Journalistin und Autorin

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Zum Tag der heiligen Odile – der „Mutter des Elsass“

Es gibt zahlreiche spektakuläre Aussichtspunkte in den elsässischen Nordvogesen, doch der berühmteste unter ihnen ist zugleich ein heiliger Berg und eine Pilgerstätte: Der Odilienberg, 764 Metern über dem Meeresspiegel, bietet atemberaubende Ausblicke über die Landschaft der Rheinebene nach Osten zwischen Kehl und Lahr bis in die Hänge des Schwarzwalds, wie nach Westen über die Kämme der Vogesen bis weit ins Land hinein. Schon in frühester Vorzeit diente das Buntsandsteinmassiv mit seinem Hochplateau als Zufluchtsort. Eine 10 Kilometer lange Wallmauer umgibt seine Hänge, die so genannte Heidenmauer, von der man annahm, dass sie prähistorischen Ursprungs sei. Neueste Untersuchungen gehen jedoch davon aus, dass sie aus dem 7. und 8. Jahrhundert stammen könne. Die Römer unterhielten dort eine Höhenfestung, die sie Altitona nannten. Heute befinden sich auf seinem Gipfel nicht nur der uralte Merowingerfriedhof, sondern auch eine großzügige und modernisierte Anlage, die auf den Resten des ehemaligen Klosters der heiligen Odilie, der Schutzpatronin des Elsass, errichtet wurde. Hier werden noch immer ihre Reliquien verehrt. Dieser Ort hat viele Pilger magnetisch angezogen, unter ihnen auch Johann Wolfgang von Goethe, der darüber in „Dichtung und Wahrheit“ schreibt: „Einer mit hundert, ja tausend Gläubigen auf den Ottilienberg begangenen Wallfahrt denke ich noch immer gern. Hier, wo das Grundgemäuer eines römischen Kastells noch übrig, sollte sich in Ruinen und Steinritzen eine schöne Grafentochter aus frommer Neigung aufgehalten haben. Unfern der Kapelle, wo sich die Wanderer erbauen, zeigt man ihren Brunnen und erzählt gar manches Anmutige. Das Bild, das ich mir von ihr machte und ihr Name prägte sich tief ein.“

