Journalistin und Autorin

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Category — Allgemein

Sally Read: Annunciation. A Call to Faith in a Broken World

Sally Read ist eine Konvertitin zum katholischen Glauben, die in der Nähe von Rom mit ihrem italienischen Ehemann lebt.

Für das Vatican-Magazin Ausgabe Oktober 2017 hatte ich sie porträtiert und über ihr Buch „Night’s Bright Darkness“ geschrieben, in dem sie ihre lange Reise zum katholischen Glauben beschreibt.

Sie ist eine exzellente Autorin und preisgekrönte Dichterin und ich freue mich sehr, dass nun beim renommierten Verlag Ignatius Press ihr jüngstes Buch erschienen ist:

Read Annunciation

>>Sally Read converted from atheism to Catholicism when her daughter, Flo, was only four years old, but it did not take long for the child to become aware that many friends and relatives did not share her mother’s newfound faith. This consciousness of „two worlds“ led to a great many doubts in Flo, and some rebellion. Two nights before her First Communion she suddenly questioned whether she should receive the Eucharist.

Sensing the precarious nature of faith in an overwhelmingly secular world, Read began writing down the compelling reasons for holding on to both God and Church. Taking the Annunciation as her template, she explored common experiences of the spiritual life as she meditated on each part of the story recorded in the Gospel of Luke.

Drawing on Scripture, the saints, and the lives of people she has known personally or professionally as a nurse, Read shows how God is with us always—even in suffering, spiritual dryness, and depression. Although inspired by a mother’s loving response to a daughter, this book will speak to any believer engaged in the bliss and the bewilderment of a relationship with God.<<

August 3, 2019   No Comments

Caritas Christi urget nos

Sonntag vormittag, ich bin in Deutschland. Zur heiligen Messe gehen ist mir leider manchmal eher Routine und Pflicht hierzulande. Während ich Kaffee trinke, mich anziehe und vorbereite, denke ich, dass ich doch einmal wieder eine orthodoxe Liturgie besuchen sollte.
Vielleicht sollte ich das wirklich einmal wieder tun, aber gerade heute hat mir der Herr ziemlich deutlich gewiesen, dass alles ganz und gar gut so ist, wie es ist.

Ich sitze ziemlich weit vorne und die erste Bank bleibt leer. Das macht mich unruhig, denn normalerweise sitzen dort die Gebrechlichen und Alten, die nicht mehr aufstehen und nach vorne gehen können zur heiligen Kommunion. Unser deutscher Pfarrer teilt stets zuerst an sie aus. Heute fehlt mir ganz besonders eine weißhaarige, wunderschön zarte Frau, die mich an meine verstorbene Mutter erinnert und vielleicht nicht mehr gut beieinander ist, aber der heiligen Messe stets aufmerksam wie ein Luchs folgt. Begleitet wird sie meist von einer leicht rundlichen polnischen Betreuerin, der man ansieht, dass sie froh ist, eine Deutsche betreuen zu dürfen, die genausoviel Wert auf den sonntäglichen Messbesuch legt wie sie selbst.

Da, in der Sakristei hat es schon geläutet und die Gemeinde ist aufgestanden, kurven die beiden Frauen ein. Ich bin erleichtert. Wie immer klettert das greise Mädchen aus dem Rollstuhl in die Bank, ihre Betreuerin parkt sorgfältig den Rollstuhl, betet kurz in der Bank und schaut dann nach, ob noch etwas fehlt. Diesmal ist es ein Päckchen Papiertaschentücher, das sie unaufgefordert bereitlegt, um sich dann ganz wieder dem Geschehen hinterm Altar zu widmen.

Wir haben einen jungen Kaplan zu Gast, der gerade in Rom studiert und uns bereits am Fest Mariä Heimsuchung mit seiner geisterfüllten Predigt erfreut hat. Das ist die erste Überraschung dieses Herrentages. Ich erkenne ihn wieder und freue mich schon beim Gloria auf seine Predigt. Doch zunächst möchte er die Gemeinde mit Weihwasser segnen – im novus ordo (oder wie sagt man mittlerweile kirchenpolitisch korrekt dazu) leider nicht mehr immer selbstverständlich. Meine protestantische Mamma hat das besonders geliebt, wenn ich sie manchmal zur Alten Messe mitnahm.

