst über die Zeit der deutschen Besetzung Roms. Ich hätte ihn gerne kennen gelernt. Das kann ich zwar von allen Konvertiten in meinem Buch ganz ehrlich sagen, aber von ihm ganz besonders.“
Zum ganzen Interview auf zenit.org geht es hier.

In Kürze wird es auch ein Interview mit Radio Vatikan zu meinem neuen Buch geben.

Mai 31, 2016   No Comments

Konvertiten. Ergreifende Glaubenszeugnisse

Mein neues Buch erscheint im April 2016 bei Media Maria.

Hier schon einmal die Vorankündigung via Amazon.

März 12, 2016   No Comments

Fonte Avellana und der heilige Petrus Damiani

[Ein Auszug aus meinem Buch „Poetische Pilgerorte“]

Fonte Avellana am Hang des Monte Catria – steinerne Trutzburg des Glaubens gegen die Brandung der Zeiten

Wer von Corinaldo nach Pergola fährt und auf der Straße zwischen Pergola und Sassoferrato auf halber Strecke rechts einbiegt, der erreicht den Monte Catria, so hoch „dass unter ihm die Donner dröhnen“, wie Dante Alighieri in seiner Divina Commedia schreibt. Die Gegend wird zunehmen einsamer, bewaldeter und urwüchsiger. Tatsächlich ist der Monte Catria mit 1.700 Metern einer der höchsten Gipfel des italienischen Zentral-Appenin, übertroffen wird er nur noch von den Monti Sibillini weiter südlich.

An seiner Ostflanke hütet dieser Berg einen architektonischen und spirituellen Schatz. Wie von einer unsichtbaren Zeitkapsel umschlossen – fast unberührt vom Fortgang von eintausend Jahren, erhebt sich zwischen Steineichen, Buchen, Zypressen und Haselnussträuchern das Kloster der Kamaldulenser von Fonte Avellana. Eine spröde romanische Schönheit wie eine Trutzburg des Glaubens gegen die Brandung der Zeiten, errichtet in dem hellgrauen fossiliendurchzogenen Gestein seiner natürlichen Umgebung. Als sei die Strenge und die Einfachheit des mönchischen Lebens in ihm zu einer Außenhaut geronnen, die sich in perfekter Harmonie mit der majestätischen Umgebung befindet und gleichzeitig sich selbst genug ist. Überragt vom massiven viereckigen Pfeiler des Glockenturms ordnen sich die einzelnen Bauteile zu einem schnörkellosen Ensemble von architektonischer Klarheit, dessen Bogengänge und Fenster sich dem Tal und dem Tageslicht öffnen wie Blüten der Sonne.

Am Eindrucksvollsten zeigt sich dieses Prinzip verwirklicht im Scriptorium von Fonte Avellana aus dem 12. Jahrhundert. Von den insgesamt vierzehn einbogigen Fenstern der oberen Reihe weisen sechs nach Osten, eines nach Süden und sieben nach Westen, so konnten sie die Kopisten mit dem Maximum an Tageslicht für ihre anstrengende Arbeit versorgen. Gleichzeitig diente die Anordnung der Oberlichter auch als Sonnenuhr und Jahreskalender, welcher die Sonnenwenden im Juni und Dezember zuverlässig anzeigt. Am 21. Juni etwa fallen die Strahlen des Sonnenaufgangs durch das erste Ostfenster, die Strahlen bei ihrem Untergang durch das letzte Westfenster in den Raum.

Aus dem 12. Jahrhundert stammt auch der Kapitelsaal, der ebenso wie das Scriptorium im Rahmen einer kleinen Führung zu besichtigen ist. Im Kapitelsaal versammelten sich die Mönche, dort wurden Angelegenheiten der Gemeinschaft vorgetragen, besprochen und entschieden. Der Raum besitzt eine eigene Atmosphäre und eine besondere Akustik, unterstützt durch das Tonnengewölbe der Decke. Drei schmale Fenster zeigen Richtung Osten, zum Ursprung des Lichts.