Odilia oder Ottilie kam um das Jahr 660 als erstes Kind des fränkischen Herzogs Adalric (auch Attich, Etich) zur Welt. Adalric gehört zu den Stammvätern der Capetinger, sein Name taucht ebenso in den Ahnentafeln vieler bedeutender Herrscherhäuser wie der Salier, Staufer, Zähringer und Habsburger auf. Man geht davon aus, dass Odilia in dem Schloss ihres Vaters zur Welt kam, das dieser auf den römischen Ruinen von Altitona errichtet hatte. In einer Mischung aus Wut, Scham und Schuldgefühl befahl Adalric, dass sein erstgeborenes Kind, enttäuschenderweise eine Tochter und noch dazu blind geboren, in der Wildnis ausgesetzt werden solle. Der Herzog handelte gemäß einem heidnischen Brauch, da er insgeheim befürchtete, dass das behinderte Kind die göttliche Strafe für eine von ihm begangene schändliche Tat sei. Doch Persinda, seine Gemahlin, versuchte verzweifelt, das sichere Todesurteil für ihr Kind abzuwenden. Sie sandte deshalb einen Boten an ihre ehemalige Amme, die in einiger Entfernung lebte und die sich freudig dazu bereit erklärte, die Pflege und Erziehung des Mädchens zu übernehmen. Odilie wuchs, unter der Obhut ihrer Amme, in einem „Palma“ genannten Kloster auf, welches heute als Baume-les-Dames in der Nähe von Besançon identifiziert wird.
Das Christentum steht in dieser Zeit in Mitteleuropa in voller Blüte, auch wenn Adalrics Anwandlungen noch tief im heidnischen Gedankengut zu wurzeln scheinen. Denn die irischen Wandermönche und Missionare, die auf dem Weg nach Süden, nach Rom und Jerusalem durch das europäische Festland zogen, konnten das einfache Volk mit ihrem missionarischen Eifer, ihren glühenden Predigten und ihrer überzeugenden Lebensweise für das Evangelium entfachen. Vom heiligen Columban – nicht zu verwechseln mit dem Heiligen gleichen Namens, der in Schottland missionierte, ist bekannt, dass um das Jahr 592, also knapp 60 Jahre vor der Geburt Odilias, durch die Vogesen zog und unter anderem das bedeutsame Benediktinerkloster in Luxueil gründete. Die Leuchtspur des heiligen Columbans von Luxueil und seiner Gefährten zog sich durch ganz Süddeutschland, die Donauregion und den Bodensee, bis hinunter nach Norditalien. Selbst bis zu den slawischen Siedlungen im Osten drangen sie vor und prägten mit ihrer glühenden Hingabe das ganze siebte Jahrhundert in Mitteleuropa. Die Evangelisierung war mobil, meist zu Fuß durchzogen heilige Männer die Landen.
Und so tat es auch ein Bischof aus den bayrischen Landen, Erhard von Regensburg. Dieser Bischof Erhard empfing eines Tages eine göttliche Weisung: Er solle nach Palma gehen und dort ein blindes Mädchen auf den Namen Odilia taufen. Sie soll im Alter von 12 Jahren gewesen sein, als der Regensburger Bischof sie im wörtlichen Sinne aus der Taufe hob, denn zu dieser Zeit bestand der Ritus noch darin, dass man die Täuflinge in das Wasser eines geweihten Brunnens eintauchte. Schließlich salbte der Bischof die blinden Augen seines Taufkindes mit Chrisam. Und da geschah das Wunder: Odilia öffneten sich die Augen – sie erblickte zum ersten Mal seit ihrer Geburt das Licht. Nein, nicht das Licht der Welt, wie man Geburt noch gerne umschreibt: Es handelte sich insbesondere um eine geistliche Neu-Geburt in Christo. Durch das göttliche Wunder der Heilung ihrer Sinne, der jahrelang verschlossen gewesenen Augen, ereignete sich auch eine grundlegende Lebenswende für Odilia. Sie lernte Lesen und Schreiben und man ließ ihr die allerbeste Ausbildung angedeihen, denn sie war, wenn auch verstoßen, die Tochter eines Herzogs. Die Jahre zogen ins Land und es geschah, dass einer ihrer Brüder von ihrem Schicksal erfuhr und den Vater mit der Schwester wieder versöhnen wollte. Doch Adalric wollte, verstockt wie er war, nichts davon wissen und drohte seinem Sohn sogar. So ließ jener ohne Wissen des Vaters nach der Schwester schicken, um sie nach Hause auf die Hohenburg zu holen, wo er nicht nur sein Schloss erbaut, sondern mittlerweile auch ein Kloster gegründet hatte. Adalric muss ein sehr jähzorniger Mensch sein, denn als er Odilia und ihr Gefolge anreisen sah, verlor er dermaßen die Beherrschung gegenüber seinem Sohn, der sich nur das Beste für ihn und Odilia gewünscht hatte, dass er mit einem Stock auf ihn losging und in maßloser Wut erschlug. Es war die letzte Grausamkeit, die er in seinem Leben begehen sollte, den Rest seiner Tage verbrachte er voller Trauer und Reue in dem von ihm gegründeten Kloster, nicht ohne sich vorher mit Odilia herzlich versöhnt zu haben. Sie, die bis kurz vor seinem Tod als einfache Magd in seinem Kloster gelebt hatte, wurde von ihm in einem Moment der Barmherzigkeit, als er ihr zufällig begegnete, wie sie Mehl austrug, um für die Armen Brot zu backen, mit allen Würden und Rechten als Vorsteherin des Klosters eingesetzt. Nun hatte sie die verantwortungsvolle Aufgabe, für 130 Schwestern zu sorgen. Doch sie ließ auch Neubauten errichten: Eine Kirche, die dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht werden sollte, der ihr Schutzpatron war, seit sie während ihrer Taufe das Augenlicht wiedererlangt hatte, und ein Tochterkloster am Fuße des Berges, in dem besonders Alte und Kranke betreut werden sollten, die den steilen Aufstieg zum Mutterkloster nicht bewältigen konnten. Alle diese großartigen Unternehmungen erlebte Adalric nicht mehr – er starb kurze Zeit, nachdem er sie als Äbtissin eingesetzt hatte.
Als treue Tochter ehrte sie ihren Vater, der doch einst ihren Tod erwünscht hatte und fastete und betete nach seinem Hinscheiden tage- und nächtelang hartnäckig für seine Erlösung und um göttliche Barmherzigkeit. Ihre Trauer war unermesslich, denn sie musste davon ausgehen, dass Adalrics Seele aufgrund seiner schlimmen Taten am Orte der Verdammnis weilte. Aufgrund ihres großes Glaubens und ihrer Hingabe wurde Odilia erhört. Eines Nachts öffnete sich der Himmel und ein strahlender Glanz brach über sie herein. Die Vita berichtet, dass sie folgende Worte vernahm: „Odilia, die du Gott teuer bist, bezähme doch deine quälende Schwermut! Denn du hast von Gott für die Sünden deines Vaters Vergebung erlangt. Siehe auch, aus der Unterwelt befreit, wird er von Engeln geleitet, um sich dem Chor der Patriarchen zu gesellen!“ Sie aber pries Gottes Güte und sagte Dank dafür, dass er sich ihrer unwürdigen Gebete angenommen habe.
Heute markiert die so genannte Tränenkapelle den Ort, an dem das inständige und anhaltende Gebet der Heiligen stattgefunden hat: den ehemaligen Klosterfriedhof mit dem Grab ihres Vaters.