Der junge Kaplan kommt zu seiner frei gehaltenen Predigt über die Stelle im Evangelium, in der Jesus die Jünger lehrt: „So sollt ihr beten“ – nachdem sie ihn dazu angefragt haben. Er predigt leidenschaftlich und voller Freude. Wir erfahren ganz neue Blickwinkel auf diese altbekannte Stelle und das Vaterunser. Das weißhaarige Mädchen weiter vorne klatscht vor Freude die Hände zusammen, als er geendet hat. Auf diesem jungen Priester liegt Segen, sie hat es gespürt. Mit besonderer Hingabe singen wir das Vaterunser heute und geben uns den Friedensgruß.
Zur Austeilung des Allerheiligsten erhebt sich diese wunderschöne alte Dame mit aller Mühe – wie immer. Normalerweise erhält sie und andere Gebrechliche, die in der ersten Bank sitzen, auch vor der gesamten Gemeinde die Kommunion. Unser junger Kaplan kann das aber nicht wissen und es ist auch nicht sein Fehler, dass ihm das nicht gesagt wurde, in keiner Weise. Und so steht mein tapferes greises Mädchen während der gesamten Austeilung an die Gemeinde weiter, in der Hoffnung, dass sie auch noch den Leib des Herrn empfangen darf.

Doch als der Kaplan das Allerheiligste im Tabernakel wegschließt, ist ihre Hoffnung dahin.
„Hallo?“ sagt sie, obwohl sie sich kaum richtig artikulieren kann und auch keine laute Stimme mehr hat. Dann sinkt sie resigniert zurück auf die Bank. Noch bevor ich erfassen kann, was sich eigentlich gerade abspielt, erhebt sich ein hochgewachsener breitschultriger Mann aus den vorderen Bänken. Er sieht ein bisschen aus wie ein gut gealterter Daniel Craig und kurz denke ich, will der jetzt Krawall machen?
Doch der Hüne schreitet vor den Altar und macht eine Kniebeuge. Dann erklärt er dem jungen Kaplan in zwei Sätzen die Sachlage und deutet auf die erste Bank zu meiner Seniorin. Der Kaplan erkennt die Sachlage blitzschnell, die Situation war und bleibt völlig entspannt. Das Tabernakel wird wieder aufgeschlossen. Die polnische Betreuerin, die viel zu schüchtern war, um sich vor der Gemeinde zu äußern, stupst die ihr Anvertraute an: Schau, er kommt noch einmal, er kommt noch einmal wieder, extra für dich! meinte ich zu hören.
Er kommt noch einmal wieder. Extra für dich.
Das hat sie wahrscheinlich nicht gesagt, aber ich habe es trotzdem gehört.
Natürlich war die alte Dame glücklich. Vielleicht war aber mein junger Kaplan noch viel glücklicher, der das Tabernakel mit dem Allerheiligsten ohne eine Miene zu verziehen wieder aufschloss und dann loseilte, zur ersten Bank, mit einem wunderschönen Lächeln und dem Leib Christi in der Hand, den er der alten Dame, die sich wieder emporgemüht hatte, auf die Zunge legte und ihr danach noch segnend über die Wange strich. Und die Polin strahlte über fünf Kirchenbänke hinweg herzlich dankend und nickend den rettenden Helfer an, der jetzt den Kopf gesenkt hielt bis nach dem Schlusssegen.
Die Liebe Christi zu uns manifestiert sich selbstverständlich in jeder heiligen Messe.
Aber manchmal hilft Er ein bisschen nach, damit wir das auch wirklich erfassen und erfahren können.

Juli 28, 2019   3 Comments

Herzlich erschrocken

Neulich auf der Sondermülldeponie stand vor mir ein mit Totenköpfen bemalter VW Bus der Marke: Wir kiffen für den Globus, machen was wir wollen und Didgeridoo und krasse Musik. Ich lief daran vorbei, weil ich eine alte Klobrille in den Container werfen wollte und erschrak heftig, denn ein Abbild von Papa Francisco winkte in Lebensgröße aus dem linken Seitenfenster des Hippie Busses.
Keine Pointe soweit.