Ältester erhaltener Bauteil des Klosters stellt die Krypta aus dem 10. Jahrhundert dar, sie war die ursprüngliche Kirche der ersten Mönche und ist zum Teil direkt in den Fels des Catria hineingehauen. Durch ihre eigentümliche Form, ein griechisches Kreuz, das durch spätere Baumaßnahmen verstümmelt wurde, die fast zwei Meter dicken romanischen Mauern, die sich in der Apsis niedrig krümmen und von lediglich zwei winzigen Fenstern Richtung Osten durchbrochen werden, entsteht der Eindruck einer Raumkapsel mit zwei Bullaugen.
Generationen von Mönchen haben in ihr die Stundengebete gesungen, an dem tausendjährigen Altar die Hl. Messe gefeiert; diesem timeshuttle der Gottesverehrung entstiegen an die fünfzig Bischöfe und eine beeindruckende Zahl von Seligen und Heiligen der katholischen Kirche.

Der heilige Petrus Damiani und sein Kampf gegen den dekadenten Klerus seiner Zeit

Auch die beiden Eremitenmönche, denen ein gewisser Petrus Damiani, ein erfolgreicher Rhetoriklehrer zu Ravenna, auf einer Reise nach Parma begegnete. In einer Welt, in der es recht wüst zugegangen sein muss, an den Universitäten wurde nicht nur gelernt und gelehrt, sondern auch gehurt und gesoffen, gespielt und um Geld gewettet, beeindruckte den Gelehrten ganz besonders die Demut, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit dieser Mönche. So stark, dass er ihnen nach Fonte Avellana folgte und 1039 in das Kloster eintrat. Dort entfalteten sich sämtliche Talente dieses großartigen Gelehrten, der sich nicht nur in seiner persönlichen Lebensweise in strengste Zucht nahm, sondern auch seine Mitbrüder anhielt, sich Übungen in Selbstgeißelung zu unterziehen. Petrus Damiani stellte die wirtschaftliche Grundlage des Klosters auf solide Beine, er ließ eine Kirche bauen und gründete eine Bibliothek, denn natürlich wollte er auch als Eremit weiterhin seine Studien treiben. Auch das beeindruckende Skriptorium entstammt seinen Ideen, obwohl er seine Fertigstellung nicht mehr erlebt hat. Von seinem Felsenhorst aus führte er einen regen Schriftverkehr mit Bischöfen, Äbten und Päpsten. Sein Wort und seine Gedanken hatten Gewicht, seine persönliche Lebensführung überzeugte, und so wurde der heilige Petrus Damiani zu einer der wichtigsten Gestalten innerhalb der kirchlichen Reformbewegung des 11. Jahrhunderts.

Das Liber gomorrhianus wider die sexuellen Verfehlungen von Priestern und Mönchen

Petrus Damiani kämpfte mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, gegen den Verfall im Klerus an. Da waren vor allem die Waffen seines scharfen Geistes und seiner hervorragenden Bildung. Doch diese alleine hätten ihm nicht genutzt, wenn er nicht von einer vorbildlichen persönlichen Frömmigkeit gewesen wäre, und er seine Schritte nicht vollständig an die Schritte Jesu Christi angepasst hätte. Mit der Schrift Liber gratissimus sagte er dem verbreitetsten Übel seiner Zeit, dem Ämterhandel den Kampf an, mit dem Liber gomorrhianus, dem Buch von Gomorrha beschrieb er mit akribischer Genauigkeit die sexuellen Versuchungen und Sünden, denen sich Mönche und Kleriker ausgesetzt sahen, getreu dem Motto: Nur, wer den Feind kennt, kann ihn besiegen.
Unter aktuellen Bezügen betrachtet wird schnell klar, dass die Herabwürdigung der wahren und gottgewollten sexuellen Natur des Menschen ein Zeit, Ort und Kulturen überschreitendes Phänomen darstellt, gegen das die Kirche von Beginn an und praktisch immer gekämpft hat.
Eventuell besaß Petrus Damiani schon hervorragende charakterliche Anlagen, denn ein lauer Weichling wird sich vornherein nicht vom harten Mönchsleben in Fonte Avellana angezogen gefühlt haben. Sicher jedoch ist, dass ihn auch das karge, völlig auf Gott ausgerichtete Leben der Asketenmönche schliff wie eine gute Waffe, so dass seine Fähigkeiten im Kampf gegen die Sünde und das Böse aufleuchteten wie polierter Stahl im Einsatz für das Licht der Welt.