Zu den Umständen ihres eigenen Todes an einem 13. Dezember, das genaue Jahr ist unbekannt, soll jedoch nach 723 liegen, wird berichtet, dass Odilia, entgegen sämtlicher Gepflogenheiten der Zeit ihre Mitschwestern von ihrem Sterbelager wegschickte, damit sie die Psalmen sängen. Der Jammer der Frauen war groß, als sie bei ihrer Rückkehr die geliebte Äbtissin tot vorfanden, insbesondere auch deshalb, weil sie ohne den Empfang des Viatikums, der letzten heiligen Kommunion hinübergegangen sei. So sehr flehten, weinten und beteten sie, dass Odilias Lebensodem zurückkehrte. Sie setzte sich auf und beklagte sich bei den trauernden Frauen, denn sie habe im Jenseits die heilige Jungfrau Lucia getroffen und eine solche Freude genossen, die kein lebender Mensch ermessen könne. Doch die frommen Schwestern ließen sich durch solche Vorwürfe nicht beirren: Man könne ihnen schließlich Unachtsamkeit und Pflichtvergessenheit vorwerfen, wenn sie Odilia ohne einen letzten Empfang des Leib des Herrn sterben ließen! Daraufhin ließ die Äbtissin sich die heilige Kommunion bringen, empfing sie und hauchte ihre Seele im Kreise der Schwestern aus. Um ihre Grablege soll sich noch tagelang ein himmlischer Wohlgeruch ausgebreitet haben.

Das Kloster auf dem Sandsteinmassiv trotzte sämtlichen Zeitläuften. Nach einer Hochblüte unter Äbtissin Herrad von Landsberg, die im 12. Jahrhundert den „Hortus Delicarum“ das gesamte Wissen ihrer Zeit zusammenfasste, wurde es während des Dreißigjährigen Krieges mehrmals geplündert. Danach übernahmen Prämonstratensermönche die Fürsorge für Odilias Grab und die zahlreichen Pilger, die vor allem um Heilung von Augenkrankheiten baten. Was der Bauernkrieg nicht geschafft hatte, gelang den Jakobinern der Französischen Revolution – die völlige Vertreibung der Ordensleute und die Vernichtung einer bislang beliebten Wallfahrt. Doch nicht für lange. Keine 60 Jahre später wurde das profanisierte Kloster zurückgekauft und dem Bischof von Straßburg unterstellt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts pulsiert das geistliche Leben auf dem Berg wieder, ist das Kloster nicht nur ein touristisches Ausflugsziel, sondern auch einer der beliebtesten Wallfahrtsorte in Frankreich, der im Jahr 1988 als prominentesten Pilger der Neuzeit Papst Johannes-Paul II. empfangen durfte.