Juni 9, 2019   No Comments

No pasaran! oder Die Diktatur der Maschinen

Ein guter Freund von mir spricht schon seit ein paar Jahren mit „Siri“, dieser Sprachanwendung seines geliebten iPhones. Vor einem Jahr war ich zu Gast bei einem alten Bekannten, bemerkte, dass er eine „Alexa“Säule neben dem Tisch stehen hatte, an dem wir uns unbeschwert unterhielten und auch politische Diskussionen führten. Ich bestand darauf, dass er den Stöpsel bei seiner „Alexa“ zieht – vermutlich war es aber schon zu spät.
Nebenzu bemerkt gehöre ich auch zu den Menschen, die ihre Webcam am Notebook verkleben, auch wenn das ein wenig paranoid klingen mag.
Ich proklamiere schon seit etlichen Jahren, dass ich _nicht_ mit Maschinen spreche und auch nicht vorhabe, das jemals zu tun. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass man nicht mit Maschinen sprechen sollte. Dafür gibt es eigentlich keinen rationalen Grund. Aber: Menschen sollen nicht mit Maschinen sprechen. Ausrufezeichen.

Vor einiger Zeit erwarb ich eine „moderne“ vollautomatische Kaffeemaschine einer deutschen Marke. Das Angebot war günstig, die Maschine gebraucht und generalüberholt. Sie begrüßt mich jeden Morgen mit der Anzeige „Herzlich Willkommen!“ und Datum und Uhrzeit. Das ist hinnehmbar, wenngleich auch schon leicht übergriffig. Ich möchte schließlich einfach nur einen Kaffee aufgebrüht bekommen und keine weiteren Informationen egal in welcher Hinsicht. Wenn ihr Satzbehälter voll ist oder sie der Meinung ist, er wäre voll, was sie häufig ist, da sich natürlich der Kaffeesatz genau an der Stelle ihrer Messplatine stapelt, das Schiff aber ansonsten leer ist, befiehlt sie mir: „Satzbehälter leeren“. Ich ziehe das Ding raus, schüttele den wenigen Satz nach weiter hinten, wo noch leer ist und schiebe es dann wieder ein. So habe ich es bei meiner alten Saeco auch gemacht. Nur, dass die alte Saeco mir hinterher nicht die Frage via Display stellte: „Satzbehälter geleert?“ und ich eingeben musste: „Ja“ oder „Nein“. Im Ende läuft es darauf hinaus, dass ich meine neue Kaffeemaschine – natürlich deutscher Provinienz – regelmäßig belüge, indem ich antworte, dass ich geleert hätte, aber in Wirklichkeit habe ich den Mist nur nach hinten geschüttelt, damit ihre Messplatine nicht mehr anschlägt.
Ich bin ein hochsensibler Mensch. Natürlich ist das dann die Ursache dafür, mich regelmäßig schlecht zu fühlen: „Ich habe meine Kaffeemaschine angelogen“. Ein unerfreulicher Zustand für mein Seelenleben.
Gestern erwarb ich einen dieser neuen Drucker, die ans Internet angeschlossen sind. Im Grunde benötigte ich einfach nur eine neue Patrone für meinen uralten All in One Drucker. Aber die Patrone für den alten hätte mehr gekostet als der neue Drucker, der auch noch zwei Patronen im Karton mit dabei hatte.
„Consumismo“, merkte mein italienischer Fachhändler lakonisch dazu an, als ich diesen Zustand beklagte. Die Italiener können ja aus jedem Scheißzustand eine Ein-Wort-Beschreibung mit wunderschön vielen Vokalen bilden.
Heute habe ich ihn installiert. Ich rede jetzt mal gar nicht davon, dass ich die Postleitzahl seines Standortes angeben sollte und sich das Teil auch noch via Internet automatisch mit meinem Router verbinden konnte, ohne dass ich dessen Passwort manuell eingeben musste etcpepe.
Jetzt druckte er als erstes mal eine Kalibrierungsseite, die ich einscannen sollte. OK.
Dann kam die Message via Minibildschirm, ich müsse diese Seite nun wieder entfernen und entweder wiederverwenden oder recyceln. So mein neuer Domina-Drucker. Ich werde ihn Greta nennen.
Und die Kalibrierungsseite klimaschädlich anzünden und verbrennen.

Mai 25, 2019   No Comments

Seraphim Rose: Nihilismus. Die Ideologie des Antichristen.

Der Glaube an das Nichts als Quell des Untergangs.