Vielleicht wäre ja sogar ein möglicher Beitrag zur Lösung der aktuellen Probleme in der Kirche, wieder vermehrt Eremitenbischöfe und – kardinäle zu ernennen. Diese könnte man dann auch schwerlich beim „Schachspielen in einer Spelunke“ ertappen, wie es dem Bischof von Florenz geschah. Entehrung Gottes durch Befleckung mit schändlicher Kurzweil – lautete die Diagnose, die Spielsucht war im Klerus weit verbreitet. Petrus Damiani hielt eisern dagegen.

Es war ihm nicht vergönnt, nach einem anstrengenden und kämpferischen Leben für die Heiligung der Kirche in seinem Kloster zu sterben, er starb im Jahr 1072 auf dem Heimweg von Ravenna in Faenza, nur ein paar Tagesreisen entfernt, und wurde dort auch begraben. Doch sein segensreiches Wirken strahlte durch die Jahrhunderte weiter, noch bis heute. Dante Alighieri erwähnt ihn dreihundert Jahre später im 21. Paradiesgesang der Göttlichen Komödie. Ein Mann also wie ein Leuchtfeuer durch die Jahrhunderte gegen Simonie und Korruption. Überhaupt gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Dante Alighieri auch seine Einsiedelei bei den Quellen und den Haselnussbäumen kannte. Ein Besuch in Fonte Avellana selbst ist zwar nicht durch einen Chronikeintrag dokumentiert, dafür aber im benachbarten Kloster von Gubbio für das Jahr 1318. Man geht also davon aus, dass er bei dieser Gelegenheit auch die Einsiedelei besichtigt hat. Dante schreibt, und lässt dabei Petrus Damiani selbst zu Wort kommen:

„Inmitten von Italiens beiden Ufern
Erheben, unfern deiner Heimat, Felsen
So hoch sich, dass die Donner tiefer rollen.
Den Höcker, den sie bilden, nennt man Catria;
Ein Eremitenkloster liegt darunter,
Bestimmt nur zu andächtiger Betrachtung.“

Kurz darauf, im Jahre 1325 wurde die Einsiedelei zu einer Abtei. Die Mönche folgten den Regeln des Hl. Romuald von Camaldoli aus benediktinischer Tradition – auch heute noch. Der Klausurbereich ist deshalb für Besichtigungen nicht freigegeben. Leider gehört dazu auch die alte Klosterbibliothek, deren Bestand etwa 25.000 Bücher aus den Anfängen des Buchdrucks und der Zeit bis zum 19. Jahrhundert umfasst. Dafür entschädigt der ungewöhnliche und imponierende Kreuzgang aus dem 11. Jahrhundert, die statio der Mönche, die sich hier, von der Feldarbeit kommend, auf den Gottesdienst vorbereiteten, sich am Brunnen waschen und versammeln konnten. Die Gewölbebögen sind romanisch und phönizisch inspiriert.

Obwohl der Klausurbereich selbst nicht zugänglich ist, nehmen die Kamaldulenser des Klosters zum Heiligen Kreuz gerne Gäste für Exerzitientage oder Unterweisungen in der lectio divina auf und ermöglichen ihnen, die Liturgie mitzufeiern. Außerdem bieten sie ein Veranstaltungsprogramm künstlerischer, musikalischer und wissenschaftlicher Natur an. Es gibt ein eigenes kleines Forschungszentrum, das Studien zur avellanischen Geschichte und Theologie betreibt.
Nach alter Kamaldulensertradition findet sich in Fonte Avellana auch eine Klosterapotheke, in der Salben, Schokolade, Teemischungen und Honig verkauft werden.