Über dem Eingangstor des ehemaligen Klosters ist die in Stein gemeißelte Inschrift zu lesen: „Hier blühte einst die heilige Äbtissin Odilia, hier waltet sie immerfort als Mutter des Elsass“.
Im Herzen des ehemaligen Klosters, das von drei Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz und einem Kaplan betreut wird, glüht die Liebesflamme der Ewigen Anbetung: Seit 1931 kommen Gruppen von Gläubigen aus allen Pfarreien und Dekanaten, um vor dem Allerheiligsten tagsüber und in der Nacht zu beten – eine Woche lang, bis sie von der nächsten Gruppe abgelöst werden. Draußen blickt die überlebensgroße Statue der heiligen Odilia mit dem Äbtissinnenstab auf einem Balustradenturm weit in die oberrheinische Tiefebene und hält ihre segnende Hand über die Landschaft und ihre Bewohner. Es ist ein gewaltiges Zeichen, sichtbar für alle, für den gläubigen wie den nichtglaubenden Besucher dieser besonderen heiligen Stätte.

[Zuerst erschienen im Vatican-Magazin Januar 2014]

Dezember 12, 2018   No Comments

Seraphim Rose: Nihilismus. Die Ideologie des Antichristen.

Der Glaube an das Nichts als Quell des Untergangs.

Zitat:

„Der Nihilismus unseres Zeitalters ist in allem und wer nicht mit Gottes Beistand beschließt, ihn im Namen der Seinsfülle des lebendigen Gottes zu bekämpfen, den hat dieser bereits bezwungen. Wir sind an den Rand des Abgrunds zum Nichts gebracht, und wir werden, ob wir sein Wesen erkennen oder nicht, infolge der Affinität zum stets vorhandenen Nichts in uns ohne jede Hoffnung auf Erlösung von ihm verschlungen werden – es sei denn, wir bleiben reinen und festen Glaubens in Christus, ohne den wir wahrlich nichts sind.“

Dezember 5, 2018   No Comments

Zviad Ratiani: Ex voto

Schreib, was dir keiner glauben wird,
schreib, als wäre nichts passiert, schreib
über Geister, an deren Existenz
du auch nicht geglaubt hättest, doch.

Schreib, was dir niemand verzeihen wird.
Nein, nicht dort unten, auf das Blatt schreib
dass du dir selbst deine Heimat bist
und dass rein ist dein Herz.

Schreib, wofür man dich auslachen wird.
Warte nicht auf Begeisterung, schreib hemmungslos
über die alltägliche ungerechte Niedertracht
und über deinen kreuzverwerflichen Glauben.

Was noch? Schreib auch über die Liebe
und sag, dass du das Geheimnis erfuhrst – dass Gedichte vor der Liebe geschrieben
und nach der Liebe gelesen werden.

August 2, 2018   1 Comment

Quantum of solace

Es war zur Zeit der WM 2010. Deutschland hatte Argentinien im Viertelfinale Vier zu Null besiegt.

Unterlag aber Spanien im Halbfinale dann Null zu Eins.

Am nächsten Tag wurde ich zum ersten Mal in meinem ganzen Leben von den Carabinieri angehalten.