Zitat:

„Der Nihilismus unseres Zeitalters ist in allem und wer nicht mit Gottes Beistand beschließt, ihn im Namen der Seinsfülle des lebendigen Gottes zu bekämpfen, den hat dieser bereits bezwungen. Wir sind an den Rand des Abgrunds zum Nichts gebracht, und wir werden, ob wir sein Wesen erkennen oder nicht, infolge der Affinität zum stets vorhandenen Nichts in uns ohne jede Hoffnung auf Erlösung von ihm verschlungen werden – es sei denn, wir bleiben reinen und festen Glaubens in Christus, ohne den wir wahrlich nichts sind.“

Dezember 5, 2018   No Comments

Quantum of solace

Es war zur Zeit der WM 2010. Deutschland hatte Argentinien im Viertelfinale Vier zu Null besiegt.

Unterlag aber Spanien im Halbfinale dann Null zu Eins.

Am nächsten Tag wurde ich zum ersten Mal in meinem ganzen Leben von den Carabinieri angehalten.

Zum allerersten Mal in meinem Leben …
von den Carabinieri gestoppt worden. Normalerweise lassen sie Leute wie mich, die mit deutschem Kennzeichen unterwegs sind, vorbeifahren. Aber nein, der streng dreinblickende Uniformierte hebt die rote Kelle und weist mir gleich an, wo meine Stopp-Linie zu sein hat. Dann nähert er sich dem Auto. Ich überlege, ob ich meinen Führerschein dabei habe, ob der Hund vielleicht einen Maulkorb tragen muss im Auto, was das alles kostet, wenn ich keine Rettungsweste dabei haben sollte usw… Was einem halt alles so siedendheiß durch den Kopf fährt in so einer Situation. Und dann noch Carabinieri, nicht polizia … Mit denen ist eh nicht zu spaßen.
Er baut sich vor dem Autofenster auf.
„Dalla Germania?“, fragt er.
Stummes Nicken.
Der Carabiniere stemmt die Arme in die Hüften und holt tief Luft: „Was war da gestern los, eh? Was soll das? Kann man das verstehen? Nein, das kann ich nicht verstehen! Was war das nur für ein schreckliches Spiel, eh?“
Ich nicke unsicher.
„Eine absolute Katastrophe! Was war nur mit den Deutschen los?“ Er fängt an, heftig zu gestikulieren und sich in Rage zu reden. „Die sind so gut gewesen, und jetzt das. KA-PUTT! Einfach KA-PUTT!“ (Das Kaputt kommt im O-Ton auf Deutsch).
Ich stimme zu und traue mich anzumerken, dass es eine große Enttäuschung war.
Er knallt sich mit der rechten Hand an die Stirn. „Gewinnen die gegen Argentinien! Mit Vier-Null! EH? VIER TORE! Und jetzt d a s!“, regt er sich auf.
Ich, lebhafter: „Ja, die totale Katastrophe, ich kann das gar nicht verstehen!“
Er, ballt die Fäuse, lehnt sich etwas nach hinten, um seinen Worten mehr Nachdruck zu verleihen: „So eine Kata-stro-phe! Verlieren die Eins-Null im Halbfinale!“
Ich: „Unfassbar! Einfach schreck-lich!“ und winke heftig ab.
Er: JA, das ist es. (Seufzer). Gut, Sie können weiterfahren. Trotzdem noch einen schönen Tag!
Ich: Grazie! Ebenso! (Und ab.)

Juni 27, 2018   No Comments

Die Schwarze Madonna von Tschenstochau

Als jemand, der praktisch ein und aus geht bei der Madonna von Loreto, war ich hin- und weggerissen, als ich kürzlich Tschenstochau besuchte.

Unsere liebe Frau ist immer wunderschön und vollständig bezaubernd, egal an welchem Ort man sie besucht.
Aber Tschenstochau bewahrt die schönste Marienikone als einen Schatz eines ganzen Volkes.

Mein Artikel dazu für Die Tagespost.