Wer dem Straßenverlauf den Berg hinauf weiter folgt, erhält noch beeindruckende Ansichten der gesamten baulichen Schönheit des Kloster und einen guten Eindruck von der Harmonie, mit der sich Fonte Avellana in die Berglandschaft eingefügt. Folgt man der Straße in Richtung Norden, gelangt man zu dem mittelalterlichen Städtchen Frontone mit seinem eindrucksvollen kleinen castello, das als gutes Beispiel für die militärische Architektur des 11. Jahrhunderts gilt. Von Frontones Mauern aus hat man einen herrlichen Panoramablick, die Gässchen bieten reizvolle Einblicke. Wer in Frotone einkehren möchte, die Spezialitäten der Region sind vor allem tagliatelle mit Steinpilzen oder Entenragout und „la crescia“, ein typisches Fladenbrot, das mit verschiedenen Gewürzen und Füllungen im Holzofen gebacken wird.

Februar 21, 2015   No Comments

Besprechung meiner Premierenlesung in „Die Rheinpfalz“ vom 14. November 2014

>>Ausdrucksvoll und mit variierender Stimme las Wenz über 45 Minuten, ohne irgendeine Passage zu kommentieren. Gebannt lauschten ihr die Zuhörer. […] Es ist beeindruckend, wie Barbara Wenz das Zusammenspiel zwischen Historie und Gegenwart darstellt und wie man sich die Charaktere der Akteure plastisch vorstellen kann. Sie baut Spannung auf und lässt den Zuhörer im Ungewissen, warum der Reporter umgebracht wurde, was das mit dem Schleier zu tun hat.<<

November 14, 2014   No Comments

Mein „Farnese-Komplott“ als Buchtipp von Radio Vatikan

>>>>Die leicht und heiter gestaltete Heute-Ebene kontrastiert mit historischen Rückblenden zur Geschichte der Reliquie, des „Volto Santo“. Dieses hauchfein gewobene Tuch mit dem Antlitz des Erlösers wird auch in der Wirklichkeit in Manoppello aufbewahrt, wohin es auf abenteuerlichen Wegen von Maria Magdalena über Konstantinopel und Rom geraten sein soll. Barbara Wenz gelingt ein unangestrengt wirkender Krimi, der mit einem packenden Einstieg und einem flotten Showdown den Monte Mario hinunter aufwartet und sich gerade in der Mischung aus leichtem Ton und religiöser Aufladung gut lesen lässt.<< Ganze Besprechung hier auf den Seiten von Radio Vatikan vom 8. November 2014.<<

November 14, 2014   No Comments

Uwe Postls Rezension des „Farnese-Komplott“ für die Una Voce Korrespondenz

ist jetzt auch online nachlesbar.

>>Eine Krimirezension verrät niemals den Täter. Diese doch: Schwester Immacolata war’s. Barbara Wenz deutet bereits im Prolog an, daß nicht heiteres Täterraten dramaturgisches Band des Farnese-Komplott sein wird. Nach einer Seite nur bricht diese Ordensfrau einem Schwerstverwundeten das Genick und zwei Zeilen später weiß der Leser auch: im Auftrag eines Farnese.
(…) Doch gleich im erst düsteren, dann aktionsreichen Auftakt zeigt sich, daß Barbara Wenz einen erzählerisch ambitionierten wie auch mehrschichtigen Roman intendiert – es wird ihr weitestgehend gelingen.
(…) Ein wohltuender Kontrast zu all den Vatikanromanen, die allzugern nur verzerrende Klischees und gängige Falschurteile über Kirche und Vatikan, Klerus und Glauben feilbieten.
(…) An gegenwärtiger Kunst und Literatur, die man mit Fug und Recht katholisch nennen kann, mangelt es schmerzlich, erst recht an Belletristik. Zugriff!<< Hier geht es zu der gesamten, wunderschön geschriebenen Besprechung für UVK 3. Quartal 2014.

September 17, 2014   No Comments

Der renommierte Vatikan-Experte Ulrich Nersinger hat ein Interview mit mir geführt

Und zwar zum Thema „Vatikan-Krimis“ und insbesondere meinen Vatikan-Krimi, natürlich, „Das Farnese-Komplott“.