Zum allerersten Mal in meinem Leben …
von den Carabinieri gestoppt worden. Normalerweise lassen sie Leute wie mich, die mit deutschem Kennzeichen unterwegs sind, vorbeifahren. Aber nein, der streng dreinblickende Uniformierte hebt die rote Kelle und weist mir gleich an, wo meine Stopp-Linie zu sein hat. Dann nähert er sich dem Auto. Ich überlege, ob ich meinen Führerschein dabei habe, ob der Hund vielleicht einen Maulkorb tragen muss im Auto, was das alles kostet, wenn ich keine Rettungsweste dabei haben sollte usw… Was einem halt alles so siedendheiß durch den Kopf fährt in so einer Situation. Und dann noch Carabinieri, nicht polizia … Mit denen ist eh nicht zu spaßen.
Er baut sich vor dem Autofenster auf.
„Dalla Germania?“, fragt er.
Stummes Nicken.
Der Carabiniere stemmt die Arme in die Hüften und holt tief Luft: „Was war da gestern los, eh? Was soll das? Kann man das verstehen? Nein, das kann ich nicht verstehen! Was war das nur für ein schreckliches Spiel, eh?“
Ich nicke unsicher.
„Eine absolute Katastrophe! Was war nur mit den Deutschen los?“ Er fängt an, heftig zu gestikulieren und sich in Rage zu reden. „Die sind so gut gewesen, und jetzt das. KA-PUTT! Einfach KA-PUTT!“ (Das Kaputt kommt im O-Ton auf Deutsch).
Ich stimme zu und traue mich anzumerken, dass es eine große Enttäuschung war.
Er knallt sich mit der rechten Hand an die Stirn. „Gewinnen die gegen Argentinien! Mit Vier-Null! EH? VIER TORE! Und jetzt d a s!“, regt er sich auf.
Ich, lebhafter: „Ja, die totale Katastrophe, ich kann das gar nicht verstehen!“
Er, ballt die Fäuse, lehnt sich etwas nach hinten, um seinen Worten mehr Nachdruck zu verleihen: „So eine Kata-stro-phe! Verlieren die Eins-Null im Halbfinale!“
Ich: „Unfassbar! Einfach schreck-lich!“ und winke heftig ab.
Er: JA, das ist es. (Seufzer). Gut, Sie können weiterfahren. Trotzdem noch einen schönen Tag!
Ich: Grazie! Ebenso! (Und ab.)

Juni 27, 2018   No Comments

Berliner Hausbesetzerszene

Es begab sich im Jahre Drei nach dem Mauerfall, ich kehrte über Berlin nach einem längeren Aufenthalt aus Prag zurück nach Deutschland und besuchte zu diesem Anlass eine gebürtige Ostberlinerin in ihrer Wohnung in der Oranienstraße, mit der ich in den Achtzigern im Westen studiert hatte.
Zur Auswahl stünden verschiedene Events am Abend – naturgemäß kann man in Berlin wenigstens gescheit ausgehen, immerhin.
Wir entschieden uns für ein Punkkonzert-Event in einem der angesagtesten besetzten Häuser der Stadt.

Ich betrat das Establishment einigermaßen inspiriert – echte Hausbesetzer! In Berlin! Szene! So cool! Ich obercoolerweise auch noch mittendrin.

Die Tür öffnete sich, und die hippen Hausbesetzer entpuppten sich mindestens zur Hälfte als bekannte oder sogar befreundete Leute, denen ich vor fünf Jahren noch regelmäßig in meinem Jugendzentrum (Westdeutschland) in der Otterbachstraße (Symbolname) in Obermoschel (Symbolname) begegnet war.
Soviel zum Mythos Berlin und zu seiner coolen Hausbesetzerszene.

Mai 22, 2018   No Comments

Die Schwarze Madonna von Tschenstochau

Als jemand, der praktisch ein und aus geht bei der Madonna von Loreto, war ich hin- und weggerissen, als ich kürzlich Tschenstochau besuchte.

Unsere liebe Frau ist immer wunderschön und vollständig bezaubernd, egal an welchem Ort man sie besucht.
Aber Tschenstochau bewahrt die schönste Marienikone als einen Schatz eines ganzen Volkes.

Mein Artikel dazu für Die Tagespost.

April 29, 2018   No Comments

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

April 28, 2018   No Comments

Der kleine Alfie ist heute Nacht gegangen

Während sich der Bischof von Liverpool, die Liverpooler Polizei und andere verantwortliche Leute mehr noch an dem „social media circus“ stören, den er verursacht hat – ja, hattet ihr jemals wirklich geglaubt, die Menschen weltweit hielten also einfach ihr Maul angesichts dieser buchstäblich zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit, dieser Tyrannei der Herzlosigkeit und der Willkür eines mörderischen Systemkonglomerats von Medizinern, Juristen und britischer Regierung? Was hätten all diese Jammerlappen, die so bekümmert wegen der sozialen Medien sind, denn früher wohl gemacht, wenn das Volk mit Mistforken und Heugabeln anrückte, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen? – hat Jean Pierre Casey, der Neffe des großen deutschen katholischen Philosophen und Hitlerfeindes Dietrich von Hildebrand, einen offenen Brief an die Bischöfe von England und Wales geschrieben.
Man darf sich als deutsche Katholikin durchaus auch wundern darüber, wo eigentlich die Stellungnahmen deutscher Bischöfe abgeblieben sind in diesem Fall. Vielleicht waren aber die ideologisch motivierten Krokodilstränen schon anderweitig reserviert, nämlich für die Opfer einer Kirchenvertretung, die es nicht weiter fragwürdig findet, Frauen zu weihen oder Protestanten die Kommunion auszuteilen.