April 29, 2018   No Comments

Der kleine Alfie ist heute Nacht gegangen

Während sich der Bischof von Liverpool, die Liverpooler Polizei und andere verantwortliche Leute mehr noch an dem „social media circus“ stören, den er verursacht hat – ja, hattet ihr jemals wirklich geglaubt, die Menschen weltweit hielten also einfach ihr Maul angesichts dieser buchstäblich zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit, dieser Tyrannei der Herzlosigkeit und der Willkür eines mörderischen Systemkonglomerats von Medizinern, Juristen und britischer Regierung? Was hätten all diese Jammerlappen, die so bekümmert wegen der sozialen Medien sind, denn früher wohl gemacht, wenn das Volk mit Mistforken und Heugabeln anrückte, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen? – hat Jean Pierre Casey, der Neffe des großen deutschen katholischen Philosophen und Hitlerfeindes Dietrich von Hildebrand, einen offenen Brief an die Bischöfe von England und Wales geschrieben.
Man darf sich als deutsche Katholikin durchaus auch wundern darüber, wo eigentlich die Stellungnahmen deutscher Bischöfe abgeblieben sind in diesem Fall. Vielleicht waren aber die ideologisch motivierten Krokodilstränen schon anderweitig reserviert, nämlich für die Opfer einer Kirchenvertretung, die es nicht weiter fragwürdig findet, Frauen zu weihen oder Protestanten die Kommunion auszuteilen.

Aber zurück zum Brief von Casey.

>> Whilst you may be tempted to characterise me and others who share my views as ‘simpletons’ whose intellectual faculties are insufficient to fully grasp the ethical and medical subtleties of the case, I will reply: I know tyranny when I see it. I know oppression when I see it. I know injustice when I see it. And so do many thousands of others across the world. If our Church leaders, meaning the collective you, remain silent in the face of such tyranny, oppression and injustice, then not only do they fail in their mission to proclaim the Gospel of Jesus Christ, not only do they fail to publicly uphold the sanctity and dignity of all human life, not only do they fail to defend the rights of parents as the primary educators and as the sole legitimate custodians of their children — each one of these being individually considered a serious sin of omission — but they also become accomplices of, and indeed, active participants in, gravely evil acts.

I regret to say that with the kind of leadership — or rather the complete absence of leadership our bishops are showing — in grave public cases where a powerful public witness in defense of life, the family and God-given parental rights is not only necessary but is indeed a moral obligation, it is no wonder the flock of practising Catholics is so rapidly dwindling. For who wants to follow such shepherds? For this to occur so soon after the Charlie Gard saga, and with an essentially identical outcome — namely, the complete lack of leadership, lack of conviction, and lack of courage we are seeing from our bishops, I am afraid to say I am ashamed to be an English Catholic.<< Von hier.