>>Kriminalromane, die im und rund um den Vatikan spielen, haben in der Regel keine guten Ruf. Sie folgen oft den üblichen Klischees, zeichnen sich durch mangelnde Sachkenntniss aus und lassen die Kirche in einem schlechten Licht erscheinen. Dass dies nicht sein muss, beweist ein Thriller aus der Feder von Barbara Wenz. Barbara Wenz, geboren 1967 in der Südpfalz, lebt und arbeitet als Autorin und freie Journalistin seit über zehn Jahren in Italien; sie schreibt u. a. für „Die Tagespost“ (Würzburg) und das „Vatican-Magazin“ (Rom) und hat bereits einen literarischen Reiseführer über bekannte und unbekannte Pilgerorte in Mittelitalien veröffentlicht.<< Weiterlesen hier.

September 2, 2014   No Comments

Rezension „Das Farnese-Komplott“ von Ulrich Nersinger in „Die Tagespost“

Ein Vatikankrimi der besonderen Art
von Ulrich Nersinger, erschienen in „Die Tagespost“ vom 16. August 2014

Im Sommer 2011 verblüffte die Zeitung des Papstes ihre Leser mit einem Artikel zu einem ganz besonderen Genre des gedruckten Wortes. Gian Maria Vian, der Chefredakteur des „Osservatore Romano“, lobte Vatikanromane, und zwar jene, die aus der Feder des australischen Schriftstellers Morris L. West stammen. Der bekennende Katholik, so Vian, habe spannende Literatur zuwege gebracht, die sich kritisch, aber fair mit der Kirche und dem Vatikan auseinandersetze. Wer den Beitrag im „Osservatore Romano“ aufmerksam las, konnte ihm nicht nur das Lob auf einen bedeutenden zeitgenössischen Autor entnehmen, sondern auch die Aufforderung, das weite Feld und breite Spektrum der Kirchenkrimis nicht allein Gegnern des christlichen Glaubens zu überlassen.

Kriminalromane mit einem religiösen Bezug, im besonderen Vatikan-Thriller, schöpfen zu einem nicht unerheblichen Teil aus allseits bekannten Klischees. Vor allem ein mittelalterlicher Ritterorden, die Templer, und die unvermeidliche Suche nach dem heiligen Gral haben es vielen Autoren angetan. Sogar die Welt der Engel und Dämonen wird unbekümmert auf die Erde geholt – und nach Rom versetzt; die Nephilim, Wesen aus den Verbindungen gefallener Engel mit den Menschen, treiben sodann im Vatikan ihr Unwesen. Auch neuere kirchliche Ereignisse, wie jene, die sich 1917 in einem bekannten portugiesischen Wallfahrtsort ereigneten, taugen zur Vermarktung. Warum nicht ein drittes „entstelltes“ Geheimnis von Fatima enthüllen, oder sogar ein viertes und fünftes?

Barbara Wenz, geboren 1967 in der Südpfalz, anerkannte Sachbuchautorin und regelmäßige Autorin dieser Zeitung, die seit mehr als einem Jahrzehnt in Italien lebt, hat im Kölner Emons-Verlag einen Kriminalroman herausgebracht, der auf den ersten Blick die üblichen Ingredienzien für einen Vatikan-Thriller verwendet haben dürfte: Bereits im Prolog ergreift eine Ordensfrau das Handwerk eines Profikillers, eine geheimnisumwitterte Reliquie aus der Zeit Christi durchzieht das Geschehen wie ein roter Faden und die Protagonisten der Geschichte müssen sich innerhalb und außerhalb der vatikanischen Mauern einer Verschwörung gegen die Kirche erwehren. Und dennoch ist das von Barbara Wenz gesponnene „Farnese-Komplott“ keines der üblichen auf den Buchmarkt geworfenen Werke, die sich den Vatikan als Tummelplatz ihrer schillernden „personae dramatis“ erkoren haben.