Aber zurück zum Brief von Casey.

>> Whilst you may be tempted to characterise me and others who share my views as ‘simpletons’ whose intellectual faculties are insufficient to fully grasp the ethical and medical subtleties of the case, I will reply: I know tyranny when I see it. I know oppression when I see it. I know injustice when I see it. And so do many thousands of others across the world. If our Church leaders, meaning the collective you, remain silent in the face of such tyranny, oppression and injustice, then not only do they fail in their mission to proclaim the Gospel of Jesus Christ, not only do they fail to publicly uphold the sanctity and dignity of all human life, not only do they fail to defend the rights of parents as the primary educators and as the sole legitimate custodians of their children — each one of these being individually considered a serious sin of omission — but they also become accomplices of, and indeed, active participants in, gravely evil acts.

I regret to say that with the kind of leadership — or rather the complete absence of leadership our bishops are showing — in grave public cases where a powerful public witness in defense of life, the family and God-given parental rights is not only necessary but is indeed a moral obligation, it is no wonder the flock of practising Catholics is so rapidly dwindling. For who wants to follow such shepherds? For this to occur so soon after the Charlie Gard saga, and with an essentially identical outcome — namely, the complete lack of leadership, lack of conviction, and lack of courage we are seeing from our bishops, I am afraid to say I am ashamed to be an English Catholic.<< Von hier.