April 28, 2018   No Comments

A View To A Kill

Seit kurzem hat das europäische England dem europäischen Transsylvanien vom Gruselfaktor her den Rang gründlich abgelaufen. Genau genommen ein „Kinderkrankenhaus“ in Liverpool und ein „ehrenwerter“ Richter, der entschieden hat, dass ein kleiner kranker zweijähriger Junge gegen den Willen seiner Eltern nicht mehr weiter künstlich beatmet wird, weil seine lebenserhaltenden Maßnahmen „futile“ sei, wenn ich das richtig verstanden haben sollte.
„futile“ heißt auf Italienisch „inutile“ – das ist leichter verständlich. Es bedeutet „nutzlos“.
Man gerät in Versuchung, sich in eine Meditation über nutzlose Justiz zu versenken, aber ich werde diese Klippe hier trotzig umschiffen.
Im Prinzip ging es schlicht darum, dass der kleine hübsche Junge zu viel Geld kostet. Also stellte man ihm sozialverträglich den Sauerstoff ab. Selbstverständlich in seinem ureigenen Interesse und nur zu seinem Besten. Wir kennen dieses gottvergessene Gelaber mittlerweile sehr gut – insbesondere, wenn wir Deutsche sind und uns ein wenig mit dem Dritten Reich beschäftigt haben. Holländische Bekannte halten das übrigens für eine Art Behinderung – nicht das Dritte Reich, sondern als Deutscher strikt gegen Euthanasie zu sein. Als die Debatte vor Jahren einmal darauf kam, blickten sie mich milde und nachsichtig an: Bei eurer Vergangenheit ist das natürlich verständlich, aber es geht doch darum, den Menschen zu helfen.
Natürlich, darum ging es den Nazis auch. Selbstverständlich ging es auch den Medizinern des Alder Hey „Kinderkrankenhauses“ – man muss es in Anführungszeichen setzen, wenn man sich selbst noch im Spiegel in die Augen blicken möchte – nur darum, dem Kind und den Eltern zu helfen. Auch dem ehrenwerten Richter Hayden ging es ausschließlich darum.
Also wurde von Seiten dieses „Krankenhauses“ aus der Hölle vor zwei Tagen um 22.17 Uhr die Beatmung für den knapp Zweijährigen – in seinem Interesse – abgestellt. Gegen den ausdrücklichen Willen der Eltern. Und das angesichts der Tatsache, dass sich bereits der Papst eingeschaltet hatte, die Überstellung nach Bambino Gésu, ein Kinderkrankenhaus in Rom, bereits vorbereitet war, die italienische Regierung in extremis dem kleinen Alfie die italienische Staatsbürgerschaft verliehen hatte und eine Militärmaschine auf Geheiß der italienischen Verteidigungsministerin auf Abruf bereitstand, um Alfie ins katholische Rom – und somit in Sicherheit – zu bringen.
Offenbar kurbelte dies die tödliche Entschlossenheit der medizinischen Verantwortlichen, ihren „life end caring plan“ für Alfie durchzuziehen, ebenso wie die menschenverachtende Arroganz des britischen Richters Hayden nur noch weiter an.
Es meldete sich der italienische EU-Parlamentspräsident auf Twitter zu Wort, es meldete sich Andrzej Duda, der polnische Präsident und – immerhin, die US-amerikanischen Bischöfe. Nach einer für eine Katholikin wie mich ziemlich lähmenden und frustrierenden Funkstille zogen Kardinal Schönborn, Österreich und der Patriarch von Venedig endlich nach.
Von Protestanten und Anglikanern war nichts weiter zu hören, und das, obwohl wir als getaufte Christen dazu aufgerufen sind, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen und unsere Stimme im Namen Jesu Christi zur Verteidigung der Schwachen und Schwächsten zu erheben.
Als ich noch Atheistin war, stand ich der katholischen Kirche nie wirklich feindlich gegenüber – ich war zwar keine überzeugte Lebensschützerin, aber ich fand es immer gut, richtig und wichtig, dass wenigstens die katholische Kirche noch ihre Stimme für das Leben erhob.
Das war ungefähr vor 20 Jahren. Heute haben wir, habe ich, Bischöfe, die durch ihr peinliches und sündhaftes Schweigen zum Fall Alfie Evans das wenig liebevolle Vorgehen des Krankenhauses und der britischen Justiz – gewollt oder ungewollt – unterstützen. Alfie darf immer noch nicht nach Rom ausreisen, hat der Richter verfügt, der in seiner Freizeit Ratgeber zur gleichgeschlechtlichen Ehe verfasst.
Mehr noch, wir haben einen Erzbischof von Liverpool, es ist Alfies Bischof, der diesen skandalösen Vorgang nicht etwa anprangert, sondern relativiert und schönredet.
(Man muss übrigens nicht mal Christ und schon gar nicht Bischof sein, um diesen Vorfall skandalös, verstörend und zutiefst ungerecht zu finden.)

Es gibt einen empfehlenswerten Artikel des italienischen Vatikanisten Sandro Magister dazu hier.

Alfie atmet beharrlich weiter. Den Meldungen nach scheint das „Krankenhaus“ daraufhin zunächst ihm Wasser und Nahrung verweigert zu haben, jetzt dürfen die Eltern ihn wenigstens mit nach Haus nehmen, aber weiterhin nicht zu einer Behandlung nach Deutschland oder Rom ausreisen.
Und mit jedem Atemzug demaskiert der kleine kranke Bursche Alfie nicht nur das „National Health System“, britische Behörden mitsamt Justiz und der Liverpooler Polizei, die via Facebook angekündigt hat, jede Meinung zum Thema Alfie Evans in den sozialen Medien zu scannen und zu überwachen, Alfie entblößt auch ziemlich viele christliche Kirchenführer einschlägiger Denominationen gleich noch mit dazu, die offenbar ein paar grundlegende Dinge, die das Evangelium verkündet und Jesus Christus gelehrt hat, für nicht mehr wichtig genug erachten.

April 26, 2018   No Comments

Christliche Soldaten in Maaloula, Syrien

April 2, 2018   No Comments