Die Autorin gibt dem Roman wie bei einem Bild eine besondere Grundierung; sie wählt hierzu ihre Version der Geschichte des „Volto Santo“, des Schleiertuchs von Manoppello, das dem Betrachter das Gesicht Jesu Christi zeigen soll. Mit der abenteuerlichen, aber durchaus nachvollziehbaren Erzählung über die berühmte Tuchreliquie wird das nicht weniger spannende und ereignisreiche Geschehen der Gegenwart immer stärker verbunden, ohne dass sich die Story ins unerquicklich Mystische verliert. Krista Winther, eine deutsche Journalistin, ist in der Ewigen Stadt eingetroffen, um die Nachfolge des Rom-Korrespondenten des „Frankfurter Allgemeinen Anzeigers“, Manfred Moorstein, anzutreten. Als sie Moorstein aufsuchen will, findet sie dessen Wohnung verwüstet vor. Der Kollege ist spurlos verschwunden; alles deutet auf ein Verbrechen hin.
Der Schleier mit dem Antlitz Christi kommt auch vor

Gemeinsam mit Monsignore Lorenzo Farnese, dem Spross einer altehrwürdigen Adelsfamilie, und dem vatikanischen Gendarmerie-Inspektor Gabriele Cairo macht sich Krista Winther auf die Suche nach den Hintergründen und erfährt, dass der „Volto Santo“, der Schleier mit dem Antlitz Christi, eine besondere Rolle in dem Fall spielt. Das Ermittlertrio findet sich schon bald in Ereignisse verwickelt, bei dem es nicht nur um eine berühmte Reliquie der Christenheit geht, sondern um weitaus mehr. Es muss mit viel Cleverness und Geschick dem Spiel der Intrigen, massiven Behinderungen und sogar Mordanschlägen ausweichen.

Die Journalistin, der Monsignore und der Inspektor werden von der Autorin „romgerecht“ beschrieben – so könnten sie tatsächlich in der Ewigen Stadt existieren und agieren. Es macht Spaß, den drei Protagonisten durch Rom zu folgen. Die Örtlichkeiten, die sie aufsuchen, sind real und werden anschaulich geschildert: die Bar in der Via delle Grazie (und ebenso die Wohnung des verschwundenen Rom-Korrespondenten), der Palazzo San Carlo und die verschlungenen Straßen und Wege der Vatikanstadt, das Kloster Santa Maria del Rosario auf dem Monte Mario. Nur der Besuch in der Kantine der helvetischen Leibwache des Papstes würde wohl so nicht vom strengen Gardekommando geduldet werden. Geschichtliche Hintergründe, vatikanische Interna und römische Besonderheiten werden ansonsten aber ebenso korrekt wie liebenswert dargestellt.

Die kriminellen Vorgänge und Absichten, denen der Leser auf den Seiten des Buches begegnet, sind nicht frei erfunden, keine reinen Fantasieprodukte; sie haben durchaus ihre „Vorbilder“ in „bella Italia“ – und auch im Vatikan. Wenn es das eine oder andere Mal allzu skurril zu werden droht, weiß Barbara Wenz den Humor auf den Punkt genau als notwendiges Korrektiv einzusetzen. Der Humor ist übrigens eine der großen Stärken der Geschichte; man ertappt sich recht häufig bei einem Schmunzeln.

Der Roman ist durch und durch kirchlich und erfreulich katholisch orientiert – ohne je aufdringlich, moralisierend oder frömmlerisch zu sein. Am Ende des spannenden Lesevergnügens steht, wie es sich für einen ordentlichen Krimi gehört, ein Plot. Aber die Autorin schafft es, dass man sich nicht allzu bequem zurücklehnen und das Buch zuklappen kann. Den Fortgang einiger Handlungsstränge hält Barbara Wenz in der Schwebe und überlässt ihn der Fantasie des Lesers. Oder – und das erhofft man sich im Grunde – sie hat in der Tradition amerikanischer Krimiserien kleine Cliffhanger geschaffen, die auf ein weiteres Abenteuer mit der Signorina Winther, Monsignore Farnese und dem Ispettore Cairo hindeuten.

Barbara Wenz: Das Farnese-Komplott,

Emons-Verlag, 2014, 224 Seiten,

ISBN 978-3-95451-313-0, EUR 9, 90

August 16, 2014   No Comments