April 28, 2018   No Comments

A View To A Kill

Seit kurzem hat das europäische England dem europäischen Transsylvanien vom Gruselfaktor her den Rang gründlich abgelaufen. Genau genommen ein „Kinderkrankenhaus“ in Liverpool und ein „ehrenwerter“ Richter, der entschieden hat, dass ein kleiner kranker zweijähriger Junge gegen den Willen seiner Eltern nicht mehr weiter künstlich beatmet wird, weil seine lebenserhaltenden Maßnahmen „futile“ sei, wenn ich das richtig verstanden haben sollte.
„futile“ heißt auf Italienisch „inutile“ – das ist leichter verständlich. Es bedeutet „nutzlos“.
Man gerät in Versuchung, sich in eine Meditation über nutzlose Justiz zu versenken, aber ich werde diese Klippe hier trotzig umschiffen.
Im Prinzip ging es schlicht darum, dass der kleine hübsche Junge zu viel Geld kostet. Also stellte man ihm sozialverträglich den Sauerstoff ab. Selbstverständlich in seinem ureigenen Interesse und nur zu seinem Besten. Wir kennen dieses gottvergessene Gelaber mittlerweile sehr gut – insbesondere, wenn wir Deutsche sind und uns ein wenig mit dem Dritten Reich beschäftigt haben. Holländische Bekannte halten das übrigens für eine Art Behinderung – nicht das Dritte Reich, sondern als Deutscher strikt gegen Euthanasie zu sein. Als die Debatte vor Jahren einmal darauf kam, blickten sie mich milde und nachsichtig an: Bei eurer Vergangenheit ist das natürlich verständlich, aber es geht doch darum, den Menschen zu helfen.
Natürlich, darum ging es den Nazis auch. Selbstverständlich ging es auch den Medizinern des Alder Hey „Kinderkrankenhauses“ – man muss es in Anführungszeichen setzen, wenn man sich selbst noch im Spiegel in die Augen blicken möchte – nur darum, dem Kind und den Eltern zu helfen. Auch dem ehrenwerten Richter Hayden ging es ausschließlich darum.
Also wurde von Seiten dieses „Krankenhauses“ aus der Hölle vor zwei Tagen um 22.17 Uhr die Beatmung für den knapp Zweijährigen – in seinem Interesse – abgestellt. Gegen den ausdrücklichen Willen der Eltern. Und das angesichts der Tatsache, dass sich bereits der Papst eingeschaltet hatte, die Überstellung nach Bambino Gésu, ein Kinderkrankenhaus in Rom, bereits vorbereitet war, die italienische Regierung in extremis dem kleinen Alfie die italienische Staatsbürgerschaft verliehen hatte und eine Militärmaschine auf Geheiß der italienischen Verteidigungsministerin auf Abruf bereitstand, um Alfie ins katholische Rom – und somit in Sicherheit – zu bringen.
Offenbar kurbelte dies die tödliche Entschlossenheit der medizinischen Verantwortlichen, ihren „life end caring plan“ für Alfie durchzuziehen, ebenso wie die menschenverachtende Arroganz des britischen Richters Hayden nur noch weiter an.
Es meldete sich der italienische EU-Parlamentspräsident auf Twitter zu Wort, es meldete sich Andrzej Duda, der polnische Präsident und – immerhin, die US-amerikanischen Bischöfe. Nach einer für eine Katholikin wie mich ziemlich lähmenden und frustrierenden Funkstille zogen Kardinal Schönborn, Österreich und der Patriarch von Venedig endlich nach.
Von Protestanten und Anglikanern war nichts weiter zu hören, und das, obwohl wir als getaufte Christen dazu aufgerufen sind, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen und unsere Stimme im Namen Jesu Christi zur Verteidigung der Schwachen und Schwächsten zu erheben.
Als ich noch Atheistin war, stand ich der katholischen Kirche nie wirklich feindlich gegenüber – ich war zwar keine überzeugte Lebensschützerin, aber ich fand es immer gut, richtig und wichtig, dass wenigstens die katholische Kirche noch ihre Stimme für das Leben erhob.
Das war ungefähr vor 20 Jahren. Heute haben wir, habe ich, Bischöfe, die durch ihr peinliches und sündhaftes Schweigen zum Fall Alfie Evans das wenig liebevolle Vorgehen des Krankenhauses und der britischen Justiz – gewollt oder ungewollt – unterstützen. Alfie darf immer noch nicht nach Rom ausreisen, hat der Richter verfügt, der in seiner Freizeit Ratgeber zur gleichgeschlechtlichen Ehe verfasst.
Mehr noch, wir haben einen Erzbischof von Liverpool, es ist Alfies Bischof, der diesen skandalösen Vorgang nicht etwa anprangert, sondern relativiert und schönredet.
(Man muss übrigens nicht mal Christ und schon gar nicht Bischof sein, um diesen Vorfall skandalös, verstörend und zutiefst ungerecht zu finden.)

Es gibt einen empfehlenswerten Artikel des italienischen Vatikanisten Sandro Magister dazu hier.

Alfie atmet beharrlich weiter. Den Meldungen nach scheint das „Krankenhaus“ daraufhin zunächst ihm Wasser und Nahrung verweigert zu haben, jetzt dürfen die Eltern ihn wenigstens mit nach Haus nehmen, aber weiterhin nicht zu einer Behandlung nach Deutschland oder Rom ausreisen.
Und mit jedem Atemzug demaskiert der kleine kranke Bursche Alfie nicht nur das „National Health System“, britische Behörden mitsamt Justiz und der Liverpooler Polizei, die via Facebook angekündigt hat, jede Meinung zum Thema Alfie Evans in den sozialen Medien zu scannen und zu überwachen, Alfie entblößt auch ziemlich viele christliche Kirchenführer einschlägiger Denominationen gleich noch mit dazu, die offenbar ein paar grundlegende Dinge, die das Evangelium verkündet und Jesus Christus gelehrt hat, für nicht mehr wichtig genug erachten.

April 26, 2018   No Comments

Христос воскресе!

Gegen 14.15 Uhr hat sich heute das Heilige Feuer in der Grabeskirche entzündet und wurde weitergeben.
Allen orthodoxen Geschwistern von Herzen Frohe Ostern!

April 7, 2018   No Comments